Die Woche im Sport

Corona und Hinze beschäftigen den BHC

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thomas.rademacher @solinger-tageblatt.de

Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie hat es die Löwen direkt erwischt.

Von Thomas Rademacher

Es war ein doppelter Paukenschlag, der die sportliche Woche bewegt hat. Beteiligt ist jeweils Handball-Bundesligist Bergischer HC. Der muss sich zum einen ab der Saison 2022/23 einen neuen Trainer suchen, zum anderen befindet sich das Team nach positiven Coronatests bis zum 11. April in Quarantäne. Die beiden Themen stehen freilich in keinem Zusammenhang, kommen allerdings gleichzeitig und lösen jeweils mehr oder weniger Sorgen aus.

Akuter ist die Corona-Zwangspause. Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie hat es die Löwen direkt erwischt. Zwar gab es Anfang Januar Fälle in der tschechischen Nationalmannschaft, so dass Tomas Mrkva und Tomas Babak in Quarantäne mussten, doch das betraf nicht den Rest des Vereinsteams und hatte aufgrund der Saisonpause keinen Einfluss auf den Spielbetrieb. Diesmal ist es anders. Nach der Rückkehr vom 25:20-Auswärtssieg beim HC Erlangen wurden Spieler der Gastgeber positiv getestet, wenig später ereilte zwei BHC-Profis dasselbe Schicksal, inzwischen sind es sogar vier. Es ist nicht bewiesen, dass die Bergischen sich in Nürnberg infiziert haben, doch der Verdacht liegt natürlich nah.

Und genau das stimmt nachdenklich. Schließlich werden in der Handball-Bundesliga stets zwei Tage vor einer Partie alle Beteiligten getestet. Dabei handelt es sich um PCR-Tests, die bereits geringe Virusmengen finden – was bedeutet: Wenn alle negativ getestet werden, sollte das Risiko eigentlich gering sein, dass 48 Stunden später jemand aus dieser Gruppe ansteckend ist – selbst wenn er inzwischen positiv getestet würde. Dass dies zumindest fraglich ist, indiziert der aktuelle Fall des BHC-Spiels gegen Erlangen. Das gilt natürlich nur dann, wenn die Ansteckungen nicht zufällig doch unabhängig voneinander erfolgt sind.

Sorge bereitet aber nicht nur dies, sondern auch die Tatsache, dass sich neben Erlangen und dem BHC auch die TSV Hannover und der TBV Lemgo in Quarantäne befinden. Bei keinem der Clubs ist bekannt, wie viele Spieler aktuell exakt betroffen sind. In Lemgo und Hannover wurden allerdings nach ersten positiven Tests in späteren Überprüfungen wie beim BHC weitere Fälle gefunden. Das sind Begleitumstände, die es zu Beginn der Bundesliga-Saison noch kaum gegeben hatte. Teams mussten zwar auch schon vorher in Quarantäne, doch es waren selten so viele Spieler betroffen.

Es liegt nah, dass dies an der leichter ansteckenden Virus-Mutante liegt. Könnte diese die Handball-Bundesliga doch noch zum Erliegen bringen? Das Risiko jedenfalls scheint höher zu sein. Es bleibt die Hoffnung, dass es sich bei den jüngsten vier Quarantänen einfach um eine Pechsträhne handelt und die Verläufe der Krankheit nicht zu schwer sind. Wenn es aber anders ist und sich die Fälle häufen, wird die Liga wohl kaum normal zu Ende gespielt werden können, weil es schon zeitlich nicht gelingen kann. Das ist keine gute Prognose.

Einige werden auch dem BHC in 15 Monaten keine solche stellen. Schließlich verlässt dann Sebastian Hinze den Verein. Es ist eine überraschende Entscheidung, da der 41-Jährige im Bergischen Land genauso fest verwurzelt ist wie beim BHC. Der Eindruck war, dass der Trainer die Region nur für Auswärtsspiele verlässt. Doch es wird anders kommen. Es ist zwar noch nicht offiziell, doch Hinze wird mit den Rhein-Neckar Löwen ein Spitzenteam coachen. Das ist ihm zu gönnen – ohne Wenn und Aber.

Es herrscht Einigkeit darüber, dass der Trainer in den vergangenen knapp neun Jahren hervorragende Arbeit geleistet hat und an der starken sportlichen Entwicklung der Löwen maßgeblich Anteil hat. Trotzdem gehört ein Trainerwechsel zum Geschäft, die Struktur beim BHC stimmt, der Kader ist gut besetzt, und ein Nachfolger bringt gewiss auch frischen Wind hinein. Die Prognose ist also mitnichten negativ.

TOP Sportlich bleibt der BHC auf der Erfolgsspur.

FLOP Erstes sportloses Wochenende seit langer Zeit.

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