Handball

BHC: Zwei Quarantänen und im Durchschnitt 94 Zuschauer

Mit einem sensationellen 31:27-Erfolg beim SC Magdeburg startete der Bergische HC in eine besondere Bundesliga-Saison. Archivfoto: Mathias M. Lehmann
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Mit einem sensationellen 31:27-Erfolg beim SC Magdeburg startete der Bergische HC in eine besondere Bundesliga-Saison.

Handball-Bundesliga: Ein Blick auf die außergewöhnlichste Saison, die der Bergische HC jemals absolviert hat

Von Thomas Rademacher

Im Sport sind sie oft das entscheidende Kriterium: Zahlen. Die Saison des Bergischen HC endete als Zwölfter, nachdem der Handball-Bundesligist Ende März sogar auf dem sechsten Platz rangiert hatte. Eine doppelte Quarantäne hatte für den entscheidenden Knick gesorgt – der etwas andere Rückblick auf eine außergewöhnliche Saison.

1 Rote Karte kassierte der BHC während der gesamten Saison und gehört damit zu den fairsten Teams der Liga. Jeffrey Boomhouwer erwischte es im Auswärtsspiel bei der MT Melsungen, weil er Torhüter Silvio Heinevetter beim Siebenmeter im Gesicht traf. Bei den Zeitstrafen fallen die Löwen statistisch kaum aus der Reihe: Mit je 18 Stück liegen David Schmidt und Tom Kare Nikolaisen BHC-intern vorn.

2 Quarantänen musste die Mannschaft in kurzem Abstand hintereinander erdulden, so dass sie im April fast gar nicht trainieren konnte. „Die erste hat jeder noch weggesteckt“, meint Geschäftsführer Jörg Föste. „Aber die zweite hat uns ausgeknockt. Das galt gar nicht mal körperlich, sondern spielte sich im Kopf ab.“ Einem 20:6-Punktelauf bis Ende März folgte danach das exakte Spiegelbild mit 6:20-Zählern.

4 Siege haben die Löwen beim Saisonendspurt im Mai und Juni noch geschafft. Sie mussten im Schnitt alle 3,86 Tage spielen – eine Belastung, die die BHC-Profis bisher nicht gewohnt waren. Zwei Erfolge waren sogar spektakulär: In der Klingenhalle rang die Truppe Minden und Göppingen mit 25:24 beziehungsweise 29:28 nieder.

8 Treffer in Serie erzielte die Mannschaft beim 27:24-Auswärtserfolg gegen den HSC 2000 Coburg. Vom 7:9 bis zum 15:9 lief es aus Löwensicht perfekt.

25 Spieler setzte der BHC in dieser Saison ein. Nur beim SC DHfK Leipzig (29) und TBV Lemgo Lippe (28) waren es mehr.

27 Punkte hatten die Löwen nach dem 25:20-Erfolg beim HC Erlangen Ende März auf ihrem Konto. Damit waren sie Sechster und durften sogar von Europa träumen. Die Form war so fantastisch, dass man sich fragt, was ohne die folgenden Covid-19-Infektionen passiert wäre.

30 Prozent (exakt 30,27) der Bälle auf sein Tor parierte Tomas Mrkva. Der BHC-Schlussmann rangiert damit in der Top-Ten der Schlussleute. Christopher Rudeck liegt mit 27,27 Prozent Fangquote dahinter. Im Duo agierte das Gespann mit Ausnahme weniger Spiele stabil.

70 Sekunden hatten die Löwen bei der TSV Hannover-Burgdorf noch Zeit, um einen 27:30-Rückstand aufzuholen. Das scheinbar unmögliche Unterfangen gelang, weil die Niedersachsen zwei Mal frei an Torhüter Tomas Mrkva scheiterten und Tomas Babak jeweils vorne für die Gäste traf. Nachdem David Schmidt im letzten Angriff des Spiels den Siebenmeter herausgeholt hatte, komplettierte Arnor Gunnarsson das kleine Handballwunder zum 30:30.

94 Zuschauer begrüßte der BHC in 19 Heimspielen durchschnittlich. Der Verein war mit 17 „Geisterspielen“ extrem von den Corona-Beschränkungen betroffen. Noch weniger Zuschauer hatten nur die Rhein-Neckar Löwen (39) und der Tusem Essen (68). Spitzenreiter ist Leipzig mit einem Schnitt von 609.

138 Tore erzielte Fabian Gutbrod in dieser Saison. Der Mannschaftskapitän ist damit erfolgreichster Torschütze des Bergischen HC vor Max Darj (126) und David Schmidt (125). Im ligaweiten Vergleich liegt der Rückraum-Rechtshänder auf Rang 32.

139 Kilometer pro Stunde erreichten die Würfe von David Schmidt und Fabian Gutbrod leicht aufgerundet. Schmidts 7:3 im Heimspiel gegen Balingen und Gutbrods 19:21 gegen Berlin waren die beiden am schnellsten gemessenen BHC-Tore.

21.934 Pässe stehen in der Löwenbilanz 2020/21. Damit sind sie deutlich an der Liga-Spitze. Linus Arnesson, Tomas Babak und David Schmidt befinden sich auch jeweils in der Top-Ten der Einzelspieler. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Nicht bei allen Partien werden die Pässe mangels Chip im Ball statistisch erfasst, so dass Quervergleiche schwerfallen. Dennoch ist der BHC-Wert enorm hoch.

Rund um den Bergischen HC

Ausbeute: Lange war der BHC auf Kurs zu seiner erfolgreichsten Saison in der Handball-Bundesliga. Die 35:41-Punkte sind letztlich die zweitbeste Ausbeute, die der Verein je geschafft hat. Als statistisch stärkste Saison bleiben die 38:30-Zähler und der siebte Platz in der Spielzeit 2018/19 in den Geschichtsbüchern des Clubs.

Pause: Die BHC-Spieler haben nun vier Wochen frei. Am Dienstag, 27. Juli, plant Coach Sebastian Hinze den Trainingsauftakt. Nach aktuellem Stand werden alle Löwen bis auf die Langzeitverletzten und Max Darj zurückerwartet. Der Kreisläufer tritt mit Schweden bei den Olympischen Spielen an (23. Juli bis 8. August).

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