Die Woche im Sport

BHC: Etwas mehr Vertrauen sollte sich Sebastian Hinze erarbeitet haben

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Seit Anfang April steht fest, dass Sebastian Hinze den Bergischen HC im Sommer 2022 in Richtung der Rhein-Neckar Löwen verlässt.

Von Thomas Rademacher

Sicher, die Situation ist nicht ideal. Seit Anfang April steht fest, dass Sebastian Hinze den Bergischen HC im Sommer 2022 in Richtung der Rhein-Neckar Löwen verlässt. Dass sich der Trainer bis dahin auch schon mit seinem künftigen Arbeitgeber beschäftigt, ist keine steile These. Er möchte schließlich in die Saison 2022/23 mit einem Kader gehen, den er zumindest goutiert. Der 42-Jährige muss also wenigstens Empfehlungen abgeben, welche Handballer bleiben oder hinzugeholt werden sollten. „Normale“ Arbeitnehmer, die schon einmal den Job gewechselt haben, werden dies nachvollziehen können.

Heißt das aber gleichzeitig, dass er beim Bergischen HC nicht mehr mit seiner üblichen Akribie arbeitet? Dass er mit dem Kopf nicht mehr bei der Sache ist? Natürlich nicht. Jeder, der Sebastian Hinze ein wenig kennt, weiß das. Der Coach ist eigen, er ist nicht Everybody’s Darling. Er hat seine Prinzipien und hält an ihnen fest – selbst wenn es unbequem wird. Manchmal mag man das sogar übertrieben finden. Zum Beispiel, wenn er nicht bereit ist, auch nur einen Satz zu seinem neuen Posten bei den Rhein-Neckar Löwen zu sagen. Selbst am Tag der Verkündung nicht.

Dass die Personalie Hinze aufgrund des bevorstehenden Wechsels in Frage gestellt wird, sobald der BHC ein paar Spiele verliert, kann kaum überraschen. Zu präsent sind ähnliche Beispiele aus dem Fußball. Dass es nach einer doppelten Quarantäne passiert, die die Mannschaft offenkundig aus dem Rhythmus gebracht hat, ist ein wenig irritierender. Anmaßend wird es bei der Behauptung, das Team würde nicht mehr alles geben. Das war bei den Niederlagen gegen Melsungen und Balingen genauso wenig zu sehen wie beim jüngsten 25:24-Erfolg über Minden.

Sollte sich Sebastian Hinze nach knapp neun Jahren als Cheftrainer des BHC nicht ein wenig mehr Vertrauen erarbeitet haben? Seit Gründung des Clubs ist er in einer Funktion. Er hat sportliche Krisen überstanden. Als nach zwölf Niederlagen in Serie 2016/17 sein Kopf gefordert wurde, hielt der Verein an ihm fest und wurde mit einer überwältigen Rückrunde belohnt. Dass diese trotzdem nicht zum Klassenerhalt gereicht hat, tat der Entwicklung keinen Abbruch. Im Kern ist der Zweitliga-Kader, der mit 70:6-Punkten wiederaufstieg, bis heute zusammen.

Es passt daher ins Bild, dass Geschäftsführer Jörg Föste jüngst noch einmal betonte: „Sebastian hatte neun Jahre unseren Rückhalt, er wird ihn auch im zehnten bekommen. Da lassen wir kein Blatt Papier dazwischen.“ Es ist immer wieder gut sichtbar, dass die Mechanismen des Geschäfts an der Clubführung abprallen. Auch das macht eine Stärke des BHC aus.

TOP Zuschauer dürfen wohl bald auch wieder beim Sport dabei sein.

FLOP Masters-DM der Schwimmer zum zweiten Mal verschoben.

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