Eishockey

ECB-Talent spielt auf Dhünnschem Eis

Die kanadische Flagge hinter dem Tor darf nicht fehlen: Im heimischen Garten trainieren Trevor und Liam Jessome ihren Lieblingssport. Foto: Stephan Singer
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Die kanadische Flagge hinter dem Tor darf nicht fehlen: Im heimischen Garten trainieren Trevor und Liam Jessome ihren Lieblingssport.

Der gebürtige Kanadier Trevor Jessome hat seine Eishockey-Begeisterung an Sohn Liam weitergegeben.

Von Stephan Singer

Die für das Wochenende angekündigten milderen Temperaturen werden dem Spaß ein Ende bereiten. Das weiß Trevor Jessome genau. „Vielleicht hält es jetzt noch zwei Tage“, sagt der gebürtige Kanadier und blickt auf die rund acht mal fünf Meter große Eisfläche, die er im heimischen Garten in Dhünn angelegt hat. In seiner Heimat Kanada ist Eishockey ein Volkssport: „Da spielt jeder. Und bei Winterwetter hat da jeder eine Eisfläche auf seinem Grundstück.“ Manche Landwirte würden sogar richtige Eishockey-Spielfelder schaffen.

Natürlich ist auch der 52-Jährige, der mit der gebürtigen Wermelskirchenerin Sarah Wichterich-Jessome verheiratet ist, passionierter Eishockey-Spieler – seine Domäne ist die Rolle des Torwarts. Die Begeisterung für den Sport auf Kufen hat er vor vier Jahren dann auch an seinen heute achtjährigen Sohn Liam weitergegeben.

Liam freut sich über die Eisfläche im Garten, auf der er mit kompletter Ausrüstung gewappnet den Puck gezielt auf das Tor schlagen kann. „Ich vermisse das Spielen und das Training sehr“, sagt Liam, der für den EC Bergisch Land aufs Eis geht. Bei dem Solinger Verein ist sein Vater der Co-Trainer der ersten Mannschaft und Trainer des 1b-Teams. „Es ist schade und traurig, dass wir derzeit nicht trainieren dürfen. Wir hatten ein richtig gutes Hygiene-Konzept bis zu dem Lockdown im November umgesetzt – das hat funktioniert“, ist Trevor Jessome überzeugt. „Dass die Kinder gerade ohne Sport sind, ist schlimm.“

Immerhin: Athletik-Training via Online-Konferenz gibt es auch bei den Raptors und dabei macht Liam mit. „Die Eisfläche in unserem Garten ist eine willkommene Abwechslung“, sagen Liam und Trevor Jessome. Der achtjährige Nachwuchs-Eishockey-Spieler berichtet: „Am Wochenende war ich an einem Tag fast sechs Stunden auf der Eisfläche.“ Das per Hand angelegte Feld sei sicherlich nicht so „deluxe“ wie in der Halle in Solingen, meint Trevor Jessome mit einem Lachen: „Die Fläche ist nicht ganz so spiegelglatt und eben.“ Das würde er mit seinen professionellen Torwart-Kufen an den Schuhen merken: „Die funktionieren nicht so gut auf solchem Eis. Die sind waagerechter und breiter geschnitten als Spieler-Kufen, weil sie eher auf sicheren Stand auf dem Eis ausgelegt sind.“

„Wir Kanadier spielen überall Eishockey, wenn es irgendwie möglich ist.“

Trevor Jessome, passionierter Eishockeyspieler – und Vater

Drei Tage hat es gedauert, bis die Eisfläche im Garten in Dhünn durchgefroren und nutzbar war. „Das war eine Menge Arbeit, aber ein Papa macht alles für sein Kind“, betont Trevor Jessome. Die Eisfläche hat er mit Schnee umrandet und auf Kunstrasen aufgebracht.

Eine Eigenkonstruktion hat ihm dabei geholfen: einen Schlauch an einen Wasserkanister montiert, am anderen Ende des Schlauches ein quer installiertes Rohr mit hinein gebohrten Löchern und darunter ein altes Handtuch, was das Wasser gleichmäßig verteilt. „Diese Konstruktion habe ich an einen Schlitten angebracht und bin dann mit dem Schlitten rückwärts laufend immer wieder über die Fläche gelaufen“, beschreibt Trevor Jessome.

Das mache man am besten in den frühen Morgenstunden, wenn es am kältesten ist. Der Vorgang müsse mehrfach wiederholt werden, um schließlich eine durchgefrorene rund zehn Zentimeter dicke Eisschicht zu erhalten, die zumindest das Gewicht von Kindern tragen könne, ohne brüchig zu werden.

„Damit die Eisfläche bleibt, reichen Temperaturen um den Gefrierpunkt – besser sind minus fünf Grad Celsius oder kälter“, weiß Trevor Jessome: „Wir Kanadier spielen überall Eishockey, wenn es irgendwie möglich ist.“

In seiner Zeit beim kanadischen Militär habe er sogar mit anderen Kanadiern in Saudi-Arabien, Dubai und in Kuala Lumpur in Malaysia Eishockey gespielt: „Das sind Erinnerungen, die man nicht vergisst.“

Fan

Wie unschwer an der Dekoration des Mini-Eishockey-Feldes in Dhünn zu sehen ist, schlagen die Fan-Herzen von Trevor und Liam Jessome für die Düsseldorfer EG und natürlich „ihre“ Bergischen Raptors. In der kanadischen Profi-Liga fiebert Trevor Jessome mit den Toronto Maple Leafs mit.

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