Türchen 24

Ein Japaner ist bei DV die Zuverlässigkeit in Person

Yoshiki Urata kann bei Ditib-Vatanspor auf sämtlichen defensiven Positionen agieren – hier beweist der 24-Jährige auch Fertigkeit am Ball.
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Yoshiki Urata kann bei Ditib-Vatanspor auf sämtlichen defensiven Positionen agieren – hier beweist der 24-Jährige auch Fertigkeit am Ball.

Türchen Nummer 24 im Adventskalender des ST-Sports mit Landesliga-Fußballer Yoshiki Urata.

Von Jürgen König

2020 haben wir mit unserem sportlichen Adventskalender begonnen, das Finish am Heiligabend scheint stets internationalen Assen der Klingenstadt vorbehalten zu sein. Auf Linus Arnesson, schwedischer Spielmacher des Handball-Bundesligisten Bergischer HC, und Moses Harris, amerikanischer Runningback des Football-Zweitligisten Paladins, folgt nun ein Japaner, der für einen türkischen Verein in Deutschland Fußball spielt: Yoshiki Urata. „Einen besonderen Grund für die 24 gibt es nicht. Ich mag die Zahl, weiß aber gar nicht warum“, sagt der Kicker von DV Solingen.

Urata hat jedenfalls großen Anteil daran, dass sein Team bereits am 14. Spieltag die 24-Punkte-Marke überschreiten und diese auf 26 Zähler ausbauen konnte – mehr als akzeptabel für einen Neuling in der Landesliga. Der zumeist rechte Verteidiger schaltet sich, wenn möglich, in die Angriffe ein, hat bislang einen Saisontreffer auf seinem Konto stehen. „Ich möchte mehr Tore und Assists für die Mannschaft beisteuern“, gibt sich der Rechtsfuß ehrgeizig. „Wir könnten mehr voneinander verlangen“, sieht Yoshiki Urata zudem noch Luft für sich und DV: „Ich denke, wir sind eine gute Mannschaft mit dem Potenzial, die Meisterschaft zu gewinnen.“

Fühlt sich wohl beim Landesligisten DV: Yoshiki Urata.

Im Winter 2019/20 kam der Japaner von HBO Tokyo zum Landesligisten TuS Fichte Lintfort, nicht zuletzt Corona ließ ihn aber kaum in Schwung kommen. Der Wechsel an den Weyersberg zum damaligen Bezirksligisten Ditib-Vatanspor war eine Folge. Und eine gute Entscheidung.

„Über einen Freund, dessen Unternehmen sich für Japaner einbringt, entstand der Kontakt. Auch die Bereitstellung von Wohnung und Job lief darüber“, erinnert sich Vedat Atalay an die ersten Kontakte, die auch der frühere Union-Trainer Georg Mewes förderte. Atalay ist Urata wie auch dessen offensiver orientierter Landsmann Yuji Adachi mittlerweile ans Herz gewachsen. „Die beiden sind wie Brüder, die Vertragsgespräche mit ihnen laufen über WhatsApp und dauern zwei Minuten“, schwärmt Atalay auch von der Zuverlässigkeit.

Immer die ersten am Platz, obwohl sie sogar zu Spielen mit Bus und Bahn aus der Landeshauptstadt angereist kommen – dem Sportdirektor von DV gefällt es sehr, einhergehend mit guten Leistungen ist der Verein an einer weiteren Zusammenarbeit sehr interessiert. Der aktuelle Kontrakt Uratas endet am 30. Juni 2023. „Ein guter Fußballer und ein guter Mensch“, sagt Vedat Atalay über seine Nummer 24, die in der Abwehr sämtliche Positionen ausfüllen und darüber hinaus auch den Sechser im defensiven Mittelfeld geben kann. Die Sprache spielt dabei eine untergeordnete Rolle: Ob Deutsch, Türkisch oder Englisch – von jedem ist etwas dabei und reicht zum gegenseitigen Verständnis völlig aus.

Ein guter Fußballer und ein guter Mensch.

Vedat Atalay, DV-Sportdirektor

Besondere Momente hielt natürlich die vergangene Weltmeisterschaft mit dem Duell Japan versus Deutschland bereit. „Ich hatte gehofft, dass wir gewinnen, aber nicht wirklich daran gedacht. Es war ein gutes Spiel von unserer Mannschaft“, sagt Urata, dessen Fußball-Nation durch ein Wechselbad der Gefühle ging. Der Bezwinger von Deutschland und Spanien verlor zwischenzeitlich gegen Costa Rica und schied im Elfmeterschießen des Achtelfinals gegen den späteren Bronze-Gewinner Kroatien aus.

Spätestens in diesen Tagen wird auch der Defensiv-Mann die Emotionen von Katar verarbeitet haben, denn Weihnachten und der Jahreswechsel lenken ihn auf ganz andere Gedanken. „Ich verbringe den Tag mit Freunden und den Abend mit der Familie“, schwärmt Yoshiki Urata insbesondere von seiner Heimatstadt Tokio – viele schöne Orte gebe es dort zu besuchen. „Das gefällt mir sehr gut.“

Was freilich auch für seinen rheinisch-bergischen Zweitstandort gilt. In Düsseldorf wohnt er und arbeitet in einem japanischen Restaurant als Koch, in Solingen hilft er mit, der viel zu lange währenden Oberliga-Abstinenz ein Ende zu setzen. Zur Entspannung hört er gerne Musik aus allen Genres, vornehmlich aus seinem Heimatland. Das kann er noch eine Weile genießen, denn erst in ein paar Wochen wird er in Solingen zum Training zurückerwartet. Auf seine bislang 14 Einsätze sollen ab Ende Februar weitere folgen – dies wird er bis zum Saisonende im Alter von 24 Jahren tun. Ein treffender Abschluss zu unserer dritten Auflage des sportlichen Adventskalenders mit vielen interessanten Typen. Die Sportredaktion des Solinger Tageblattes wünscht euch und Ihnen ein schönes Weihnachtsfest 2022!

Hallen-Masters

Beim Hallenfußball-Spektakel des SV in der Klingenhalle am 7. Januar wird Yoshiki Urata fehlen. Da er wegen Corona Abstriche bei Heimaturlauben machen musste, kehrt er jetzt erst am 17. Januar zurück. Am Weyersberg erwartet der Fusionsclub von FC Britannia und VfB ab dem frühen Nachmittag die gesamte Solinger Spitze mit allen ersten Mannschaften.

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