Die Woche im Sport

Unding: Amateur- und Jugendsportler vor nächster Pause

thomas.rademacher @solinger-tageblatt.de
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Während vier (Wahl-)Solinger in Tokio ihr Können zeigen, steigt in Solingen die Corona-Inzidenz. Wer ab nächster Woche noch trainieren darf, steht deshalb noch in den Sternen.

Kommentar von Thomas Rademacher

Solingen. Das Herz des Sportbegeisterten blutet. Die Olympischen Spiele in Tokio haben begonnen, aber im Fokus steht nicht der Sport, sondern – mal wieder – Corona. Keine Zuschauer, Athleten sind infiziert, und es kommt die Frage auf, ob es überhaupt richtig ist, die Sommerspiele auszutragen. Ohne die ungünstigen Umstände zu werten, muss man festhalten: Olympia ist für die meisten Sportler das größte Ereignis, an dem sie je teilnehmen. Der Stellenwert ist so unfassbar hoch, dass es schwer vorstellbar ist, wie es sich anfühlen muss, wenn man nun aufgrund eines positiven Tests oder einer Quarantäne nicht teilnehmen darf. Es könnte die einzige Chance im Leben gewesen sein, die da flöten geht. Ist doch nur Sport, mag man da (zu Unrecht) sagen.

Dass dies nicht zuletzt auch die politische Haltung ist, zeigen ein Stück weit auch die vergangenen 16 Monate Pandemie. Mit Ausnahme der Berufssportler mussten eigentlich alle weitgehend pausieren. Im Sinne des Gesundheitsschutzes sind viele, wenn auch nicht alle dieser Entscheidungen nachvollziehbar gewesen, doch was nun speziell in Solingen droht, zeigt dann schon eine gewisse Planlosigkeit.

Doch der Reihe nach: Solingen rutscht ab Montag in die Inzidenzstufe 3. Fußballtraining für Jugendliche bleibt zwar möglich, doch im Erwachsenenalter ist dann auch draußen nur noch kontaktloser Sport gestattet. In der Halle läuft für Amateursportler gar nichts mehr. Während der Sommerferien ist das für den Nachwuchsbetrieb in den Vereinen vielleicht noch zu verkraften, doch im Seniorenbereich gerät die Saisonvorbereitung sofort arg ins Ruckeln. „Eine Woche kriegen wir irgendwie hin“, sagt zum Beispiel Mirko Bernau, Trainer von Handball-Oberligist Bergischer HC II. „Wenn es aber mehr wird, wird es echt kompliziert.“ Und wettbewerbsverzerrend übrigens, da nach aktuellem Stand in allen anderen Städten in NRW weitertrainiert werden darf.

Zugegeben: In Solingen sind die Zahlen gerade im Vergleich mit anderen Regionen hoch. Die Coronaschutzverordnung sieht für diesen Fall eben klare Regeln vor, und die Tatsache, dass sich wieder mehr Menschen infizieren, darf natürlich nicht unterschätzt werden. Ärgerlich ist es aber allemal, dass seit Wochen darüber diskutiert wird, die Inzidenzwerte nicht mehr als einziges Kriterium für Schutzmaßnahmen heranzuziehen, sich aber bislang nichts geregt hat. Daher spielt es keine Rolle, dass in der Klingenstadt am Freitag lediglich zwei Infizierte stationär behandelt wurden – dabei muss es sich nicht einmal um die Auslastung von Intensivbetten handeln.

Was nun passieren wird, ist eigentlich klar. Sobald die Inzidenzwerte in vielen Kommunen gewisse Schwellen überschreiten, wird die Debatte intensiver geführt und das Reglement geändert. Für Solingen kommt dies dann natürlich zu spät. Und wieder einmal werden es unter anderem die Sportler sein, die benachteiligt wurden. Aber was soll’s – ist doch nur Sport, oder?

TOP: Hilfsbereitschaft für Hochwasseropfer ist auch bei Solingens Sportvereinen enorm.

FLOP: Fußball: Das Kreispokal-Derby musste erneut abgesagt werden, weil es beim TSV Corona-Fälle gibt.

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