Handball

Der HSV Solingen-Gräfrath jubelt gleich doppelt

Cassandra Nanfack setzte beim Auswärtssieg in Harrislee die Glanzlichter. Foto: Kurt Kosler
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Cassandra Nanfack setzte beim Auswärtssieg in Harrislee die Glanzlichter.

Frauenhandball: Der BHC lässt im äußerst mäßigen Oberliga-Derby nichts anbrennen.

Von Lutz Clauberg

Den Tabellenführer ärgern – das war das Ziel des TSV Nord Harrislee. Das gelang dem befreit aufspielenden Tabellenneunten mit Nachdruck. Der HSV Solingen-Gräfrath kämpfte sich in der Holmberghalle nach allen Regeln der Kunst durch und konnte sich auf die sensationell auftrumpfende Cassandra Nanfack als treibende Kraft verlassen. Neun Treffer gelangen ihr beim 18. Saisonsieg, der mit 33:30 (13:9) einigermaßen knapp ausfiel. Bereits auf der Rückfahrt im Reisebus gab es den zweiten Grund zum Jubeln: Frisch Auf Göppingen, bis dahin nach Minuszählern besser als der Primus HSV und dessen punktgleicher Verfolger Waiblingen, leistete sich vor stattlichen 400 Besuchern eine Heimniederlage gegen die Kurpfalz Bären. „Ich wünsche mir für das Spiel am Samstag gegen Göppingen ganz viele Zuschauer, die uns unterstützen“, sagt Trainerin Kerstin Reckenthäler – die zudem betont: „Es ist nicht nur das Göppingen-Duell. Wir müssen noch zweimal gegen Waiblingen ran. Und unter anderem nach Nürtingen, Ketsch und Lintfort.“

„Einzelaktionen haben das Spiel entschieden“

HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler

Wie nicht anders zu erwarten, startete der Tabellenführer mit Natascha „Taschi“ Krückemeier zwischen den Pfosten – die 29 Jahre Torhüterin, krankheitsbedingt gegen die Füchse Berlin nicht im Kader, zeigte schon in der Anfangsphase ihre Klasse. In der dritten Minute standen bereits drei gehaltene Bälle auf ihrem Statistik-Blatt. Aber: Der HSV kam nach der 2:0-Führung (3.) nicht von der Stelle. Harrislee gelang die erste Führung zum 6:5 (17.) durch Madita Jeß, Jahrgang 2000, vor der Kerstin Reckenthäler eindringlich gewarnt hatte. Nach einer Auszeit war der HSV wieder besser drauf. „Taschi hat in der ersten Halbzeit überragend gehalten“, meinte Reckenthäler, denn die Torhüterin machte einiges wett. Kurz vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Nanfack und Mandy Reinarz kassierten Zeitstrafen – trotzdem traf Jule Polsz zum 12:8 (29.), nachdem Krückemeier einen Strafwurf parierte. In der 30. Minute sah Carina Senel die rote Karte nach einem Foul an der durchbrechenden Jeß. Reckenthäler: „Sie darf da nicht hingehen, aber die Karte war zu hart.“ Das Gespann Klinke/Klinke, zuletzt beim Heimsieg gegen die Spreefüxxe im Einsatz, wollten offenbar ein Exempel statuieren. Sie kommen aus Bordesholm, nur 100 Kilometer vom Spielort entfernt. Der Harrisleer Coach Olaf Rogge, wohnhaft auf Sylt und zum Saisonende weg vom TSV Nord, stellte seine Truppe top ein. „Harrislee hat das wirklich gut gemacht“, befand Reckenthäler.

Beim 22:23 (48.) aus Sicht der Gastgeberinnen war sogar Zittern angesagt – und die 20:15-Führung (40.) fast dahin. „Das war ein harter Kampf. Einzelaktionen haben das Spiel entschieden“, lautete Reckenthälers Fazit. Neben Nanfack übernahm Vanessa Brandt Verantwortung. Merit Müller stand im Mittelpunkt, genau wie Mandy Reinarz.

HSV: Krückemeier, Gün; Nanfack (9, 2), Brandt (8, 2), Reinarz (4), Müller (4), Polsz (3), Senel (2), Penz (2), Weyh (1), Tesche, Jörgens

Oberliga: Bergischer HC - HSV Solingen-Gräfrath II 29:18 (17:11). Der BHC lief nie Gefahr, das Derby zu verlieren. Zufrieden war Trainer Lars Faßbender dennoch nicht: „Der HSV hat sich mehr engagiert. Keiner weiß warum wir plötzlich mit fünf Toren geführt haben.“ HSV-Coach Alexander Braun lieferte die Erklärung. „So stark wir hinten waren, so viele Fehler haben wir vorne produziert.“ Mit einer noch deutlich höheren Fehlerquote agierten die Schiedsrichter, deren Leistung in jeder Hinsicht ungenügend war. Beste Spielerinnen waren Sina Pilgram (BHC) und Sophia Dorgathen (HSV).

BHC: Naßenstein, Federschmidt, S. Karsch; Pilgram (6), Ruthenbeck (5), Winkelhoch (4), Meyer (4), Blume (3), Prehn (3, 1), Sosnierz (2), Doevenspeck (1), Michalik (1), A. Karsch

HSV II: Cürten, Wahlen; Pohlenz (4), Dorgathen (4, 1), Pannes (3), Taymaz (3, 3), Rauer (2), Pasternak (1), Kozik (1), Bauer, Schloßmacher

2. Bundesliga

Trainerwechsel: Beim TVB Wuppertal wird schon wieder ein neuer Trainer gesucht. Die anstelle von Dominik Schlechter geholte Maja Zrnec ist nicht mehr im Amt. Beim 22:24 gegen Waiblingen coachte Oliver Bratzke.

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