Sportförderung

Für Familie Blos ist es ein Volltreffer

Michelle und Bastian Blos schätzen die Unterstützung durch die Bergische Sportförderung. Foto: Tim Oelbermann
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Michelle und Bastian Blos schätzen die Unterstützung durch die Bergische Sportförderung.

Die Bergische Sportförderung stellt zwei ihrer Top-Team-Athleten vor.

Von Jürgen König

Bergisches Land. Wie bekommt man Leistungssport und berufliche Ziele in Einklang? Diesem Thema widmet sich die Bergische Sportförderung, die den talentierten Sportlerinnen und Sportlern in der Region vielfältige Unterstützung zukommen lässt. Zum aktuell fünfköpfigen Athleten-Top-Team zählen auch zwei Vertreter des Sportschießens – die Geschwister Michelle und Bastian Blos schätzen das Projekt, das zusehends über Solingen hinaus im gesamten Bergischen Land Fuß fassen soll.

„Diese Art der Förderung ist sehr gut, die Berücksichtigung der beiden erfüllt mich als Vater und Vorsitzender gleichermaßen mit Stolz“, sagt Stefan Blos, der die Ohligser Schützengemeinschaft leitet. Sein Sohn weiß die Förderung absolut zu schätzen, obwohl er diese auch auf überregionaler Ebene in Anspruch nehmen darf. Gerade erst hat sich Blos junior für die Europameisterschaften im Luftgewehr qualifiziert, die ab Mitte März im norwegischen Hamar ausgetragen werden. Sportschützen müssen für ihre Karriere einiges investieren, zum Beispiel in die schnell mehrere Tausende Euro verschlingende Ausrüstung, aber auch in die nun einmal unabdingbare Munition. „Beim Kleinkaliber kostet jeder Schuss 18 Cent, und in einer Trainingseinheit sind es normalerweise zwischen 100 und 200 Schüssen“, erklärt Bastian Blos den hohen monetären Aufwand, der auch durch Reisen zu Titelkämpfen entsteht.

Eigentlich sollte jeder Athlet aus dem höchsten Kader – weitere acht Personen umfasst die Liste von potenziell zu fördernden Sportlern – mit 250 Euro monatlich unterstützt werden, die Pandemie hat das Projekt jedoch etwas stottern lassen. So sind es derzeit 150 Euro im Monat, die ein Bastian Blos verbuchen darf. „Ich bin jetzt anderthalb Jahre dabei. Corona hat alles etwas nach hinten geworfen, aber jetzt ist wieder Zug drin“, freut sich der 22-Jährige auch darüber, dass die Leistungen über das Finanzielle hinaus gehen. Zum Beispiel in Sachen Gesundheit, wo eine physiotherapeutische Begleitung ebenso wertvoll sein kann wie der Zugriff auf ergänzende körperliche Aktivitäten mit entsprechenden Geräten. Genau das ist es, was dem Solinger hilft, den Spagat zwischen seinem Studium für Wirtschaftsinformatik in Köln und dem Leistungssport – unter anderem mit Bundesliga-Einsätzen für den SSV Elsen – zu bestehen.

Im Gegensatz zu ihrem älteren Bruder ist Michelle Blos auch in der Meisterschaft mit der Ohligser Mannschaft aktiv. Am 20. Februar entscheidet sich in Dortmund, ob es aus der Rheinlandliga in Richtung 2. Bundesliga West geht. Die 19-Jährige bot zuletzt eine überragende Leistung, als ein Schuss nach dem anderen im Zentrum landete. „Ich konnte meinen Ablauf optimal abarbeiten und habe vom Drumherum nichts mitbekommen“, weiß das Luftgewehr-Ass um die Fähigkeit, sich zu fokussieren. Die Solingerin freut sich über die Fortschritte in ihrem Verein, nicht zuletzt dank des Landesprogramms „Moderne Sportstätte 2022“ entsteht am Schützenplatz eine Anlage mit internationalem Standard.

Und das Ohligser Luftgewehr-Team hat sich personell verstärkt, mittelfristig sogar die 1. Bundesliga im Hinterkopf. Hinzu kommen Herausforderungen auf der internationalen Schiene der U21-Juniorinnen. All dies geschieht auch bei Michelle Blos, wie ihr Bruder mit einem Abitur am Helmholtz-Gymnasium in Hilden ausgestattet, parallel zum Studium. Medienwissenschaften in Köln sind es bei ihr.

Es sind zwei Beispiele für den gelungenen Brückenschlag zwischen spitzensportlichem und beruflichem Werdegang – zur großen Freude der Bergischen Sportförderung. „Unser Wirken ist nicht nur auf Geld reduziert“, macht Henrike Reher deutlich und verweist auf Netzwerke im Studium, die den Weg ins Berufsleben leicht machen würden. „Es geht aber auch um die Wertschätzung der Sportlerinnen und Sportler“, betont Reher für die Leistungssport gGmbH, die sich als Bergische Sportförderung gemeinsam mit Friedrich-Albert-Lange-Schule und NRW-Sportschule unter einem Dach befindet. Und zur Grundlage dafür beiträgt, Spitzentalente trotz ihrer wichtigen beruflichen Ambitionen nicht im Sport zu verlieren.

Förderung

Kriterien: Voraussetzungen für die Förderung sind der Kaderstatus in einer aktuellen Olympischen Sportart als Amateur sowie der Sitz in der Region (Sportler plus Verein). Der Registrierung folgt nach Erfüllung der Voraussetzungen und Abstimmung mit Verein/Trainer die Aufnahme in das Nachwuchs-Team.

Kader: Außer den Blos-Geschwistern werden Maximilian Kremser (Solinger Leichtathletik-Club) sowie vom Fechtzentrum Lisa Marie Löhr (Degen) und Peter Schmitz (Säbel) gefördert.

Kontakt: bergische-sportfoerderung.de

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