Die Woche im Sport von Thomas Rademacher

Die Hinze’sche Konsequenz beim Bergischen HC

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de
+
thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Die Katze ist jetzt also endlich aus dem Sack: Sebastian Hinze übernimmt zur Saison 2022/23 die Rhein-Neckar Löwen.

Es ist eine Nachricht, die nicht mehr überraschend kam. Dass der Trainer von Handball-Bundesligist Bergischer HC seinen bis zum 30. Juni 2022 laufenden Vertrag nicht verlängert, steht schon seit einer Weile fest. Dass die Rhein-Neckar Löwen sein neuer Arbeitgeber werden, hatte sich zunächst angedeutet und war dann aus Mannheim nach und nach ein bisschen mehr durchgesickert. Nun aber ist es offiziell, und der Trainer nimmt Glückwünsche zu seiner neuen Position an. Dabei bleibt es dann aber auch. Warum ihn der Posten bei den Rhein-Neckar Löwen reizt, verrät der 41-Jährige noch nicht.

In den kommenden 15 Monaten möchte er ausschließlich Fragen zum BHC beantworten. Das muss man so respektieren. Er könnte zwar am Tag der offiziellen Bekanntgabe seitens der Mannheimer eine einmalige Ausnahme machen und zwei, drei Sätze über den Karriereschritt aussprechen. Doch es passt eben auch zur Hinze’schen Konsequenz, darauf zu verzichten. Und dabei wird es bleiben – mindestens bis zum letzten Saisonspiel der Spielzeit 2021/22.

Dass er dieses als Coach des Bergischen HC erleben wird, ist nahezu sicher. Denn die Rhein-Neckar Löwen installieren in der kommenden Saison ihren bisherigen Co-Trainer als Übergangslösung. Damit dürften die Zweifel, ob Hinze seinen Vertrag im Bergischen Land tatsächlich erfüllt, ausgeräumt sein. Es ist anzunehmen, dass den Mannheimern ein vorzeitiger Wechsel nach der laufenden Saison noch viel besser gefallen hätte. Nachvollziehbar ist es aber auch, dass der Bergische HC auf der Suche nach einem neuen Trainer nichts überstürzen möchte. Zudem gehört die Einhaltung des Kontrakts doch auch zur Hinze’schen Konsequenz. Diese stimmt dann auch zuversichtlich, dass es ihm gelingen wird, Gegenwart und Zukunft absolut sauber zu trennen und auch in der kommenden Saison mit gewohnter Leidenschaft seine Bergischen Löwen zu coachen.

Mit denen wartet der Trainer weiterhin auf den ersten Punkt überhaupt gegen den THW Kiel. Das 30:33 in der Wunderino-Arena war achtbar – nicht zuletzt auch aufgrund der zurückliegenden Quarantäne und sieben Ausfällen. Hinze vermeidet es aber, die Situation zu beklagen. Dasselbe gilt für die Mannschaft. So wollte zum Beispiel Rückraum-Linkshänder David Schmidt nicht einmal das Wort „Rumpfkader“ als Betitelung zulassen. Nein, so der allgemeine Tenor, der BHC habe immer noch eine wettbewerbsfähige Bundesliga-Mannschaft ins Rennen geschickt.

Die Haltung, die sich vor und nach dem Spiel im Übrigen nicht im Geringsten unterschieden hat, nötigt einem einen gewissen Respekt ab. Bei vielen anderen Bundesligateams dominierte rund um Corona-Ausfälle und fehlenden Spiel- sowie Trainingsrhythmus das Hadern darüber. In der Sache mag das sogar an der einen oder anderen Stelle gerechtfertigt sein, doch beim BHC bleibt nicht nur Hinze konsequent: Vorrangig ist man froh, in turbulenten Zeiten wie diesen sportlichen Wettbewerb betreiben zu dürfen. Das steht über allem.

TOP Suportschütze Bastian Blos qualifiziert sich für die EM und hat nun die Chance auf Olympia.

FLOP Ernste Corona-Lage bereitet auch Sportlern Sorgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Historische WM mit Solinger Zutaten
Historische WM mit Solinger Zutaten
Historische WM mit Solinger Zutaten
Zeitplan im Kreispokal gerät arg ins Wanken
Zeitplan im Kreispokal gerät arg ins Wanken
Zeitplan im Kreispokal gerät arg ins Wanken
André Sanità landet Volltreffer auf und neben der Planche
André Sanità landet Volltreffer auf und neben der Planche
André Sanità landet Volltreffer auf und neben der Planche
Unding: Amateur- und Jugendsportler vor nächster Pause
Unding: Amateur- und Jugendsportler vor nächster Pause
Unding: Amateur- und Jugendsportler vor nächster Pause

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare