Handball

Der Aufderhöher Kapitän will kürzertreten

Florian Felder kann auch richtig schnell: Hier kommt Ex-Teamkollege Michael Schmitz kaum mit.
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Florian Felder kann auch richtig schnell: Hier kommt Ex-Teamkollege Michael Schmitz kaum mit.

Florian Felder gehört fortan zum Trainerteam und hilft vielleicht im Notfall aus.

Von Lutz Clauberg

Der Mann, der das erste Oberliga-Tor für den TSV Aufderhöhe erzielt hat, macht mit 29 Jahren Feierabend: „Ich werde nicht mehr spielen“, sagt Florian Felder.

Heino Kirchhoff (68) meldete sich beim Tageblatt, um über einen fortan größeren Trainerstab zu berichten. Florian Felder und Physiotherapeutin Viola Schreiber kämen zu seiner großen Freude hinzu, sagte Kirchhoff. Er kümmert sich gemeinsam mit Hendrik Röhrig um die Belange des Oberligisten. Auf die Frage, was denn mit Florian Felder sei, antwortete der A-Lizenz-Inhaber etwas verklausuliert: „Er hat gesagt, dass er nicht mehr spielen möchte. Aber ich kann es mir nicht vorstellen, dass er das lange durchhält.“ Für Kirchhoff war Felder, wie er noch einmal betont hat, „der wichtigste Mann“ in der Spielzeit 2021/22. Da auch Jakob Isermann, der zweite Mann am Kreis und in der Abwehr wie Felder eine Bank, verletzungsbedingt und aus beruflichen Gründen zumindest in absehbarer Zeit nicht für den TSV auflaufen wird, sieht es am Kreis ziemlich mau aus.

Der TSV hat mir viel gegeben. Ich möchte jetzt einiges zurückgeben.

Florian Felder

Das weiß auch Felder. „Wenn in der Rückrunde Not am Mann ist, sage ich bestimmt nicht nein.“ Aber jetzt sei die Zeit gekommen, andere Prioritäten zu setzen. Die Familie zum Beispiel: Lebensgefährtin Anja Mohr, die beim TV Witzhelden spielt und auch einmal für den HSV Solingen-Gräfrath in der 3. Liga am Ball war, und er haben einen gemeinsamen Sohn. Henry ist ein Jahr alt.

„Der Beruf spielt auch eine Rolle“, berichtet Felder. Er ist Garten- und Landschaftsbau-Meister. Und zehn Jahre Handball in der Verbands- und Oberliga seien nicht spurlos an seinem Körper vorbeigegangen. „Corona hat mir schließlich den Rest gegeben.“ Vor allem die sehr große Belastung, „als wir gefühlt jeden dritten Tag spielen mussten. Für mich als Kapitän war das doppelt anstrengend: Es ging ja auch darum, die Jungs immer wieder aufs Neue einzuschwören und zu motivieren.“

In den Phasen, als wegen Corona nichts mehr ging in Sachen Trainings- und Spielbetrieb, habe er darüber hinaus festgestellt, dass es auch ohne Handball funktioniert. 1,86 Meter groß und um die 110 Kilogramm schwer pflegt der Gräfrather immer schon zwei anstrengende Hobbys: Laufen und Fahrradfahren. „Letztes Jahr bin ich 1200 Kilometer gelaufen und habe 8000 Kilometer mit dem Rennrad abgerissen. Neben dem Handball. Das wird jetzt sicher eher mehr.“ Seine Leidenschaft für den Ausdauersport bringt er fortan auch für den TSV ein und begleitet diverse Laufeinheiten. Zudem kümmert er sich um mannschaftliche Angelegenheiten, um Kirchhoff Arbeit anzunehmen. „Der TSV hat mir viel gegeben. Ich möchte jetzt einiges zurückgeben.“

Voller Einsatz: Florian Felder avancierte in den letzten Jahren zu einem der besten Oberliga-Kreisläufer.

2014 hatte ihn Max Ramota nach Aufderhöhe gelotst. Vom Ohligser TV übrigens, der 2013/14 aus der Verbandsliga abstieg – Felder riss sich beim 30:24-Hinrundensieg Anfang November gegen den Solinger TB das Kreuzband. Die Saison war somit beendet. „Ich wollte Oberliga spielen“, erinnert sich Felder. „Damals war es so, dass nicht jeder für diesen TSV in Frage kam. Und dann ist es um mich geschehen.“ Mit dem TSV gelang im Mai 2015 der Aufstieg. Es folgte eine blau-weiße Mega-Party. „Diese erste Spielzeit war nach einem mäßigen Start das absolute Highlight. Wir hatten das Ziel Aufstieg schon aus den Augen verloren und von da an gefühlt alles gewonnen.“ Gegen den STB wurde der Titel in der proppenvollen ADS nach Hause geholt.

Das Aufderhöher Oberliga-Debüt im September, übrigens auch mit dem heutigen BHC-II-Trainer Mirko Bernau, ging mächtig in die Hose. Beim 25:33 gegen Borussia Mönchengladbach gelang Florian Felder Historisches: Er erzielte das erste Oberliga-Tor überhaupt für seinen Herzensclub. Es folgten Höhen und Tiefen. Frustrierender Oberliga-Abstieg als Drittletzter und fulminanter Wiederaufstieg zum Beispiel. Was für ihn über allem stand? „Letztlich waren es immer die Leute in der Mannschaft, darunter ja auch einige durchaus talentierte, Spieler. Aber vor allem auch die Zuschauer, die jedes Wochenende in die Halle gekommen sind und die den TSV für mich so überaus besonders machen.“

Florian Felder

Florian Felders Handball-Karriere begann beim Wald-Merscheider TV. Seine beiden B-Jugend-Jahre verbrachte er beim Solinger Turnerbund, wechselte dann zur SG Langenfeld (Jugend und Senioren). Dort ließ er sich auf Empfehlung von Heino Kirchhoff zum Kreisläufer umschulen.

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