Darts

BHC verliert dramatisches Darts-Duell

Auch dank der Gastfreundschaft von Max Süss (l.) verlebten BHC und RGA-Sport einen launigen Darts-Abend.
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Auch dank der Gastfreundschaft von Max Süss (l.) verlebten BHC und RGA-Sport einen launigen Darts-Abend.

Der RGA-Sport hatte mit dem ST nach der Corona-Pause erstmals wieder zum Spaß-Wettkampf eingeladen.

Von Fabian Herzog

Fabian Herzog hatte Spaß und versenkte den letzten Pfeil.

Die Darts-Weltmeisterschaft in London hat rund um Weihnachten wieder zahlreiche Sportfans in ihren Bann gezogen und mit spektakulären Darbietungen – unter anderem dem wohl besten Leg aller Zeiten im Finale zwischen Michael van Gerwen und dem neuen Champion Michael Smith – einmal mehr Werbung für die einstige Kneipendomäne gemacht. Nicht ganz so spektakulär, dafür umso spannender, ging es am vergangenen Mittwoch im Remscheider Billardcafé „Rack n Roll“ bei Gastgeber Maximilian Süss zu, wo sich das Darts-Duell der Sportredaktion des Remscheider General-Anzeigers mit den ST-Kollegen aus der Corona-Zwangspause zurückmeldete.

Was da immer wieder abgeht, ist unfassbar.

Arnor Gunnarsson über die Darts-WM

Eingeladen hatte diese zu diesem besonderen Anlass einen besonderen Herausforderer. Niemand Geringeres als die Bundesliga-Handballer des Bergischen HC gaben sich die Ehre und wollten ihre Fähigkeiten an der Darts-Scheibe unter Beweis stellen. Wobei Torhüter Christopher Rudeck, der mit Lukas Stutzke, Arnor Gunnarsson und Tobias Schmitz eine Mannschaft bildete, jegliche Vorschuss-Lorbeeren wegen möglicher Parallelen der Sportarten – speziell in Sachen Hand-Auge-Koordination – abwiegelte: „Der Bewegungsablauf ist doch ein ganz anderer.“ Auch die Tatsache, dass mit Florian Hempel ein ehemaliger Zweitliga-Handballtorwart als einer von drei Deutschen bei der WM im Einsatz war, wollte er nicht überbewerten.

Lukas Stutzke, Christopher Rudeck, Tobias Schmitz und Arnor Gunnarsson (v.l.) hatten im „Rack n Roll“ das Nachsehen.

Die Begeisterung für die Präzisionssportart ist aber längst auch zum BHC übergeschwappt. „Die Weltmeisterschaft gucke ich jedes Jahr“, erzählte Gunnarsson, der in der Zeit, als sein Bruder Aron in England Fußball spielte, mit diesem zusammen in Kneipen vor Ort das Spektakel verfolgt hat. „Was da immer wieder abgeht, ist unfassbar“, schwärmte er. Auch Youngster Schmitz hat „seit Jahren eine Scheibe in meinem Zimmer“ und zögerte keine Sekunde, als die Einladung beim Handball-Bundesligisten einging. Dieser hatte vor kurzem bei einem Mannschaftsabend in der Kabine auch schon ein Turnier gespielt, das Alex Weck für sich entschied. Der 22-Jährige fehlte nun aber in Remscheid – weil seine Oma Geburtstag hatte. „Eine Ausrede wie in der C-Jugend“, schmunzelte Rudeck.

Doch auch ohne ihren vermeintlich besten Darts-Spieler und auf fremdem Terrain erwiesen sich die Löwen als widerspenstig. Ähnlich wie viele Gegner in der Handball-Bundesliga musste auch das Medien-Team feststellen, dass man den BHC nie abschreiben und sich zu sicher sein darf. Aber dazu später mehr.

Einmal mehr hatten sich die Remscheider Journalisten Verstärkung beim Solinger Tageblatt geholt. Wirtschaftsredakteur Manuel Böhnke und Sportredakteur Thomas „Gaga“ Rademacher komplettierten das Team, das ansonsten aus Marc Jörgens (freier Mitarbeiter), Andreas Dach (Sportchef), Peter Kuhlendahl und dem Autor dieser Zeilen (beide Sportredakteure) bestand und im Drei-Gewinnsätze-Modus souverän mit 1:0 in Führung ging. Zweimal Herzog und einmal Jörgens hatten die Legs gecheckt, Gunnarsson zwischenzeitlich ausgeglichen. Wobei aus Zeitgründen bewusst darauf verzichtet wurde, die Durchgänge – analog zur WM – über die Doppel auszumachen.

Der BHC schaffte den 1:1-Satzausgleich (Leggewinne durch zweimal Schmitz und Rudeck beziehungsweise Dach), obwohl Stutzke und Rudeck arge Probleme offenbarten, ihr ansonsten starkes Spiel jeweils ins Ziel zu bringen. Vor allem Letztgenannter verzweifelte zudem zunehmend an Kuhlendahls spezieller Wurftechnik, durch die die Pfeile selten steckenblieben, immer wieder aber für eine erstaunliche Punkteausbeute sorgten.

Nach einer 87 zu Beginn von Satz drei kommentierte der RGA-Redakteur provokant in Richtung der Handballer: „Und jetzt ihr!“ Gunnarsson antwortete mit dem 1:1, doch Dach und Böhnke ließen sich nicht beeindrucken und stellten auf 2:1 in den Sätzen. Jetzt stand der BHC mit dem Rücken zur Wand und schien schon fast geschlagen. Doch Rudeck, Schmitz und Stutzke („Ist das verdient!“) schafften in Satz vier ein schnelles 3:0 und das 2:2 im Gesamtstand.

Die Dramatik spitzte sich nun immer mehr zu. Der letzte Satz musste entscheiden. Herzog zum 1:0, Stutzke zum 1:1, Jörgens zum 2:1 und Rudeck zum 2:2 sorgten für einen Showdown im letzten Durchgang des Abends, in dem die Kontrahenten nahezu zeitgleich bei 15 Punkten Rest landeten. Während Rudecks Matchdart die Triple 15 traf, machte Herzog über die 10 und die 5 aus. Ein spannendes und nicht minder spaßiges Duell war entschieden. Blieb die Frage, wie die BHC-Delegation ihr Scheitern den Kollegen am nächsten Tag beim Trainingsauftakt im Jahr 2023 beibringen würden? Stutzke verlegen lächelnd: „Ich war nie hier.“

Darts-Duell

Verschiedene Teams haben sich schon mit den Sportredaktionen von RGA und ST im Darts gemessen. Unter anderem die Fußballer des FC Remscheid, Handballerinnen der Bergischen Panther, Judoka des Remscheider TV oder Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid.

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