Fußball

Drei Strippenzieher unter 21

Mit großem Tempo und starker Technik hat Niklas Albrecht beim VfB Solingen voll eingeschlagen. Foto: Moritz Alex
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Mit großem Tempo und starker Technik hat Niklas Albrecht beim VfB Solingen voll eingeschlagen.

Fußball-Talente in der Landes- und Bezirksliga.

Von Timo Lemmer

Dass Solinger Jungen-Teams auf Verbandsebene nur noch selten die Rolle spielen, die sie früher einmal einnahmen, heißt nicht zwangsläufig, dass auf Senioren-Ebene keine starken Nachwuchsspieler ankommen. Im Gegenteil: In der aktuell unterbrochenen Saison konnten einige Mannschaften auf junge Leistungsträger bauen. Hier exemplarisch drei Talente, die bei den Solinger Teams auf Niederrhein-Niveau besonders auf sich aufmerksam machen konnten.

Niklas Albrecht (VfB Solingen, Geburtsdatum: 20. August 2002)

Als Landesligist VfB unruhig in die Saison startete, gab es immerhin ein paar Lichtblicke. Die augenfälligsten: Die 2002er-Flügelzange mit den Freunden Niklas Albrecht und Marvin Stahlhaus, die vor der Saison entschieden hatten, zusammen auf ihr zweites A-Jugend-Jahr zu verzichten. Albrecht und Stahlhaus spielten nicht nur unbekümmert auf, sie lieferten auch gleich die nennenswerte Offensivwerte. Albrecht, tempo- und technikstark, deutete mit zwei Toren und vier Vorlagen mehr als nur an, welches Potenzial da noch schlummert. Dabei war er zunächst keinesfalls zufrieden: „Ich war erstmal nervös und zurückhaltend. Mit jedem Spiel ist mein Selbstvertrauen dann gestiegen.“

Dem Verein, „bei dem ich das Fußballspielen gelernt habe“, mit seinen Top-Leistungen helfen zu können, sei schön. Albrecht beschäftigt und bindet Gegenspieler auf beiden Flügeln, wovon nicht zuletzt auch die Mitspieler um Acht-Tore-Mann Davide Mangia profitieren. Albrecht: „Schade, dass wir dort stehen, wo wir stehen, weil wir als Team da nicht hingehören. Aber das ist jetzt eben so, und unser Ziel der Klassenerhalt.“

Hannes Bernhard (TSV Solingen, 2. September 2001)

Hannes Bernhard hat sich seinen Platz beim TSV erkämpft.

Für das TSV-Trainerteam ist der Solinger, der bis zu Auflöseerscheinungen in der Union-Jugend gespielt hatte, der perfekte Zugang aus der eigenen A-Jugend. Bernhard ist verlässlich, hat in zentraler Mittelfeldposition schon jetzt die nötige Ruhe am Ball und spielt intelligent Fußball. Schwankungen sind bei so einem Fußballer weniger stark ausgeprägt als bei anderen Spielertypen. Dabei kam er zunächst häufig als Joker. „Das konnte ich auch gut verstehen, anfangs war ich nie zu 100 Prozent zufrieden.“ Ausfälle spülten Bernhard dann in die erste Elf, gute Leistungen festigten in der Folge den Platz. Der duale Student sieht indes noch einige Baustellen: „Ich denke da besonders an Flugbälle, meinen linken Fuß und manchmal den richtigen Moment des Abspiels.“

Gut für den TSV: Bernhard hat für die kommende Spielzeit schon zugesagt. „Hier sehe ich meine Zukunft. Mit gefällt die Chemie der Truppe, aber auch Qualität und Einsatz stimmen. Wenn wir da hart am Ball bleiben, können wir in der Bezirksliga oben mitspielen.“ Die mittelfristigen Ziele von Verein und Spieler überschneiden sich.

Maurice Dirks (Wald 03, 17. Juli 2000)

Maurice Dirks hat mit 03 noch eine Menge vor.

Mit seinen 20 Jahren ist Maurice Dirks bei Bezirksligist Wald 03 fast schon eine Institution – weil er der jungen Mannschaft extrem helfen kann. Im zentralen Mittelfeld – bei Fortuna Düsseldorf, wo Dirks ebenso wie beim MSV Duisburg in ganz jungen Jahren schon gespielt hatte, war er noch Stürmer – bewegt er sich sehr clever und antizipiert gut. Dirks ist vor allem ein intelligenter Fußballer. Dass mit Kevin Dirks sein Bruder 03-Trainer ist, hat für den Jungspund einige Nachteile. Der Trainer sagt: „Manchmal leidet er am meisten unter mir. Es soll halt niemals heißen, er würde nur spielen, weil er mein Bruder ist.“ Andere Nachteile aber werden zum Vorteil, wie Maurice Dirks sagt: „Er ist der perfekte Trainer für mich, war schon bei den Bambini mein Coach. Er weiß also, was ich drauf habe und wie er mich anpacken muss, wenn ich das nicht abrufe.“

Der 20-Jährige hofft, dass die Saison noch weitergeht. Falls nicht, sieht er die lange Vorbereitung als Vorteil für sich: „Die würde mir sicher zugutekommen. Mein größtes Manko sind sicherlich Fitness und vor allem Schnelligkeit.“ Die eigenen Ziele schmälert das indes nicht. Mit Pokal-Team Wald 03 würde er zu gerne auch mal den Senioren-Titel holen.

Blick in die Kader

Altersschnitt: Die Altersstruktur der fünf Solinger Mannschaften auf Verbandsebene sieht wie folgt aus: Die Spieler von Landesligist VfB sind im Schnitt 25,1 Jahre alt. Bei den Bezirksligisten hat Wald 03 (22,9) den jüngsten Kader, es folgen DV (24,9) und TSV (25,1) vor der Britannia (29,3).

Berechnung: Berücksichtigt wurden alle Spieler mit mindestens einem Einsatz in der aktuellen Saison und ihr Alter Ende Januar.

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