Die Woche im Sport von Thomas Rademacher

Die Stadt bekommt doch noch die Kurve

thomas.rademacher @solinger-tageblatt.de
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Völlig überraschend flatterte vergangene Woche Freitag eine auch im Sport bearbeitete Corona-Schutzverordnung herein.

Sie erlaubt es Kommunen, Sport „zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes“ auf Anlagen unter freiem Himmel zu ermöglichen. Sichergestellt werden müssen der geregelte Zugang und die Einhaltung der Mindestabstände durch die Betreiber. Die Meldung schlug auch bei Solingens Sportvereinen ein wie eine Bombe. Leichtathletik, Tennis oder Balltraining zu zweit sind wieder denkbar. Dass die Verantwortlichen der Stadt Solingen nicht sofort aufgesprungen sind, um alle Sportanlagen zu öffnen, ist vollkommen klar. Hier hat – ein Mal mehr – das Land seine Kommunen vor vollendete Tatsachen gestellt.

Was in dieser Woche aber passierte, wirkte dann doch etwas unsouverän. Zunächst erhielten die Vereine Dienstagabend die Mitteilung, dass alle öffentlichen und privaten Anlagen geschlossen bleiben, bis Solingen sieben Tage in Folge einen Inzidenzwert von 50 oder weniger erreicht hat. Das hätte zur Folge gehabt, dass auch Tennisvereine ihre Pforten geschlossen halten müssen. Bereits am Mittwochmorgen folgte die Klarstellung: Private Anlagen dürfen öffnen, die Tennisspieler atmeten auf. Während in Remscheid auch diverse öffentliche Anlagen zu bestimmten Zeiten für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, klang das von Solinger Seite anders. Der Verweis auf die 50er-Inzidenz stand genauso im Raum wie der Hinweis darauf, dass die Stadt die geforderte Einhaltung der Corona-Regeln nicht durch eigene Mitarbeiter sicherstellen kann – was durchaus nachvollziehbar ist.

Beginnend mit der durch Ordnungsdezernent Jan Welzel (CDU) vage in Aussicht gestellten Möglichkeit, vielleicht doch auch auf öffentlichen Anlagen Individualsport zu ermöglichen, haben sich die Dinge inzwischen erfreulich entwickelt. Der Solinger Sportbund hat vertreten durch Detlef Wagner, Karen Leiding und Christopher Winter einen offenen Brief an Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) geschrieben. In diesem verleihen die Verantwortlichen ihrem Wunsch Nachdruck, die Entscheidung des Krisenstabs, die Anlagen geschlossen zu halten, nochmals zu überdenken, „damit Solingen durch den Sport, trotz Corona, wieder ein wenig lebenswerter wird.“

Ob nun der offene Brief, die zum Teil deutlich zum Ausdruck gebrachte Enttäuschung zahlreicher Vereinsvertreter oder einfach nur die interne Ausreifung von Welzels Idee den Ausschlag gegeben hat, ist letztlich egal. Entscheidend ist, dass die Stadt nun doch noch die Kurve bekommt. Am Freitagnachmittag wurden die Vereine informiert, dass die städtischen Anlagen geöffnet werden, wenn die Clubs sich verpflichten, auf die Einhaltung der Corona-Regeln zu achten. Der Inzidenzwert spielt zudem keine Rolle mehr.

Das ist ein Grund zur Freude. Am Samstag lädt die Stadt zum Zoom-Meeting ein, um mit den Vereinen die Einzelheiten zu klären. Grundsätzlich aber deutet sich an, dass Einzeltraining – beispielsweise beim Solinger Leichtathletik-Club – wieder möglich sein wird. Und hoffentlich findet sich auch eine Lösung für das Laufen in der Jahnkampfbahn. Dass es in diesen Tagen nicht möglich ist, Teamsport etwa auf dem Fußballplatz zu betreiben, sollte klar sein. Auch das frustriert viele, doch hier hat die Stadt Solingen natürlich überhaupt keinen Einfluss. Die Corona-Schutzverordnung sieht eine solche Lockerung einfach nicht vor. Doch das, was möglich ist, sollte auch in der Klingenstadt möglich gemacht werden. Das Infektionsrisiko beim Individualsport hält sich schließlich in Grenzen – wenn sich jeder vernünftig verhält.

TOP: Handball: Der BHC bleibt auf Erfolgskurs.

FLOP: Fußball: In Canlarspor zieht der erste Verein zurück.

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