Die Woche im Sport von Jürgen König

Ein bisschen Fußball ist besser als gar kein Fußball

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juergen.koenig@solinger-tageblatt.de

Bis zum 14. Februar geht der neuerliche Lockdown.

Dass am Tag danach Normalität eintritt, erwartet wohl keiner – die berechtigte Angst vor dem Virus auf der einen, Konzeptionsarmut auf der anderen Seite befeuern die Befürchtung einer zeitlichen Ausweitung. Somit ist der 14. Februar für den Sport insgesamt, und damit auch für den in der Klingenstadt, der interessanteste Tag seit langem. Denn je nach Entscheidung durch Bund und Länder werden in Solingen solche folgen, die den Abbruch oder Verzicht auf einen Start von Meisterschaftsrunden zum Inhalt haben. Es würde ganz einfach terminlich nicht mehr passen, wenn man nicht konsequent auf eine gewisse Vorbereitungszeit verzichten würde – und das kann aus sportmedizinischer Sicht wohl niemand verantworten.

Genau jene Schritte wurden in zwei Sportarten in den vergangenen Tagen getan, die Nachvollziehbarkeit zumindest im Tennis ist groß. Schon Anfang/Mitte März hielt der Spielplan auf Verbands- und Bezirksebene die abschließenden Partien bereit, die nachzuholenden hätte man bis dahin kaum abwickeln können. Ähnliche Beweggründe gibt es im Badminton, wo Zweitligist STC Blau-Weiß noch in der Warteschleife steckt.

Es klingt kaum vermessen, wenn man behauptet, dass weitere „Aus“ folgen werden (aktuell noch die Handball-Regionalliga-Jugend am Nordrhein). Zum Teil absolut berechtigt, hoffentlich nie grundlos und voreilig. So steht beispielsweise im Fußball, der an der frischen Luft über die Bühne geht, viel mehr auf dem Spiel, als nur ein wenig kicken. Hier wie auch in anderen Sportarten geht es um soziale Kontakte, ums Miteinander, um die Entwicklung gerade junger Menschen und natürlich um die Gesundheit. Von daher sollte jede Maßnahme hin zur Absage gründlichst überlegt werden, denn: Ein bisschen Fußball ist immer noch besser als gar kein Fußball – und dieser Trend lässt sich übertragen. Selbstverständlich alles immer mit Blick auf die Machbarkeit und Verantwortung im Rahmen des gesamten Corona-Geschehens.

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Der Donnerstag hatte es emotional in sich. Er begann mit der traurigen Nachricht, dass ein weiterer „Oheio“ nicht mehr unter uns ist: Lajos Keller starb im Alter von 85 Jahren. Er gehörte zu den Solinger Feldhandballern, die 1965 die Deutsche Meisterschaft gewannen. Der Kreis der Helden von einst wird kleiner, die schönen Erinnerungen an den Triumph bleiben.

Wesentlich angenehmer waren die Zeilen, die sich rund um Rolf Weichert und dessen 80. Geburtstag drehten. Sein Herz schlägt immer schon und noch für den Fußball – als „Mister Sportring-Pfingstturnier“, aber auch als zuständige Person für die Jugendarbeit im Verein und im Kreis. Allein die Organisation des großen A-Junioren-Turniers war ein Full-Time-Job, den Weichert immer gerne gemacht und dadurch für eine besondere Solinger Marke gesorgt hat – das unverzichtbare Ehrenamt wurde von ihm gelebt.

Der Ausklang des Tages war dann wieder deprimierend, als die Verletzung von Maciej Majdzinski Fakt war. 24 Jahre jung, und schon der dritte Kreuzbandriss für den polnischen Profi des Bergischen HC. Immer wieder hat sich der Linkshänder zurückgekämpft. Schlimm, wie er sich die Verletzung gegen Deutschland zuzog und danach am Boden zerstört in der Kabine vom BHC-Kollegen David Schmidt kaum getröstet werden konnte. Jetzt ist wieder viel Geduld gefragt – wie auch beim Solinger Handball-Bundesligisten, der für seine Fürsorge bekannt ist.

TOP Max Darj vertritt den Bergischen HC und damit Sport-Solingen bei der Handball-Weltmeisterschaft ausgezeichnet. Top-Fitness ist ein Grund dafür, dass es beim Schweden so gut läuft.

FLOP Lenneper Osterlauf kann nicht stattfinden – in Solingen wird wegen Klingenlauf und Miss-Zöpfchen-Lauf gebangt.

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