Die Woche im Sport

Das Vertrauen in Hygienekonzepte muss auch im Sport wachsen

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thomas.rademacher @solinger-tageblatt.de

Das Coronavirus dominiert seit mehr als einem Jahr auch das sportliche Tagesgeschehen.

Mit den Impfungen ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen, doch für eine Weile wird die Lage weiterhin ernst sein. Umso erfreulicher, dass sich Solingen beim Land als eine von neun Städten (und sieben Landkreisen) als Modellregion für Öffnungskonzepte beworben hat. Voraussetzung dafür ist die Nutzung einer digitalen Nachverfolgung sowie von Schnelltests. Bei beidem befindet sich die Klingenstadt auf einem guten Weg, so dass die Chancen auf einen Zuschlag gar nicht so schlecht stehen dürften.

Als Modellregion winken Lockerungen – welche genau das sind, ist noch offen, doch der Gang ins Kino oder Theater steht genauso zur Debatte wie der Besuch einer Sportveranstaltung. So ist es denkbar, dass getestetes Publikum ein Heimspiel von Handball-Bundesligist Bergischer HC besucht. Es wäre das erste seit dem 3. März 2020. Alle Partien in der laufenden Saison fanden als Medienevents statt – ohne Fans in der Halle.

Ein Hygienekonzept für die Klingenhalle für bis zu etwas mehr als 900 Zuschauer existiert aber bereits. Zur Anwendung ist es nur fast gekommen. Das erste Heimspiel dieser Spielzeit am 7. Oktober 2020 war vor Publikum geplant. Doch die BHC-Fans mussten wieder ausgeladen werden, weil der Inzidenzwert in Solingen damals knapp die 35er-Marke knackte. Die Landesregierung zeigte sich streng und ließ keine Ausnahme zu, seitdem absolvieren die Löwen ein Geisterspiel nach dem anderen.

Schon damals titelten wir in unserer wöchentlichen Rubrik: „Das Vertrauen in Hygienekonzepte muss wachsen.“ Was damals galt, gilt auch heute noch. Die Aussperrung der Zuschauer im Oktober war vor allem ein symbolischer Akt. Eine Sorge, mit der Zulassung ein falsches Signal zu setzen. Aber gut: Es war auch schlicht eine Umsetzung einer bestehenden Regel, die man natürlich akzeptieren muss – auch wenn sie genau das torpediert, was eigentlich passieren sollte: Vertrauen in Hygienekonzepte aufbauen.

Schon damals wären die Zuschauer mit Masken gekommen, hätten sich einzeln inklusive Sitzplatz registriert. Die Klingenhalle wäre ein weitaus sichererer Ort gewesen als beispielsweise so mancher Bolzplatz in der Stadt. Die sind übrigens auch im März 2021 (wieder) geöffnet. Und bei allem Verständnis für den Drang nach Sport: Auf Abstände und Einhaltung von Regeln achtet dort niemand. Da mutet es auch in diesen Tagen merkwürdig an, dass Orten, an denen ein strenges Konzept gelten würde, kein Vertrauen entgegengebracht wird. Das gilt umso mehr, wenn der sich nach Livesport sehnende Handballfan vor dem Event testen lässt und moderne Apps eine zügige Nachverfolgung ermöglichen. Also bitte: Öffnet die Tore.

TOP Handball: Der HSV Solingen-Gräfrath feiert als Letzter der vorigen Saison frühzeitig den Zweitliga-Klassenerhalt.

FLOP Sportkegler verlieren ihre Spielstätte.

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