Handball, 2. Bundesliga

Die grandiose HSV-Serie hält

Nach ihrer Vertragsverlängerung bot Mandy Reinarz als Spielmacherin mal wieder eine starke Leistung. Foto: Kurt Kosler
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Nach ihrer Vertragsverlängerung bot Mandy Reinarz als Spielmacherin mal wieder eine starke Leistung.

Unterhaltsam, spannend, kampfbetont – das Zweitliga-Duell zwischen dem mit 31:28 (18:14) siegreichen HSV Solingen-Gräfrath und der TG Nürtingen hatte es in sich.

Von Lutz Clauberg

„Das war hart erkämpft“, sagte Manager Stefan Bögel, der sich nicht nur über die Zähler 17 und 18 freute: Kapitänin Mandy Reinarz – sie gehörte auch beim fünften Heimsieg zu den Besten – hat bis zum 30. Juni 2023 verlängert (|  Kasten).

Dass die großartige Heimserie gegen einen starken Gegner hielt, hing am seidenen Faden. Trainerin Kerstin Reckenthäler war schon nach vier Minuten kurz davor, die grüne Auszeit-Karte zu ziehen. „Zum Glück habe ich es nicht gemacht“, sagte sie in der Nachbesprechung, denn: „Ich war mir ziemlich sicher, dass wir uns wieder fangen würden.“ Das geschah nach dem 4:1 (4.) durch die Zweitliga-Top-Torschützin Kerstin Foth in kleinen Schritten. Mit der sich langsam steigernden Torhüterin Natascha Krückemeier und deutlich engagierterer Abwehrarbeit bekam der Angriff mehr Sicherheit.

Reichlich Stoff für Diskussionen bot eine Entscheidung der Schiedsrichter Marvin Cesnik/Jonas Konrad, die schon einige Male in der Klingenhalle zu Gast waren und eigentlich immer gut bis sehr gut leiteten, am Samstagabend indes einen ziemlich schwachen Tag erwischt hatten. In der 18. Minute – es stand 11:11 – zielte Krückemeier einen weiten Gegenstoß-Pass auf die durchstartende Franziska Penz. Die Linksaußen bog ab der Mittellinie nach innen ab und bekam nicht mit, dass die recht frisch eingewechselte Lena Schmid den Torraum verlassen und sich in Höhe der Freiwurf-Linie positioniert hatte. Die Torhüterin fing den Pass sicher ab – Penz lief vielleicht eine Sekunde später in die Nürtingerin rein. Den Zusammenprall werteten die Referees als eine gesundheitsgefährdende Aktion und gaben die Rote Karte. „Ich weiß nicht, ob man Rot geben muss“, meinte Kerstin Reckenthäler. „Auf jeden Fall war die Entscheidung nicht spielentscheidend.“

Überragender Kampfgeist des HSV

Auf jeden Fall pfiffen die Schiedsrichter weiter mehr schlecht als recht. Auf beiden Seiten allerdings. Der HSV blieb aber cool und schüttelte Nürtingen gnadenlos ab. Vanessa Brandt, in der Torjägerliste erste Verfolgerin von Kerstin Foth, sorgte mit ihrem Treffer zum 18:12 in der 26. Minute für strahlende Gesichter. Fortan schlichen sich aber Fehler ein. Brandt und Lucy Jörgens bekamen Probleme in der Abwehr mit der körperlich präsenten Kreisläuferin Delia Cleve, auch Rechtsaußen Nina Fischer überzeugte.

Nürtingen mit der überragenden Torhüterin Christine Hesel machte mit Wiederanpfiff stark weiter. Der Halbzeit übergreifende 7:0-Lauf zum 18:19 (37.) forderte den HSV heraus. Die kämpferischen Tugenden waren mehr denn je gefragt. Cassandra Nanfack packte gegen die zwei Köpfe größere Lea Schuhknecht gnadenlos zu. Mandy Reinarz haute alles rein. Vanessa Brandt zeigte reichlich Emotionen nach ihrem Top-Konter zum 23:22 (44.). Auf Nürtinger Seite ließ Kerstin Foth nicht locker und gewann das Duell gegen Vanessa Brandt mit 12:11 – der HSV indes holte die Punkte. Auch dank Joker-Toren der filigranen Linkshänderin Jule Polsz. Nürtingen hatte ab der 24:23-Führung (49.) plötzlich Ladehemmung. Der 5:0-Lauf des HSV war aber immer noch nicht genug, denn Kerstin Foth traf zum 28:29 per Strafwurf. Cassandra Nanfack erlöste ihre Farben schließlich mit vollem Körpereinsatz, Polsz gab Nürtingen den Rest.

HSV: Krückemeier, Fahnenbruck, Gün (nicht eingesetzt = n.e.); Brandt (11, 4), Nanfack (6), Reinarz (4), Senel (3), Polsz (2), Müller (2), Karathanassis (1), Jörgens (1), Penz (1), Kamp, Weyh, Tesche (n.e.), Clauberg (n.e.)

Rund um den HSV

Verlängert: Vor dem Nürtingen-Spiel einigten sich Manager Stefan Bögel für die Spielbetriebs-GmbH und Mandy Reinarz auf die Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2023. Seit 2018 für den HSV am Ball, ist die 30 Jahre alte Spielgestalterin und Abwehr-Chefin „ein echtes Vorbild für die jungen Spielerinnen. Sie gibt immer 100 Prozent“, sagt Trainerin Kerstin Recken-thäler. Auch dank der seit einigen Jahren in Solingen wohnhaften Reinarz festigte der HSV den zweiten Tabellenplatz. „Sie steht für den Erfolg des Vereines und hat die Mannschaft in den letzten Jahren erfolgreich angeführt“, meinte Bögel nach der „wichtigen und unkomplizierten“ Vertragsverlängerung.

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