Handball

Der HSV bleibt das große Überraschungsteam in der 2. Liga

Ohne Zuschauer auf den Rängen sorgten die HSV-Spielerinnen auch in Nürtingen für die nötige Stimmung. Foto: imago/Eibner
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Ohne Zuschauer auf den Rängen sorgten die HSV-Spielerinnen auch in Nürtingen für die nötige Stimmung.

Die Solingerinnen gewinnen bei der TG Nürtingen überzeugend mit 32:24 (15:11)

Von Thomas Rademacher

Ganz kurz steht die Zweitliga-Partie des HSV Solingen-Gräfrath bei der TG Nürtingen auf der Kippe. Nach der Pause stellen die Gastgeberinnen auf eine 5:1-Deckung um, mit der der HSV zunächst nicht gut zurechtkommt. Nürtingen verkürzt von 11:15 auf 16:18 und scheint sogar in Unterzahl wieder am Drücker sein. Doch die Gräfratherinnen lassen sich nicht beirren. Vanessa Brandt nutzt die Unordnung in der gegnerischen Abwehr mit einem schnellen Abschluss zum 19:16, Lara Karathanassis stibitzt die Kugel und bedient Merit Müller für den Gegenstoß zum 20:16. Damit haben die Gäste die Weichen wieder Richtung Sieg gestellt – und sie bleiben bis zum Ende in dieser Spur. Der 32:24-Erfolg ist nicht nur eine weitere Überraschung, sondern gleichzeitig eine Demonstration der HSV-Stärke in dieser Saison.

11:3-Punkte hat das Team von Trainerin Kerstin Reckenthäler nach sieben Spielen auf dem Konto – und damit zwei mehr als in der gesamten vorigen Saison. Das ist kein Zufall, sondern spricht für die Entwicklung, die das Team genommen hat. „Ich werde mit jedem Sieg gelassener“, sagte die Trainerin, „weil ich sehe, dass wir immer besser werden.“

Bezogen auf das fulminante Auswärtsspiel in Nürtingen meinte Reckenthäler damit vor allem die Abwehr. „Was Mandy Reinarz und Carina Senel über 60 Minuten im Abwehrzentrum geleistet haben, war eine unglaubliche Energieleistung“, ordnete sie ein. „Man darf nicht vergessen, dass beide auch vorne durchgespielt haben.“

Der HSV hatte sich vorgenommen, die beiden Nürtinger Leistungsträgerinnen, Laetitia Quist und Katarina Pandza, hart zu attackieren. Das gelang. Erzielen die Rückraumspielerinnen sonst jeweils oft etwa zehn Treffer, mussten sie sich gegen den HSV mit je mageren drei Toren zufrieden geben. „Die Deckungsleistung war der Grundstein zum Sieg“, sagte Reckenthäler, die in diesem Zusammenhang auch die Torhüterinnen Natascha Krückemeier und Lisa Fahnenbruck hervorhob. Erstere absolvierte eine starke erste Halbzeit, Letztere nahm in der kritischen Phase der zweiten Halbzeit wichtige freie Bälle weg. Beide parierten jeweils neun Mal – Fahnenbruck brachte es dabei auf eine sensationelle Fangquote von 56 Prozent.

Neben einer über weite Strecken auch sehr starken Angriffsleistung überzeugten die Solingerinnen erneut mit einem hohen Emotionalitätslevel. Jede gute Aktion wurde von der Bank frenetisch bejubelt. „Wir müssen die Spiele leben. Das ist uns noch mal mehr gelungen als vorher“, fand die Trainerin. „Es mag sich blöd anhören: Aber die Spielerinnen auf der Bank haben einen überragenden Job gemacht.“

Meinung: Solinger Sportpause droht

Von Thomas Rademacher

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Sportlich war das Wochenende aus Sicht der beiden aktiven Handball-Vereine ansehnlich. Der Bergische HC verlor zwar in der Bundesliga gegen den THW Kiel, blieb aber lange dran und zeigte eine insgesamt ansprechende Leistung – ohne den ganz großen Glanz, der nötig gewesen wäre, um zum ersten Mal den THW zu besiegen. Die Zweitliga-Frauen des HSV Solingen-Gräfrath präsentierten sich in Nürtingen in unglaublicher Verfassung und fuhren ihren fünften Sieg im siebten Spiel ein.

Ob beide Vereine zeitnah weitere Spiele bestreiten dürfen, ist jedoch ungewiss, ja fast sogar unwahrscheinlich: Die nächsten beiden BHC-Gegner sind aktuell in Quarantäne. Der HC Rödertal, der am Samstag beim HSV antreten soll, musste seine Partie an diesem Wochenende aufgrund eines Corona-Falls absagen. Auch hier droht Quarantäne und damit ein vorläufiger Stillstand des Solinger Sports.

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