Handball

Die Füchse ziehen durch das 29:27 gleich

Natascha Krückemeier bot eine überragende Leistung im HSV-Tor – ihre Berliner Kollegin allerdings auch. Foto:
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Natascha Krückemeier bot eine überragende Leistung im HSV-Tor – ihre Berliner Kollegin allerdings auch.

Handball, 2. Bundesliga: Der HSV Solingen-Gräfrath kassiert seine erste Niederlage

Von Lutz Clauberg

Die Tabelle, das betont Kerstin Reckenthäler in schöner Regelmäßigkeit, interessiere sie nicht wirklich. Dass der von ihr so erfolgreich trainierte HSV Solingen-Gräfrath nach fünf Spieltagen ungeschlagen vom Platz an der Sonne gegrüßt hatte, sah die 39 Jahre alte Ex-Nationalspielerin als tolle Momentaufnahme an. Und deshalb brach sie nun, nach der ersten Saisonniederlage, auch nicht in Trauer aus. „Berlin ist schon verdammt gut besetzt und hat viel mehr Alternativen auf der Bank“, sagte sie nach dem 29:27 (10:11) aus Sicht der „Spreefüxxe“, die ein ernstzunehmender Kandidat für den Erstliga-Aufstieg sind.

„Nur zehn Tore in der ersten Halbzeit zuzulassen, ist super.“

Kerstin Reckenthäler, HSV-Trainerin

In der Sporthalle Charlottenburg trat der HSV vom Anpfiff weg ausgesprochen fokussiert auf. Zwei saubere Konter durch Cassandra Nanfack und Mandy Reinarz zur 2:0-Führung sorgten für Selbstvertrauen, bis zum 7:4 in der 15. Minute lief es eigentlich wie am Schnürchen. Aber: Das Überzahlspiel funktionierte erneut überhaupt nicht. „Da müssen wir noch ran“, sagte Kerstin Reckenthäler zu diesem leidigen Thema, das den HSV schon länger begleitet.

Berlin kam langsam aber sicher besser in die Hufe, ohne zu glänzen. Es entwickelte sich ein ausgesprochen interessantes (Torhüter-)Spiel mit zwei echten Könnerinnen zwischen den Pfosten. Die Solingerin Natascha Krückemeier hielt auch die schwierigsten Würfe aus der Nah- und Fernwurfzone, die Berlinerin Chantal Pagel stand ihr in keiner Weise nach. Pagel hatte dabei eine Abwehr vor sich, die schon von der Tribüne aus Respekt einflößend wirkte. Vesna Tolic war mit ihren 1,85 Metern Körpergröße neben Tina Wagenlader (1,82 m) der zentrale Baustein einer sehr defensiv ausgelegten 6:0-Verteidigung, die sehr hart zupackte, ohne dabei großartig unfair aufzutreten. Daran biss sich der HSV die Zähne aus – zumal auch Top-Torjägerin Vanessa Brandt vor nur 125 Zuschauern ihre wohl schlechteste Saisonleistung zeigte und kein Faktor war. Die Gäste führten dennoch zur Pause, weil die Hintermannschaft mit der überragenden Carina Senel mindestens so gut stand wie die der Spreefüxxe und durch einige Balleroberungen Konterchancen ermöglichte. „Nur zehn Tore in der ersten Halbzeit zuzulassen, ist schon super“, meinte Kerstin Recken-thäler.

Doch irgendwann passierte das, was passieren musste. Der HSV bekam vorne kaum noch etwas auf die Kette, die Konzentration ließ nach, die eine oder andere Chance machte Chantal Pagel zunichte. Ein feiner Kempa-Trick durch die sehr starke Lynn Molenaar sorgte für die 19:16-Führung in der 44. Minute. Nach Molenaars Treffer zum 25:19 (52.) nahm Reckenthäler ihre dritte Auszeit. Der Wachrüttel-Effekt funktionierte, statt einer möglichen Zehn-Tore-Klatsche trat der entthronte Tabellenführer mit einer weiß Gott nicht so schmerzhaften Niederlage die Heimfahrt an. Reckenthäler: „Die Stimmung war gut im Bus.“ Denn die letzten acht Minuten gehörten dem HSV, bei dem Luca Tesche eine couragierte Vorstellung zeigte und Cassandra Nanfack immer wieder ihre absolute Willenskraft demonstrierte. Vermisst wurden die beiden Ausfälle: Lara Karathanassis hätte in der ausgesprochen intensiven Partie als Back-Up eine wichtige Aufgabe übernehmen können, Jule Polsz womöglich durch ihre Schnelligkeit Impulse setzen können.

HSV: Krückemeier, Fahnenbruck; Nanfack (10, 5), Reinarz (4), Tesche (3), Brandt (3, 1), Kamp (2), Penz (2), Weyh (2), Senel (1), Münch, Müller

2. Bundesliga

Aufsteiger: Zwei Neu-Zweitligisten sorgten in Runde sechs für Furore: Der ESV Regensburg setzte sich seriös in Bremen durch, und plötzlich punktete auch der mit 42:29 in Herrenberg siegreiche MTV Heide.

Pokal: Der HSV-Gegner Thüringer HC scheiterte im Europapokal an Molde. Somit steht dem Achtelfinalspiel am 13. November (Anpfiff 18.15 Uhr) in der Klingenhalle nichts mehr im Wege.

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