Fußball

Ein Zweikämpfer, der gerne auch mal ein Zeichen setzt

Das Trikot des TVD Velbert zieht Dylan Oberlies aus – es geht nun zum FC Remscheid. Foto: TVD
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Das Trikot des TVD Velbert zieht Dylan Oberlies aus – es geht nun zum FC Remscheid.

Der Solinger Dylan Oberlies hat mit 22 Jahren schon eine Menge Oberliga-Erfahrung gesammelt.

Von Fabian Herzog

Gas zu geben, das liegt irgendwie in seinem Naturell. Schon im Kindesalter saß Dylan Oberlies auf Motocross-Maschinen, drehte seine Trainingsrunden in Radevormwald und nahm nicht nur in Deutschland an Rennen teil. Auch fußballerisch drückt der Solinger, der in Unterburg aufgewachsen ist und in Oberburg lebt, gerne auf die Tube. Trotz seiner erst 22 Jahre hat der Linksfuß schon einiges an höherklassiger Erfahrung gesammelt. Vom Oberligisten TVD Velbert wechselt er jetzt zum Landesligisten FC Remscheid.

Das Kuriose an seiner Vita ist, dass er noch nie in seiner Heimatstadt gespielt hat. Nach den Anfängen bei Tura Remscheid-Süd, wo er aber nur kurz blieb, wechselte er zum SV 09/35 Wermelskirchen, wo er eine starke Entwicklung nahm. „Da reifte dann schnell auch der Traum, Profi zu werden“, erinnert sich Oberlies, der mit einem starken Jahrgang mehrere Jahre in der Niederrheinliga spielte und 2013 gar den Niederrheinpokal mit der C-Jugend gewann.

Kurze Zeit später wurde Oberlies vom VfL Bochum entdeckt. „Da habe ich mal zwei Spiele Linksverteidiger statt Linksaußen gespielt, und ausgerechnet in diesen waren wohl Scouts da“, erzählt er. Im Ruhrpott wähnte er die große Chance, seinem Traum näher zu kommen. Doch die Chemie zwischen ihm und seinem Trainer – niemand geringeres als der heutige VfL-Chefcoach Thomas Reis – stimmte irgendwie nicht. „Wir waren nicht auf einer Wellenlänge“, blickt der Solinger zurück, der sich selbst als „schwierigen Charakter“ beschreibt und sagt: „Auf dem Platz bin ich ein bisschen verrückt.“

Weitere Stationen: WSV, Ratingen 04/19 und Tus Ennepetal

Oberlies zog weiter in die U19 des Wuppertaler SV. „Da habe ich mich echt wohlgefühlt. Das war eine schöne Zeit.“ Unter Trainer Dennis Brinkmann sammelte er jede Menge Spielpraxis in der Junioren-Bundesliga, spielte dort unter anderem mit Marco Cirillo zusammen. Mit dem Übergang in den Seniorenbereich wechselte Dylan Oberlies aber erneut. Erst für eine Saison nach Ratingen, dann für eine weitere zum Tus Ennepetal – jeweils Oberliga. 2019 kam dann der Kontakt nach Velbert zustande. „Das hat vom ersten Gespräch an gepasst“, berichtet der Solinger, der längst nicht mehr alles auf die Karte Fußball setzt und nach einer Ausbildung in Wermelskirchen zum Zerspanungsmechaniker bei der Remscheider Firma Technodata arbeitet.

An Fußballspielen war zuletzt eh nicht zu denken. Unabhängig von der Corona-Zwangspause laborierte Oberlies an einer Schleimbeutelentzündung im Knie, die er sich Anfang Oktober in Niederwenigern zugezogen hatte. Sie setzte ihn lange außer Gefecht, erst vor wenigen Wochen konnte er mit Aufbautraining anfangen. Eine harte Zeit für den Zweikämpfer, der keinem Duell aus dem Weg geht. „Wenn ich auf dem Platz bin, hört man das“, sagt der Solinger über sich. Und wenn im Spiel mal ein rustikales Zeichen gesetzt werden muss? „Dann bin ich der Erste.“

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