Trikotsammler

Besonderes Museum: Oliver Jelassi sammelt Fanartikel von Union Solingen

Oliver Jelassi mit Trikots, die auf eine erfolgreiche Vergangenheit von Union und SCS im Fußball sowie Eishockey weisen. Fotos: Michael Schütz
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Oliver Jelassi mit Trikots, die auf eine erfolgreiche Vergangenheit von Union und SCS im Fußball sowie Eishockey weisen.

Der Solinger Oliver Jelassi hat der Union und dem SCS ein Heim gegeben

Von Jürgen König

Auf einmal sind die alten Union-Zeiten wieder präsent. Diejenigen in der 2. Bundesliga, die ich vorwiegend als Fan der Blau-Gelben erleben durfte. Aber auch die als Journalist, wo es nach dem Abstieg in den Amateurbereich über viele Jahre hinweg sehr bewegt in beide Richtungen ging. Was die zahlreichen Erinnerungen ausgelöst hat, ist die Sammlung eines Solingers, der über wahre Schätze mit Bezug zur Union – aber auch zum Eishockey-Zweitligisten SCS – verfügt: Oliver Jelassi hat sich in vielen Jahren etwas aufgebaut, das man durchaus als Museum bezeichnen kann.

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Insbesondere den blau-gelben Trikots hat sich der 44-Jährige verschrieben. „Am Anfang habe ich Wimpel und Stadionhefte gesammelt, dann sind die Trikots hinzugekommen. Geplant war das nicht“, blickt Jelassi auf seine Leidenschaft zurück, die 2002 mit dem ersten Shirt von Adnan Gashi begann. Und gleich eine besondere Anekdote darstellt. Denn schon beim vorletzten Saisonspiel im altehrwürdigen Stadion am Hermann-Löns-Weg schien der Aufstieg in die Oberliga perfekt gewesen zu sein. Doch dem Jubel lag ein falsches Ergebnis der Konkurrenz zugrunde, Oliver Jelassi hatte sich in den zu früh begonnenen Feierlichkeiten bereits das Trikot von Gashi gesichert – und es auch behalten. „Willi Hök hat damals getobt“, erzählt der zweifache Familienvater von der Betreuer-Legende. Zum Finale bekam Hök aber einen Satz Trikots zusammen, in Wuppertal wurde unter Trainer Olaf Rosenthal der Sprung in die Oberliga tatsächlich geschafft.

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Mit Willi Hök verbindet Jelassi mittlerweile eine enge Beziehung, über den Ur-Ohligser kommt so manches im Museum an. „Solche Kontakte sind natürlich immens wichtig“, sagt der Sammler, der seiner Leidenschaft in Wellenform nachgegangen ist – und in den vergangenen Jahren wieder sehr intensiv. Gerade über soziale Medien sei vieles in Fluss gekommen. Jelassi: „Ich habe meinen Horizont ständig erweitert und mittlerweile sicherlich die größte Union-Sammlung.“ Wobei bei der Jagd nach Schnäppchen – die Trikots haben einen Wert bis zu 1100 Euro – ein langer Atem gut tut.

Dabei galt seine Passion eigentlich dem Eishockey-Team des SCS, das in den 80er-Jahren mit dem Gewinn der Deutschen Oberliga-Meisterschaft und der Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga für Furore sorgte. Es war die große Zeit von Ivan Krook, Garth Bannatyne und vielen anderen Assen, die die Eissporthalle an der Birkerstraße stets in ein Tollhaus verwandelten. Mit dem Vater, später mit den Freunden ging es dorthin, und auch heute schaut Oliver Jelassi schon mal beim EC Bergisch Land vorbei. „Leider war es beim SCS schwieriger, an Trikots zu kommen“, hofft er hierbei auf eine Kehrtwende und auf Events wie das Revival-Game 2015.

„Für mich und viele andere lebt die Union weiter, sie ist nicht tot.“

Oliver Jelassi

Lässt man den Blick durch die Sammlung kreisen, so scheint es wirklich an nichts zu fehlen. Die Trikots der Union sind wie in einem Fachgeschäft sortiert, allerdings nach Saisons und nicht nach Größen. Bücher, Ordner mit unzähligen Zeitungsausschnitten und ebenso vielen Sammelbildern, Autogrammkarten, Wimpel, Kappen, Bälle, Pucks, Eintrittskarten, Schals, Fahnen – einfach alles ist zu finden. Darunter sind auch echte Leckerbissen: ein Spielbericht aus der Saison 1950/51, Unterlagen zur Auktion der legendären Marketingrechte, private Bilder des Union-Zweitliga-Teams bei der Abschlussfahrt 1980, das Ticket für die Fan-Rhein-Schifffahrt zum SV Hönnepel-Niedermörmter, aber auch ein Strahler der abgerissenen Flutlichtanlage am „HLW“. Oliver Jelassi hatte sich mit dem Ende des Stadions schnell abgefunden: „Für mich und viele andere lebt die Union weiter, sie ist nicht tot.“ Auch der Ohligs-Besuch von Super-Boxer Muhammad Ali im Rahmen einer Promotion-Tour findet seinen Niederschlag im Angebot, das von Tauschgeschäften ebenso lebt wie vom Glück, über eine Altkleidersammlung und den Umweg Polen neues Material zu erhalten. Wofür auch immer wieder Solinger sorgen – so Guido Rohn, Vorsitzender des Förderkreises Jahnkampfbahn, der über so manches wertvolle Stück verfügt.

Etliche Kontakt-Clubs wie Rot-Weiss Essen oder Rot-Weiß Oberhausen spielen auch heute noch zumindest in der Regionalliga. „Es macht viel Spaß, den Kontakt zu pflegen“, kennt Jelassi auch führende Interessensgefährten für Alemannia Aachen und den Wuppertaler SV (beide ebenfalls 4. Liga) sowie für Fortuna Düsseldorf – die dafür zuständigen Personen wohnen kurioserweise ebenfalls in der Klingenstadt. Diese erlebte 14 Jahre Blau-Gelb in der 2. Bundesliga, danach ein Auf und Ab mit Triumphen, Abstiegen, Zahlungsunfähigkeiten, Skandalen. Und dennoch ist sie bis heute im Herzen vieler Solinger geblieben – auch in dem von Oliver Jelassi, der dem Ganzen eine grandiose Präsentation geschaffen hat.

Kontakt

Natürlich würde sich Oliver Jelassi freuen, wenn durch diese Veröffentlichung vielleicht noch das eine oder andere Schätzchen in Blau und Gelb – von Union und SCS – den Weg zu ihm finden würde. Zu erreichen ist er unter: Unionsolingencollection bei Facebook sowie per Mail. Die Adresse:

oliver.jelassi@gmail.com

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