Handball 2. Bundesliga

HSV: Hartes Kampfspiel gegen Nord Harrislee zum Auftakt

Carina Senel und der HSV mussten gegen Nord Harrislee alles geben.
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Carina Senel und der HSV mussten gegen Nord Harrislee alles geben.

Handball, 2. Bundesliga: So lief die Partie in der Klingenhalle.

Dass es nicht leicht werden würde gegen den TSV Nord Harrislee, lag aus verschiedenen Gründen auf der Hand. Der HSV Solingen-Gräfrath hatte von drei Heimspielen gegen die Schleswig-Holsteinerinnen nur eines gewonnen: Auf das 26:25 im Februar 2020 folgten zwei Punkteteilungen.

Und ausgerechnet zum Saisonstart stand die neue Allzweckwaffe nicht zur Verfügung. Pia Adams, vom Erstligisten Zwickau gekommen, musste coronabedingt passen. Wie auch die verletzte Vanessa Brandt – die vor dem Anpfiff von Andreas Thiel geehrt wurde: Die 273 Mal erfolgreiche Halblinke erhielt von der Handball-Vereinigung Frauen die Auszeichnung zur wertvollsten Spielerin der Saison 2021/22.

Doch der HSV, der schon einige Monate auf die schwangere Leistungsträgerin Cassandra Nanfack verzichten muss, feierte trotz dieser Handicaps. Einen riesengroßen Anteil am 30:26 (12:13) vor 305 Zuschauern in der Klingenhalle hatte Lara Karathanassis. „Ich habe mich sehr für sie gefreut“, sagte Trainerin Kerstin Reckenthäler. Die 25 Jahre alte Ex-Bonnerin, seit 2020 im HSV-Trikot, war der entscheidende Faktor in dem hart geführten Kampfspiel.

In der 5. Minute war sie es, die in der holprigen Startphase den ersten Saisontreffer für ihr Team markierte. Der HSV kam anschließend besser auf, weil die Abwehr ordentlich stand und zum Beispiel Merit Müller einen punktgenauen Pass der überzeugenden Torhüterin Natascha Krückemeier top verwertete.

Ein spielerischer Höhepunkt war Franziska Penz' Treffer zum 4:2. Sie tauchte als Einläufer am Kreis auf bekam das Spielgerät komplett freistehend serviert. Die Linksaußen traf übrigens auch zwei Mal sehenswert mit Hebern.

Großartige Madita Jeß schwer zu bremsen

Mit der Hereinnahme von Madita Jeß in der 12. Minute änderte sich einiges. Die großartige Rückraumspielerin fügte sich zwar mit einem Schrittfehler ein, war aber fortan nur schwer zu bremsen. Die Gräfratherinnen gerieten nach der 10:7-Führung (21. Minute) in Unterzahl (22; umstrittene Zeitstrafe gegen Lara Karathanassis) nach einem 0:5-Lauf ins Hintertreffen. Zum Glück verwertete Merit Müller geistesgegenwärtig einen Abpraller – und Karathanassis nagelte mit dem Halbzeitpfiff den Ball in den Winkel.

Zweite Hälfte: Comeback für Lucy Jörgens

Kerstin Reckenthäler sortierte den Rückraum zur zweiten Hälfte zunächst neu. Sina Ehmann, bis dahin nicht wirklich ein Faktor, ging von Halbrechts auf Halblinks, Karathanassis übernahm deren Part, Mandy Reinarz die Spielmacher-Position. Außerdem feierte die lange verletzte Lucy Jörgens ihr Linksaußen-Comeback. Jule Polsz kam, als Lara Karathanassis ihre zweite Zeitstrafe aufgebrummt bekam (35.). Dieses Mal fiel die Unterzahl nicht mehr so sehr ins Gewicht. Sina Ehmann und Mandy Reinarz hielten vehement dagegen.

Partie kippt mit Zeitstrafe für Jeß

Die Partie kippte indes erst zu Gunsten des HSV, nachdem Madita Jeß für zwei Minuten des Feldes verwiesen wurde (50.). Sie hatte kurz zuvor noch das 24:21 für ihre Farben markiert. Mandy Reinarz, im zweiten Abschnitt die Beste, schaffte den Ausgleichstreffer. Lara Karathanassis, die Spielerin des Spiels, und Jule Polsz legten entscheidend nach. Harrislee kam nicht mehr richtig auf Touren, ließ kräftemäßig nach und hatte auch ein wenig Pech mit zwei Entscheidungen der Schiedsrichter nach Fouls an Jeß: Beide Male blieb die Pfeife stumm. Carina Senel war das ziemlich egal bei ihren späten und extrem wichtigen Treffern zum 27:25 und 28:25.

Es fehlen die Alternativen im Rückraum

Ebenfalls erwähnenswert: Die Abwehr-Formation mit enger Deckung gegen Madita Jeß stand ziemlich wackelig. Erst im bewährten 6:0-Verbund und wieder mit Lara Karathanassis lief es besser. „Ich hatte zunächst Bedenken, Lara nach der zweiten Zeitstrafe wieder zu bringen“, meinte die Trainerin. „Aber es war letztlich alternativlos.“ Sie baut darauf, dass Pia Adams am kommenden Samstag beim starken Aufsteiger Rödertal wieder dabei sein wird. Vanessa Brandts Einsatz käme noch nicht in Frage. „Wir hatten gegen Harrislee nicht genügend Alternativen im Rückraum.“ Gewonnen hat der kampfstarke und gefestigte HSV dennoch. Auch wenn der Gegner wie nicht anders zu erwarten alles andere als Fallobst war.

Statistik

HSV: Krückemeier, Gün (bei einem Siebenmeter); Karathanassis (7), Reinarz (6, 1), Ehmann (4), Müller (4), Penz (4), Polsz (3), Senel (2), Weyh, Fabisch, Jörgens

Zeitstrafen: HSV 2, Harrislee 4

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