Die Woche im Sport von Thomas Rademacher

Der Bergische HC ist ohne Hinze kaum noch vorstellbar

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de
+
thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Die Rhein-Neckar Löwen gehören zu den absoluten Spitzenteams in Deutschland – und damit auch in Europa. Diese Aufgabe bietet für jeden Trainer eine Riesenchance.

Überraschend kam die Nachricht aus Mannheim nicht, dass die Rhein-Neckar Löwen Interesse an Sebastian Hinze als Trainer haben sollen. Seit 2012 ist der Wuppertaler beim Bergischen HC im Amt. Die Entwicklung spricht trotz eines Abstiegs in der Saison 2016/17 für sich. Der Club ist nicht mehr mit dem von vor neun Jahren zu vergleichen. Die Strukturen sind professioneller, der sportliche Anspruch und Erfolg größer geworden. Das ist nicht ausschließlich Sebastian Hinze zu verdanken, aber er hat daran einen gehörigen Anteil. Der Verein ist beispielsweise zu einer Top-Adresse für extrem talentierte, aufstrebende Handballer geworden, weil Hinze bewiesen hat, dass er sie entwickeln kann. Eines der jüngsten Beispiele dafür ist Lukas Stutzke, der im Januar sogar für die Weltmeisterschaft in Ägypten nachnominiert wurde. Dazu loben die BHC-Spieler seit vielen Jahren Hinzes akribische Vorbereitung, die auf jeden Gegner individuell abgestimmt wird.

Sein Erfolg ist in dieser Saison auch in der Tabelle ablesbar. Aktuell belegen die Bergischen den sechsten Platz und gehören zu den konstantesten Mannschaften der Bundesliga. Daher wundert es kaum, dass sich die Rhein-Neckar Löwen bei ihm melden, um über die Nachfolge des im Sommer aufhörenden Martin Schwalb zu sprechen. Bestätigt hat Hinze dies übrigens nicht, doch der Mannheimer Morgen will davon erfahren haben, dass der BHC-Coach auf einer Liste mit namhaften Trainern wie Dagur Sigurdsson und Christian Berge steht. Letzterer hat den Kontakt gegenüber der Tageszeitung auch bestätigt, so dass es sich ziemlich sicher nicht um bloße Spekulation handelt.

Doch ist ein Wechsel tatsächlich realistisch? Mein erster Impuls war klar: Nein. Hinze liebt sein BHC-Team. Das ist spürbar. Er arbeitet mit der Mannschaft unheimlich gerne zusammen und ist sicher – mit Recht – stolz darauf, zu was dieses Team inzwischen imstande ist. Der 41-Jährige ist in Wuppertal geboren, ist ein Kind des Bergischen Landes, ist seit Gründung in irgendeiner Funktion beim BHC. Er hat sich einen Status erarbeitet, den er bei anderen Vereinen in dieser Form nicht hätte. So hielt der Club auch in sportlich schweren Zeiten an ihm fest. Konzeptionell ist die Mannschaft exakt nach seinen Wünschen zusammengestellt. Kurz gesagt: Der Bergische HC ist ohne Sebastian Hinze auf der Trainerbank kaum noch vorstellbar.

Nach etwas genauerer Überlegung sollte man einen möglichen Wechsel zu den Mannheimern aber doch nicht ins Reich der Fantasie verweisen. Die Rhein-Neckar Löwen gehören zu den absoluten Spitzenteams in Deutschland – und damit auch in Europa. Diese Aufgabe bietet für jeden Trainer eine Riesenchance. Eine, die sich Hinze verdient hat. Ein wenig stutzig macht auch, dass der Trainer zwar auf seine vertragliche Bindung beim BHC verweist, die Möglichkeit des Wechsels aber nicht klar dementiert. Das muss natürlich nichts heißen, aber es bietet Raum zu Spekulationen, die nur durch Hinze oder die Rhein-Neckar Löwen beendet werden können. Dies ist noch nicht geschehen. Daher gilt: Sag niemals nie.

TOP Handball: BHC und HSV befinden sich in der Erfolgsspur.

FLOP Wieder Handball: Amateursaison wurde für beendet erklärt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

BFC erkämpft sich zwei Titel
BFC erkämpft sich zwei Titel
BFC erkämpft sich zwei Titel
Akribische Ex-Fußballer setzen mit Tennis-Turnier ihren nächsten Meilenstein
Akribische Ex-Fußballer setzen mit Tennis-Turnier ihren nächsten Meilenstein
Akribische Ex-Fußballer setzen mit Tennis-Turnier ihren nächsten Meilenstein

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare