Absagen oder Pausen

Coronavirus: Solinger Sport ruht vorerst vollständig

Die Saisonspiele im Solinger Sport ruhen oder wurden komplett abgesagt.
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Die Saisonspiele im Solinger Sport ruhen oder wurden komplett abgesagt.

Coronavirus: Nicht nur Handballer und Fußballer setzen ihre Saison bis Ostern aus. Alle Beteiligten zeigen großes Verständnis.

Von Thomas Rademacher

Handball, Fußball, Wasserball, Schach, Eishockey, Basketball, Volleyball, Tischtennis – die Saisons ruhen oder wurden komplett abgesagt. Die Tanzveranstaltung des TSZ Velbert in der Klingenhalle kann aufgrund der Corona-Krise genauso wenig stattfinden wie die letzten beiden Saisonspiele von Badminton-Zweitligist STC Blau-Weiß Solingen. Der Deutsche Badminton-Verband ließ sich mit der Entscheidung am längsten Zeit, wird aber nun sogar bis zum 31. Mai pausieren.

„Es ist die richtige, alternativlose Entscheidung.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Während in dieser Saison der EC Bergisch Land und die Solingen Volleys definitiv kein Eishockey beziehungsweise Volleyball mehr spielen, ist die Hoffnung bei den anderen Sportarten, dass die Zeit für sie spielt. Eine Wiederaufnahme des Betriebs ist in den meisten Fällen nach den Osterferien geplant. „Wobei das natürlich auch anders sein kann“, wie Valentino Usein vom Fußballkreis Solingen betont. „Wir vertrauen den Experten. Jetzt war es ein Gebot der Vernunft, die Saison zu unterbrechen.“

Der Fußballverband Niederrhein traf diese Entscheidung in einer am Donnerstagabend einberufenen Sitzung – und folgte damit dem Weg von anderen Verbänden. Bis Sonntag, 19. April, wird nicht gespielt. Das betrifft alle Solinger Fußballteams inklusive Landesligist VfB Solingen.

Bereits am frühen Donnerstagabend verkündete die Handball-Bundesliga (HBL), den Spielbetrieb bis zum 22. April auszusetzen. Damit wird der Bergische HC in eine Zwangspause geschickt. „Es ist die richtige, alternativlose Entscheidung“, sagt Coach Sebastian Hinze, der mit der Mannschaft am Donnerstag noch trainiert hatte. „Dann kam die Information, und wir haben erstmal entschieden, das Wochenende frei zu machen, um am Montag zu beschließen, wie es weitergeht.“

Wochenspieltage und Verlängerung der Saison sind problematisch

Hinze kann sich nicht vorstellen, in der kommenden Woche eine Halleneinheit zu absolvieren. „Was wir aber genau machen, und wie wir uns auf die erhoffte Wiederaufnahme der Saison am 23. April vorbereiten, steht noch nicht fest. Bis Montag werde ich mich mit dem Thema genau auseinandersetzen.“

Froh ist der 40-Jährige, dass sich die HBL nicht zur Austragung von sogenannten Geisterspielen entschlossen hat: „Die wären das falsche Signal. Wir würden ja genau das machen, wovon derzeit abgeraten wird. Beim Handball ist der Austausch von Speichel nahezu unvermeidbar.“ Als Sportler ist freilich auch Hinze enttäuscht, dass es nicht weitergehen kann. „Aber wir können alle einordnen, in was für einer Situation wir uns befinden. Es ist eine besondere – nicht nur im Sport. Die Einschränkungen treffen die gesamte Gesellschaft.“

Ausgesetzt wird der Spielbetrieb auch in allen anderen Handballligen inklusive der 2. Liga der Frauen. Daher hat der HSV Solingen-Gräfrath bis mindestens zum 19. April kein Spiel mehr. „Es gilt jetzt erst einmal, Ruhe zu bewahren“, meint Trainerin Kerstin Reckenthäler. „Die Situation hat ein Ausmaß erreicht, in dem es nur darum geht, das Virus unter Kontrolle zu bringen. Was das für unseren Sport bedeutet, lässt sich noch nicht absehen.“

Für den Trainingsbetrieb gibt es eine Absageempfehlung

Reckenthäler hofft natürlich, Mitte April weiterspielen zu können. „Aber auch dann wird es schwer, die ausgefallenen Begegnungen nachzuholen. Wir sind ja keine Profis. Spieltage unter der Woche sind schwer zu realisieren – und eine Verlängerung der Saison wird auch zu Problemen führen.“ Wie die Handballerinnen weitermachen, ist noch nicht entschieden. „Stand jetzt haben wir Montag ganz normal Training. Das kann sich aber stündlich ändern“, sagt die Trainerin.

Viele Solinger Vereine haben auf die Aussetzung der Saison reagiert. So sprach zum Beispiel der Solinger TB die Empfehlung aus, keine Trainingseinheiten mehr durchzuführen. In anderen Clubs soll es sogar die konkrete Vorgabe geben.

Von Thomas Rademacher

Der Coronavirus bringt den Solinger Sport nahezu komplett zum Erliegen: Die Bundesliga-Profis des Bergischen HC müssen bis mindestens zum 23. April pausieren; alle Fußball-Spiele wurden bis zum 19. April ausgesetzt, und auch im Amateurhandball ruht der Ball bis auf weiteres. 

Als letztes wurden die Zweitliga-Badmintonspiele des STC Blau-Weiß Solingen verschoben. Der Deutsche Badminton-Verband hatte lange gewartet, setzt seinen Spielbetrieb nun aber sogar bis zum 31. Mai aus.

Am Mittwochabend hatte sich der TSZ Velbert noch gefreut, die Tanzsport-Veranstaltung in der Solinger Klingenhalle ausrichten zu können. Am späten Donnerstagabend folgte aber aufgrund der wachsenden Unsicherheit doch noch die Absage. 

Ebenfalls am Donnerstag setzte der Handballverband Niederrhein alle Partien bis auf weiteres ab. Der Bergische Handball-Kreis legte sich auf eine Aussetzung bis zum 19. April fest. 

Das gleiche Datum visiert auch der Fußballverband Niederrhein an, der am Freitagmorgen die Entscheidung bekanntgab. Der Spielbetrieb von VfB Solingen und Co. ist damit also vorerst auf Eis gelegt. 

Am Freitag gaben auch die Wasserballer bekannt, ihren Spielbetrieb bis zum 18. April einzustellen. Alle Verbände hoffen, die Saison noch einmal aufnehmen zu können.

Bereits am Donnerstagmorgen setzte die Schach-Bundesliga ihren Spielbetrieb bis auf weiteres aus. Der von der SG Solingen geplante Heimspieltag im Gründer- und Technologiezentrum fällt damit flach. 

Gleiches gilt für die gesamte Eishockey-Saison nach der Aussetzung der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nun auch auf Landesebene. Die Spielzeit für alle Teams des EC Bergisch Land ist damit beendet. 

Auch die Drittliga-Saison der Solingen Volleys ist vorzeitig beendet, und die Basketballer der TSG Solingen sowie die Tischtennisspieler der Solingen Blades spielen zumindest für mehrere Wochen nicht.

Coronavirus: Der Handball ruht komplett

Während im Handball alle Amateurmannschaften pausieren müssen, hatte es lange danach ausgesehen, dass das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande am Freitagabend in Magdeburg ohne Zuschauer ausgetragen würde. Doch auch hier folgte die Absage - in diesem Fall von niederländischer Seite. BHC-Linksaußen Jeffrey Boomhouwer ist also heute Abend nicht im Fernsehen zu sehen.

Ebenfalls nicht spielen darf der HSV Solingen-Gräfrath. Alle Partien der 1. und 2. Handball-Bundesliga der Frauen am Wochenende wurden abgesagt. Das Gleiche gilt für die Partien in der 3. Liga der Männer sowie für die Jugend-Handball-Bundesliga. Somit werden auch der Leichlinger TV und die Nachwuchslöwen des Bergischen HC nicht antreten.

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