Fußball

DV freut sich trotz der 0:9-Schmach

Auch der ukrainische Innenverteidiger Volodymyr Zaimenko (r.) war im Hinspiel für DV noch nicht dabei.
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Auch der ukrainische Innenverteidiger Volodymyr Zaimenko (r.) war im Hinspiel für DV noch nicht dabei.

In der Fußball-Landesliga kommt am Sonntag der FC Remscheid zum Weyersberg.

Von Jürgen König

Als am 28. August der Landesliga-Start von Ditib-Vatanspor mit einer 0:9-Pleite beim FC Remscheid über die Bühne ging, war Ernüchterung beim Aufsteiger aus der Klingenstadt angesagt. Etwas mehr als drei Monate später kommt der Rivale aus der Nachbarstadt zum Weyersberg – es steigt dort tatsächlich ein Duell zweier Mannschaften, die Tuchfühlung zur Tabellenspitze haben. Vor dem mit Spannung erwarteten Rückrundenstart am Sonntag ab 15.30 Uhr beleuchten wir die Lage.

Wie wirkt sich das Endeder Erfolgsserie mit der 2:4-Heimniederlage gegen den VfB Frohnhausen aus?

Vedat Atalay machte keinen Hehl aus seinem Frust. „Das war kein gutes Spiel von uns“, meinte der Sportdirektor nach zuvor sechs Siegen und einem Unentschieden unter dem neuen Trainer Engin Kizilarslan. Das Vertrauen ins Team bleibe laut Atalay davon aber unberührt. Im Gegenteil: „So ein Dämpfer kann sich auch positiv auswirken, wir müssen auf jeden Fall viel opfern.“ Erfreulich sei, dass es beim Personal wieder besser aussehen dürfte.

In Remscheid war es der ungewohnte große Naturrasen, jetzt ist es Kunstrasen – ein Vorteil?

DV hofft natürlich inständig darauf, endlich die erste Partie auf dem eigenen Kunstrasen an der Klingenhalle durchführen zu können. Seit Ende August ist der Platz infolge von Probebohrungen im Rahmen der Arena-Planung fürs Training nur teilweise nutzbar. Spiele konnten gar nicht durchgeführt werden, was aufgrund notwendiger Verlegungen zu einer Auswärtsspiel-Serie führte. Die Misere soll in diesen Tagen mit der Besandung ihren Abschluss finden. „Auf diesen Moment haben wir gewartet. Dass der FC Remscheid dann als Gegner kommt, ist etwas Positives“, freut sich Atalay.

Was hatte sonst noch zum Fiasko im Röntgenstadion beigetragen?

Aufgrund von Urlauben und anderen Gründen – zum Beispiel Sperre von Torjäger Ismail Cakici – war das Personal überschaubar und in Sachen Fitness noch nicht top-fit. Vedat Atalay: „Im Spiel ist dann auch einfach alles gegen uns gelaufen, für Remscheid war es ein sehr guter Tag.“

Welche Entwicklung hat danach bei DV eingesetzt?

Nach der Trennung von Coach Acar Sar ging es punktemäßig mächtig bergauf. 19 Zähler sammelte das Team von Kizilarslan, im Hinspiel selbst noch im Einsatz, in acht Partien. Neun Punkte beträgt damit das Polster auf den ersten Abstiegsplatz, nur fünf sind es zum Oberliga-Aufstiegsrang. Für Atalay ist klar, was sich getan hat: „Das Team ist personell unverändert, aber die Einstellung hat sich erheblich verbessert – und das spiegelt sich auch sonntags auf dem Spielfeld wider.“

Was ist in Solingen möglich für Ditib-Vatanspor?

Die Fusion der beiden vorher eigenständigen türkischen Vereine hat gefruchtet, weitere Zusammenschlüsse sind nicht geplant. Atalay und der DV-Vorstand vermissen noch die Akzeptanz in Fußball-Solingen. „Wir fühlen uns so, dass wir die Stadt in der Landesliga vertreten. Unser Wunsch ist es, dass möglichst viele Zuschauer kommen und dieses Gefühl verstärken.“ Die aktuelle Serie an Heimspielen sei deshalb besonders wichtig.

Mit welcher Kulisse ist imbergischen Derby zu rechnen?

Deutlich über 1000 Zuschauer kamen auf der Bezirksliga-Zielgeraden zu den Partien gegen die Sportvereinigung und Berghausen an die Kotter Straße. Damit ist diesmal nicht zu rechnen, mit einer stattlichen Kulisse aber schon. Der bisherige Schnitt von 150 Besuchern in den vier Begegnungen (laut Spielberichten) sollte gesteigert werden. „Bei ordentlichem Wetter sind 600, 700 machbar“, hofft der DV-Sportchef, der sich bezüglich besonderer Maßnahmen noch in Gesprächen befindet – und auf ein schönes Spiel setzt.

Wie sieht der Winter-Fahrplan aus?

Nach dem Meisterschaftsspiel am 11. Dezember (15.30 Uhr Weyersberg) gegen den SC Reusrath (Hinspiel 0:0) sind noch ein, zwei Einheiten angesagt, es folgt eine Trainingspause bis zum 10. Januar. Mit einer Ausnahme: der Teilnahme am Hallen-Masters des SV Solingen am 7. Januar in der Klingenhalle. „Das Verletzungsrisiko ist da natürlich immer mit an Bord, aber das Masters ist ein Highlight, und die Saison wird erst am 26. Februar fortgesetzt“, sagt Atalay, der das Verhältnis zum Platznachbarn SV, bei dem vier Heimpartien ausgetragen wurden, als gut empfindet. Das erste Testspiel ist für den 15. Januar vorgesehen.

Wird es noch personelle Veränderungen geben?

DV ist auf der einen Seite froh über jede Verstärkung, sieht sich aber ebenso mit einer gestandenen Truppe bestens aufgestellt. Vielleicht gibt es eine gezielte Verpflichtung auch für die Breite des Kaders – der im neuen Jahr in nur noch elf Partien möglichst oben mitspielen möchte. Und parallel den Kreispokal für die eigene Vitrine holen will.

Geisterspiele

Gleich zwei Mal wurden in den vergangenen Jahren Landesliga-Spiele des VfB Solingen mit dem FC Remscheid als Gast bei geheimer Ansetzung ohne Publikum in Duisburg ausgetragen. Hintergrund waren Ausschreitungen im Herbst 2016 bei der Bezirksliga-Partie des FCR gegen den BSC Union und entsprechende Befürchtungen bezüglich neuer Randale. Jetzt kehrt wieder Normalität ein.

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