Handball

Eigener Podcast ist Karriere-Sprungbrett

Im Coworking-Space des Gründer- und Technologiezentrums hatte sich Sascha Staat im Januar professionell eingerichtet. Foto: Maximilian Hansen
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Im Coworking-Space des Gründer- und Technologiezentrums hatte sich Sascha Staat im Januar professionell eingerichtet.

Sascha Staats Leidenschaft gilt dem Handball – inzwischen kommentiert er sogar auf Eurosport.

Von Thomas Rademacher

Im Dezember 2013 brachte Sascha Staat zum ersten Mal den Handball-Podcast „Kreis Ab“ heraus. Seitdem hat sich das Format etabliert. Während der gerade beendeten Weltmeisterschaft waren täglich etwa 2500 Hörer dabei, wenn der Solinger mit Sportgrößen wie Stefan Kretzschmar, Bob Hanning oder Pascal Hens Interviews führte. Wobei das Wort „Hörer“ nicht mehr ausschließlich zutrifft. Schließlich bot Staat diesmal auch Videos an. Aus dem sogenannten Coworking-Space im Gründer- und Technologiezentrum sendete der Journalist täglich.

„Eigentlich wäre ich auch bei der WM in Ägypten gerne dabei gewesen. Doch die Unsicherheit rund um die Arbeitsbedingungen war im Vorfeld zu groß“, erläutert der 41-Jährige, der seit Katar 2015 jeden Januar bei den Großereignissen der Handball-Welt vor Ort gewesen war. Daher dachte er sich diesmal etwas Besonderes aus. Er mietete einen Raum im Gründer- und Technologiezentrum an, in dem er technisch herausragende Voraussetzungen hatte, um professionell auf Sendung zu gehen. „Das hat auch hervorragend funktioniert und war eine gute Alternative zur Reise nach Ägypten“, erläutert Staat. So erschien täglich mindestens je eine Video- und Audio-Folge.

„Alle Aufträge, die ich bekomme, habe ich dem Podcast zu verdanken.“

Sascha Staat, Sportjournalist

Das macht Sascha Staat inzwischen mehr oder weniger nebenbei. Denn mittlerweile hat der Journalist zahlreiche andere Aufträge. Für Eurosport kommentierte er unter anderem das historische Viertelfinale zwischen Ägypten und Dänemark, das die Skandinavier nach Siebenmeter-Werfen gewannen – dem ersten seit der WM 1995. Auch beim Halbfinale zwischen Schweden und Frankreich hörten seinen Kommentar in der Spitze mehr als 500 000 Menschen.

„Wenn man weiß, dass so viele Leute dabei sind, konzentriert man sich automatisch sehr, um Fehler zu vermeiden“, sagt der Solinger. „Nach dem langen Viertelfinale war ich dann auch wirklich erledigt und brauchte erst einmal eine Pause.“ Viele hat er davon jedoch nicht. Denn für die Ruhr Nachrichten nimmt er unter anderem einen täglichen Podcast über Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund auf.

Zusammen mit weiteren Jobs, wie Kommentatoren-Tätigkeiten beim Sportstreaming-Service DAZN und dem VfL Gummersbach, für den er alle Zweitliga-Heimspiele am Mikrofon begleitet, ist Sascha Staat ausgelastet. Trotzdem denkt er nicht darüber nach, seinen eigenen Podcast aufzugeben. „Da müsste schon sehr viel passieren, damit ich das in Betracht ziehe“, meint der Solinger. „Schließlich ist Handball meine Leidenschaft, und alle Aufträge, die ich bekomme, habe ich dem Podcast zu verdanken.“

Ende 2013 war Staat auf die Idee gekommen. „Ich habe über die Plattform Sportradio360 viele Sendungen gehört, aber es gab leider nichts über Handball“, erinnert er sich. „Also habe ich das angeboten. Das Netzwerk hatte ich damals in Ansätzen auch schon.“ Die ersten 50 Folgen liefen auf der Plattform, dann vermarktete der Solinger „Kreis Ab“ selbst. Mit der Zeit wurden die Gäste prominenter und die Resonanz größer. „So wurde ich dann auch bei der EM 2016 von einem Dortmunder Kollegen angesprochen – und der BVB-Auftrag kam ins Rollen“, blickt er zurück. Ein Engagement, das sich zufällig auch noch gut trifft. Denn privat ist Staat seit seiner Kindheit BVB-Fan.

Den nächsten Coup plant der 41-Jährige im Spätsommer. Bei den Olympischen Spielen in Tokio möchte er unbedingt dabei sein. „Um über Handball zu berichten“, wie er betont. „Es wäre toll, wenn Deutschland dabei ist, aber ich will es in jedem Fall machen.“

Hintergrund

Podcast: 263 reguläre Folgen von „Kreis Ab“ sind bisher erschienen – dazu kommen Spezialausgaben wie die täglichen Updates bei großen Turnieren. Alle Infos zum Empfang:

kreisab.de

Coworkit: 120 mietbare Arbeitsplätze hält das Gründer- und Technologiezentrum an der Grünewalder Straße bereit. Der Tagespreis beginnt bei 10 Euro für das Basispaket. Dies ist erweiterbar bis zu einem eigenen Büro für bis zu sechs Personen.

coworkit.de

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