Die Woche im Sport von Thomas Rademacher

Die Verbände haben ihr Corona-Päckchen zu tragen

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de
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Corona hat sportlich alles durcheinanandergewirbelt. Die grundsätzliche Tendenz der vorigen beiden von der Pandemie betroffenen Saisons: Es gibt zwar Auf-, aber keine Absteiger.

Kurz- und mittelfristig geht es also darum, die Ordnung wieder herzustellen, deutlich mehr Teams als üblich absteigen zu lassen. Es ist der einzig logische Schritt. Zudem zwingen die aufgestockten Ligen zur Improvisation bei der Spielplangestaltung. Im Gegensatz zum ersten Versuch vor einem Jahr haben die Verantwortlichen dazugelernt.

Als gute Beispiele dafür dienen die Vorgehensweisen in der Fußball-Oberliga sowie der 3. Handball-Liga. Anstatt es erneut mit einer normalen Runde mit Hin- und Rückspielen in der 23-köpfigen Oberliga zu probieren, spielen die Fußball-Teams nur je ein Mal gegeneinander. Es folgt eine Teilung der Liga mit Auf- und Abstiegsrunde. Das spart Spieltage und schafft Flexibilität mit Blick auf Corona-Auflagen, von denen keiner hofft, dass es sie geben wird, die aber nicht auszuschließen sind, wie die Saison 20/21 eindrucksvoll belegt.

Optimistisch war der Leichlinger TV im vorigen Spätsommer in eine 18er-Liga gestartet. Letztlich kam es nur zu einem Spiel für die Blütenstädter. Auch im Handball blickt man voraus und hat die gewaltige 3. Liga in sieben regionale Gruppen mit je elf beziehungsweise zwölf Teams eingeteilt. Auch hier folgen Auf- und Abstiegsspiele. Der Klassenerhalt wird jedoch hart. Von insgesamt 82 Drittligisten müssen 26 absteigen, um auf die alte Stärke vor Corona zurückzukehren.

Alle Verbände werden noch eine Weile ihr Pandemie-Päckchen tragen müssen, doch echte Ärgernisse halten die Spielpläne kaum bereit. Diskutabel war sicher eine Handball-Bundesliga mit 20 Teams und engem Terminplan, der nur innerhalb von acht Monaten von Oktober bis Juni (im Januar war WM-Pause) durchgezogen wurde. Dass das funktioniert hat, war ein kleines Wunder, nachdem es bis April zahlreiche Quarantänen und dadurch bedingte Verlegungen gegeben hatte. Der Bergische HC war auch betroffen, doch am Ende hatten alle Clubs 38 Saisonspiele absolviert. Das verdient Anerkennung. Da es im Profibereich in vielen Sportarten ähnlich lief, haben Spitzenligen bereits jetzt wieder ihre alte Stärke. So geht die Bundesliga mit 18 Teams ins Rennen. Angesichts der Tatsache, dass die Saison 2020/21 ohne Zuschauer durch einen langen Lockdown funktioniert hat, ist die Zuversicht groß, dass auch die nächste Spielzeit sauber über die Bühne geht – voraussichtlich und hoffentlich unter deutlich günstigeren Bedingungen mit viel mehr Normalität.

Wild geht es in der Tennis-Saison zu. Aus der Regionalliga müssen voraussichtlich fünf von elf Mannschaften absteigen. Gerade im Tennis, wo Teams mal stark, mal schwach antreten, gleicht dies fast einer Lotterie, die der Solinger TC aber immer noch aus eigener Kraft gewinnen kann. Richtig absurd wird es indes für die Solingen Alligators. Die Baseballer müssen in die Play-downs. Sinn ergibt das nicht, da der Abstieg in der Saison 2021 noch ausgesetzt ist.

TOP Nachgeholter Fußball-Kreispokal ist nicht nur eine gute Saisonvorbereitung, sondern bietet auch die Chance auf das Ticket für den Niederrheinpokal.

FLOP Baseball: Alligators sind nicht in Form.

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