Jahresrückblick

Die Pandemie lähmt, aber es gibt dennoch Aufreger

Comeback des Jahres: Hochkarätig besetzt war das 1. Jagenberger Reitsport-Festival an der Burger Landstraße, wo es Spring- und Dressurprüfungen gab. Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Foto:
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Comeback des Jahres: Hochkarätig besetzt war das 1. Jagenberger Reitsport-Festival an der Burger Landstraße, wo es Spring- und Dressurprüfungen gab. Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz.

Rückblick: Das Solinger Sport-Jahr 2021 zwischen Leid, Freude, großen Plänen und bedeutenden Personalien

Von Jürgen König

Stabwechsel des Jahres

Jens Scheffler beendet seine Tätigkeit als Hallensprecher des Handball-Bundesligisten Bergischer HC und seiner Vorgänger-Vereine. Die ST-Titelzeile lautet: „Einer, der redet und Musik macht“ – 30 Jahre lang. Bob Hanning, Jörg Föste und andere würdigen Scheffler, der noch sporadisch seinen Nachfolger Cedric Pick vertritt.

Ausfall des Jahres

Die Fußballer des FC Britannia finanzieren ihren Verein zu einem Großteil über drei Events: Hallen-Masters, Karnevalsball und Zöppkesmarkt – alles fällt aus und stellt die Weyersberger damit vor zusätzliche Herausforderungen. Auch in anderen Bereichen stoppt die Pandemie Veranstaltungen: so die Sport-Gala, den Klingenlauf, Miss-Zöpfchen-Lauf oder im Handball das Masters des Ohligser TV und die großen Turniere des Wald-Merscheider TV.

WM des Jahres

Zunächst Viertelfinale, jetzt Abbruch: Luca Münzenberger bei der Eishockey-WM.

Um den Welttitel der U20-Eishockey-Junioren geht es Anfang 2021 in Edmonton/Kanada. Erstmalig überhaupt schafft es der deutsche Nachwuchs ins Viertelfinale. Mit dabei: der Solinger Luca Münzenberger. Die aktuelle WM ist mittlerweile wegen Corona-Fällen bei anderen Teams abgebrochen.

Rekord des Jahres

Josefine Meerkamp erhält einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Mit ihren 76 Jahren wird die Solingerin dort als älteste Handballerin der Welt geführt. Aktiv ist die Kreisläuferin für das dritte Team des Wald-Merscheider TV in der Kreisliga.

Einstieg des Jahres

Peter Resvanis (03) will Solingens Fußball nach vorne bringen.

Quasi wie aus dem Nichts ins Fußball-Rampenlicht: Schafft es Peter Resvanis endlich, die Kicker-Gilde der Klingenstadt gen Oberliga zu bringen? Der 54-jährige Ex-Torhüter hat bei der 1. Sportvereinigung Wald 03 in mehrerlei Hinsicht schon einiges bewirkt. So auch die Herbstmeisterschaft des ersten Senioren-Teams in der Bezirksliga. Trotz unterschiedlicher Richtungen – dem VfB droht der Abstieg aus der Landesliga – wird die Wiederaufnahme von Gesprächen über eine gemeinsame Zukunft zum Thema. Ein vielversprechender Ansatz!

Testung des Jahres

Corona hat den Solinger Sport auch 2021 kräftig in Atem gehalten. Der Aufwand für die Paladins-Footballer ist schon enorm, um überhaupt eine Trainingseinheit durchzuführen. 52 Spieler plus Coaches und Funktions-Crew werden dafür Mitte April in Eigenregie getestet. Nach 21 Monaten Pause gibt es dann wieder Zweitliga-Football, am Ende einer abgespeckten Saison mit Heimspielen vor begeisterten Fans im Walder Stadion steht der fünfte Platz.

Bau des Jahres

An der Höher Heide sind die Arbeiten für den zweiten Kunstrasenplatz schon weit gediehen. Der dort beheimatete TSV hat mittlerweile die Baugenehmigung für sein Vereinsgebäude in unmittelbarer Nachbarschaft erhalten. „Ein Quantensprung hin zum Sportpark Aufderhöhe“, sagen Clubchef Ernst Kugel und Vereinsmanager Yorik Heiber.

Wechsel des Jahres

Solingens Basketballer trennen sich mit etwa 250 Mitgliedern von der TSG. Und kurze Zeit später tun die „Sharks“ kund, unter welches Dach es sie zieht: unter das des HSV Solingen-Gräfrath. Damit erweitert der zuvor reine Handballverein überraschend sein Portfolio. Die Ziele sind ehrgeizig, so soll es für die Männer eine höhere Spielklasse als die Oberliga werden.

Höhenflug des Jahres

Top-Trainerin Kerstin Reckenthäler

Für den sorgen die Zweitliga-Handballerinnen des HSV Solingen-Gräfrath zunächst mit Platz fünf in der Saison 2020/21 und erst recht danach. Klasse Personalpolitik, ein Ausbau der Infrastruktur, neue Partner und mehr führen zu einer beeindruckenden Erfolgsserie. Und als aktueller Tabellenführer mit 23:3-Punkten gibt es sogar den Titel Weihnachtsmeister. Der von Top-Trainerin Kerstin Reckenthäler geformte Mix aus gestandenen Spielerinnen und großen Talenten verspricht noch eine Menge.

Rettung des Jahres

Nach einer enttäuschenden Saison kommt es für die Alligators knüppeldick. Auf der vergeblichen Suche nach einem neuen Vorstand droht nach 30 Jahren sogar das Aus des Vereins. Nachdem klar wird, dass es Bundesliga-Baseball beim zweifachen Deutschen Meister vorerst nicht geben wird, kann zumindest das kapitale Fiasko vermieden werden. Unter Markus Meyer findet sich ein Vorstandsteam, das für neue, erfolgsorientierte Strukturen sorgen will.

Comeback des Jahres

2020 war es eigentlich schon geplant, mit einem Jahr Verzug – coronabedingt – beendete das Festival an der Burger Landstraße die langjährige reitsportliche Turnier-Diaspora. Beim bestens vorbereiteten Reitverein Jagenberg werden die Erwartungen übertroffen. „Die Solinger begeistern“, war der Wunsch des Organisationsteams rund um Katja Herrguth und Top-Dressurreiterin Paulina Holzknecht – und das Konzept beim Reitsport-Festival geht umfänglich mit großer Zuschauerresonanz auf. Da passt es ins reitsportliche Wohlgefühl, dass mit Hans-Joachim Erbel der neue Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung ein Solinger ist.

Thema des Jahres

Thema des Jahres: Arena statt Klingenhalle? Der Sanierungsbedarf für diese wird mit rund 20 Millionen Euro beziffert.

Die Planung einer Arena für Sport, Show und mehr beschäftigt durchgehend. Anfang Juli ist der Bau für Jörg Föste, Geschäftsführer eines möglichen Ankermieters Bergischer HC und mittlerweile auch Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes, zweifellos. Ende September sickert durch, dass der Weyersberg der Standort sein soll. Anfang Oktober erfolgt dann die Bestätigung: Die Stadt Solingen will die neue Arena bauen, verkündet Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Seitdem gibt es reichlich Diskussionen um das 50-Millionen-Euro-Projekt – und noch keinen politischen Grundsatzbeschluss.

Weggang des Jahres

Sebastian Hinze

Ausgerechnet in unserer Ausgabe vom 1. April ist es zu lesen, aber weit entfernt vom Aprilscherz. Sebastian Hinze wird den Bergischen HC zum Saisonende 2022 verlassen und – wie später publik wird – zu den Rhein-Neckar Löwen wechseln. Im Mai 2012 hatte der 42-Jährige erstmalig die Profis betreut und ist der aktuelle Erstliga-Trainer mit der längsten Amtszeit. Die neue Ära soll Jamal Naji prägen, noch in Diensten von Zweitligist Tusem Essen.

Auszeichnung des Jahres

Zwei Solinger erhalten das Bundesverdienstkreuz. Über die Auszeichnung darf sich zuerst Horst Rosenstock freuen, der im Sport insbesondere über seine Badminton-Tätigkeit beim STC Blau-Weiß Bekanntheitsgrad erlangt hat. Der zweite ist Guido Rohn, dessen Name unter anderem untrennbar mit der Förderung des Walder Stadions verbunden ist.

Trennung des Jahres

Die Wege des Fechtzentrums Solingen und seines Cheftrainers für die Säbelfechter trennen sich – unter Vitaliy Chernous war eine Ära mit zahlreichen Titelgewinnen in Deutschland geprägt worden. Jetzt ist in dieser Sparte erst mal Breitensport angesagt.

Doppelschlag des Jahres

Den könnten die Faustballerinnen des Ohligser TV landen. Auf dem Feld geht es mit einer perfekten Saison in die 1. Bundesliga. Und bislang hat das Team auch in der Halle alles gewonnen, strebt ebenfalls in Richtung Erstklassigkeit.

Aufstieg des Jahres

In Solingens Herren-Tennis geht es hochklassig zu. Der STC 02 schafft über die wegen der Flut nicht ausgetragene Abstiegsrelegation den Klassenerhalt in der 3. Liga. Der TC Ohligs 1914 setzt seine Aufstiegsserie fort und ist nun erstmalig gleichauf mit den Widdertern. Zum direkten Duell wird es vorläufig im Sommer nicht kommen, die Teams sind in verschiedene Gruppen gesteckt worden.

Ereignis des Jahres

Die Olympischen Spiele in Tokio dürfen auch Athleten aus der Klingenstadt genießen. Mit der Empfehlung von WM-Silber angereist, ist für den im Sommer vom Bergischen HC zu den Füchsen Berlin wechselnden schwedischen Handball-Profi Max Darj im Viertelfinale Endstation. Säbel-Ass Richard Hübers verfehlt mit Team Deutschland knapp Bronze für die Fechter, bei denen André Sanità (Florett) ebenfalls auf die Planche geht. Bei den Paralympics gewinnt Thomas Rau vom Reha- und Behindertensport Solingen die Bronzemedaille im Tischtennis.

Abbau des Jahres

Die Zeiten eines Schmuckstücks sind vorbei. Am Schmalzgraben wird der Mietvertrag für die Bahnen der Blau-Weiß-Sportkegler gekündigt, die moderne Bahn muss abgebaut werden. Und ist mittlerweile verkauft. Der Verein aus Solingen und Hilden trägt seine Heimspiele nunmehr in Langenfeld aus und wird es sehr schwer haben, die 2. Bundesliga zu halten – ein trister Blick in die Zukunft.

Zwischenfall des Jahres

Keine 52 Minuten sind gespielt, als es im Duell der Handball-Bundesligisten BHC und HSG Wetzlar zu einem medizinischen Notfall kommt. Alles Mögliche wird in der Wuppertaler Unihalle getan, um dem Zuschauer zu helfen. Die Teams verständigen sich schnell auf einen Abbruch, das Publikum verhält sich vorbildlich. Wenige Tage später verstirbt der 84-Jährige – die Trauer ist nicht nur bei seiner Familie mit Ex-Fußball-Nationalspieler Holger Fach als Sohn groß.

Kuriosum des Jahres

Corona hat in vielen Sportarten zu Ausfällen, Beeinträchtigungen und modifizierten Meisterschaftsmodi geführt. In der Schach-Bundesliga wird sogar der Meister 2019/21 gekürt, nachdem der nationale Titelträger für 2020 schon in einem zentralen Turnier ermittelt worden war. Mit Platz vier übertrifft die SG Solingen die Erwartungen.

Jubiläum des Jahres

Runde 100 Jahre alt wird der Solinger Hockey-Club, der auf eine wechselvolle Historie blicken darf. Auch schon in höheren Klassen aktiv, wird heute nur noch zur Freude am Sport und Miteinander gespielt – bei den „Klingenschrubbern“ und beim Wald-Merscheider TV.

Erlösung des Jahres

Eine Platzierung im umkämpften Mittelfeld – so lautet im Sommer die verbreitete Prognose für Handball-Bundesligist Bergischer HC. Nach dem auch quarantänebedingten Einbruch der Vor-Saison läuft es bis Ende Oktober gut, dann setzt es bei zum Teil desolaten Auftritten 1:15-Punkte. Auf der Zielgeraden des Jahres lassen das 27:27 in Lemgo und 27:26 in Hamburg das Abstiegsgespenst nicht zu nahe an das Bergische Land heranrücken.

Das neue Jahr

Nächste Woche veröffentlichen wir eine Seite mit den uns vorliegenden Sport-Terminen zu 2022. Wir freuen uns kurzfristig über Zuschriften:

lokalsport @solinger-tageblatt.de

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