Handball-Bundesliga

Der Weg des Bergischen HC aus der Verunsicherung

Sebastian Damm traf bei der 31:32-Niederlage im Hinspiel vier Mal. Am Mittwoch könnte er zu seinem Comeback nach überstandener Corona-Infektion kommen. Foto: Mathias M. Lehmann
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Sebastian Damm traf bei der 31:32-Niederlage im Hinspiel vier Mal. Am Mittwoch könnte er zu seinem Comeback nach überstandener Corona-Infektion kommen.

Am Mittwoch ist die MT Melsungen zu Gast in der Klingenhalle – die Löwen wollen sich steigern.

Von Thomas Rademacher

Konsterniert wirkte Trainer Sebastian Hinze am Donnerstagabend. Der Trainer des Bergischen HC hatte gerade mitansehen müssen, wie seine Mannschaft beim 22:28 (14:13) eine dicke Packung bei den Eulen Ludwigshafen kassiert hatte. „Das war natürlich eine Enttäuschung“, blickt der Coach zurück. „Aber wir haben es analysiert und unsere Schlüsse daraus gezogen.“ So treten die Löwen mit einem klaren Plan am Mittwoch (20.30 Uhr, Klingenhalle) gegen die MT Melsungen zur nächsten Herausforderung in der Handball-Bundesliga an.

Die Analyse

Zwischen der 37. und 50. Minute gab der BHC die Partie in Ludwigshafen aus der Hand. Ein 0:7-Lauf brachte die Gäste mit 17:22 ins Hintertreffen. Doch für Hinze war dies nicht einmal der springende Punkt. „Das war gar nicht unsere schlechteste Phase, weil wir da auch klare Chancen hatten, die Torhüter Martin Tomovski alle entschärft hat“, erläutert der Coach. „So etwas kommt vor. Viel entscheidender war, dass wir auch in den restlichen 47 Minuten – trotz zwischenzeitlicher Führung – niemals richtig Zugriff aufs Spiel hatten. Wir haben im Angriff schlechte Entscheidungen getroffen, sahen nicht eingespielt aus und müssen einfach sehen, dass wir noch nicht da sind, wo wir vor der doppelten Quarantäne waren.“

Der Status

Die Situation ist mit der einer großen Verunsicherung zu vergleichen. „Natürlich ist das erklärbar“, betont Hinze, der kein Freund davon ist, als Begründung für schwache Auftritte die Quarantäne heranzuführen. „Aber letztlich ist es eben auch eine Feststellung, dass man im Sommer vier Wochen frei hat und sich danach sieben Wochen zur Vorbereitung auf die neue Saison nimmt. Wir haben fünf Wochen kaum trainieren können, sind aber direkt wieder im Wettkampfgeschehen. Auch deshalb sind wir so wenig eingespielt wie eine verunsicherte Mannschaft.“

Die Konsequenz

Hinze will der Mannschaft durch eine Vereinfachung des Spielsystems zu neuer Sicherheit verhelfen. „Wir brauchen klare Aufgaben, klare Ideen und eine gewisse Sturheit in der Anwendung, um wieder richtig reinzukommen. Das ist die Grundidee für die nächsten beiden Spiele“, sagt der Trainer mit Blick auf die Partien gegen Melsungen und in Balingen (Samstag, 18.30 Uhr). Wichtig ist ihm dabei: „Der Maßstab darf nicht die Form sein, die wir vor der Corona-Zwangspause hatten.“

Die Taktik

Wie genau der Leitfaden gegen die MT Melsungen aussieht, möchte Sebastian Hinze nicht verraten: „Das würde zu viel vorwegnehmen. Im Spiel wird man das dann aber hoffentlich gut erkennen können.“ Grundsätzlich liegt die volle Konzentration noch mehr als sonst auf der eigenen Leistung. „Es fühlt sich ein wenig an wie der Saisonstart. Wir konzentrieren uns auf die Dinge, die wir beeinflussen können“, sagt Hinze.

Der Gegner

Für die MT Melsungen ist die Lage freilich eine andere. Die ambitionierte Mannschaft befindet sich im Rhythmus, zeigt aber nicht die Konstanz, die viele von ihr erwarten. Mit 30:24-Punkten hat das Team aus Kassel nur einen Zähler mehr als der BHC, verfügt aber über einen deutlich höheren Etat. Alleine sechs deutsche Nationalspieler befinden sich im Kader, der zuletzt wieder auf eine kompaktere Deckung gesetzt hat. „Das liegt sicher auch an Felix Danner, der dem Innenblock viel Stabilität verleiht“, weiß Hinze. Danner jedoch hat sich einen Nasenbeinbruch zugezogen, spielte daher zuletzt in Minden nicht und dürfte für das Duell im Bergischen wohl ebenfalls ausfallen. Hinze: „Daher rechnen wir auch mit offensiveren Abwehrvarianten – speziell, wenn wir gut in die Begegnung hereinfinden sollten.“

Offensiv verfügt die MT mit Julius Kühn, Kai Häfner und Spielmacher Domagoj Pavlovic über eine auch individuell starke Rückraum-Achse. Rechtsaußen Timo Kastening ist auf seiner Position zudem derzeit wohl bester Spieler der Liga.

Rund um den Bergischen HC

Personal: Wie zuletzt werden wohl mindestens 17 Spieler des Kernkaders zur Verfügung stehen. Eine weitere Option könnte Sebastian Damm sein. Seine Corona-Infektion war schwer, doch der Linksaußen trainiert wieder voll.

Bilanz: Lange war Melsungen so etwas wie der Angstgegner des BHC. Nach elf Niederlagen in Folge gelang im April 2019 beim 25:24 der erste Sieg und im August ein 24:24. Die beiden jüngsten Auswärtsspiele verloren die Bergischen.

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