Die Woche im Sport

Naji statt Hinze – die Kontinuität beim BHC bleibt

juergen.koenig @solinger-tageblatt.de
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Die Neuigkeit der Woche war sicher die Nachricht zum neuen Trainer des BHC. Jamal Naji wird die Nachfolge von Sebastian Hinze antreten. Sportredakteur Jürgen König beleuchtet in der Woche die personelle Veränderung des Bundesligisten.

Solingen. Die Nachricht der Woche kam aus der Schaltzentrale des Bergischen HC an der Neuenhofer Straße. Jamal Naji statt Sebastian Hinze wird es auf dem Trainerposten des Handball-Vereins ab dem 1. Juli 2022 heißen. Darf man als Journalist über einen Menschen urteilen, dessen Handeln sich für den Medienvertreter bis auf einen ganz kurzen Plausch beim Essener Gastspiel in der Klingenhalle nur über die Berichterstattung bei Sky erschließt? Wohl kaum, aber dennoch: Gratulation an den BHC für diese Verpflichtung! Und das denken offensichtlich fast alle, kritische Beiträge zur Person Naji findet man in den sozialen Medien so gut wie gar nicht.

Ob der 35-Jährige die 1a-Lösung für den Verein aus dem Bergischen war, sei dahin gestellt. Der Fakt, dass die Trennung von Sebastian Hinze am 31. März publik gemacht wurde und es somit ziemlich exakt vier Monate bis zur Präsentation seines Nachfolgers dauerte, lässt eher Spekulationen in eine andere Richtung zu. Eine wirkliche Rolle spielt dies aber nicht.

Wie bei Sebastian Hinze hat es der BHC in seiner Pressemitteilung zur Naji-Verpflichtung unterlassen, die konkrete Vertragsdauer zu benennen. Erneut ist von einer langfristig geplanten Zusammenarbeit die Rede. Wer den Bergischen HC 06 kennt, weiß, dass das keine Wortakrobatik ist. Lässt man einmal die ganz kurzen Aushilfen von Kristoffer Moen und Chrischa Hannawald außer acht, sind es sage und schreibe vier Trainer, die seit der Geburtsstunde im Jahr 2006 in der sportlichen Verantwortung standen: Norbert Gregorz, Raimo Wilde, HaDe Schmitz und eben Sebastian Hinze. Dass dieser nunmehr die Nummer eins der Rangliste dienstältester Bundesliga-Coaches ist – nach der Trennung von Kai Wandschneider und der HSG Wetzlar – unterstreicht ebenso stark die Tugend, die den BHC unter der Leitung von Jörg Föste auszeichnet: Kontinuität.

Die Löwen werden auch in ihrer zehnten Erstliga-Saison nicht über ein Team mit Stars verfügen. Dazu fehlt es im Gegensatz zu vielen Clubs – auch abseits der internationalen Plätze – an der wirtschaftlichen Potenz. Wenngleich diese trotz Corona-Pandemie im Bereich des Machbaren gefestigt scheint. Man darf gespannt sein, wenn der Verein sein Streben nach wirtschaftlicher Transparenz umsetzt, sobald es verlässliche Daten gibt.

Für Jamal Naji ist es auf jeden Fall ein Sprung nach oben, kann er doch nun mit internationalen Profis arbeiten, die in ihren Nationalmannschaften tragende Rollen haben. Aber der zukünftige Coach soll sicherlich auch auf die Trumpfkarte Nachwuchsarbeit setzen – dass er in dieser Hinsicht in Gummersbach, Dormagen und derzeit auch noch in Essen Spuren hinterlassen hat, lässt einiges erwarten. Von daher ist es wahrlich ein Coup, den der BHC gelandet hat. Und die ersten Fingerzeige werden sicher nicht bis zum 30. Juni 2022 auf sich warten lassen.

TOP: Luca Münzenberger sucht sein Eishockey-Glück in den USA – auch ein Statement für Solingens Eissporthalle.

FLOP: Enttäuschende Meisterschaft, und jetzt ein schlechter Ausklang: Diese Baseball-Bundesliga-Saison ist für die Alligators wahrlich zum Vergessen.

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