Handball-Bundesliga

Zwei Punkte – nur die zählen für den BHC

An Emotionen mangelt es dem BHC und Frederik Ladefoged nicht – am Samstag will er auch nach dem Schlusspfiff jubeln.
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An Emotionen mangelt es dem BHC und Frederik Ladefoged nicht – am Samstag will er auch nach dem Schlusspfiff jubeln.

Die Bergischen Löwen sind am Samstagabend bei Schlusslicht ASV Hamm-Westfalen zu Gast.

Von Thomas Rademacher

Die Stimmung nach dem 30:30 gegen den VfL Gummerbach war beim Bergischen HC gedämpft – um nicht zu sagen: schlecht. Das hat sich inzwischen gelegt. „Ich hätte wohl schon direkt nach dem Spiel ein anderes Gefühl gehabt, wenn wir nicht den letzten Angriff gehabt hätten“, sagt Trainer Jamal Naji. „Im Nachgang habe ich das Gesamtbild im Kopf. Wir haben aus bisher zwei Spielen im November 3:1-Punkte geholt. Das ist erst einmal okay.“ Am Samstagabend (20.30 Uhr, Westpress-Arena) steht für die Löwen nun aber viel auf dem Spiel. Beim Schlusslicht der Handball-Bundesliga, dem ASV Hamm-Westfalen, zählen nur zwei Punkte. Das sind die Gründe:

Die Lage in der Liga: Der Bergische HC läuft seinen eigenen Ansprüchen immer noch hinterher. Sieben Zähler aus elf Spielen reichen lediglich zum 14. Platz – bei Punktgleichheit mit den Teams auf dem 15. und 16. Rang. Absteigen würden aktuell Minden und Hamm, die lediglich zwei Zähler gesammelt haben. Das macht zunächst einen komfortablen Eindruck für die Konkurrenz, doch dieser kann trügen. Fünf Punkte sind schnell aufgeholt, schließlich hat GWD Minden obendrein zuletzt ordentlich nachverpflichtet. Und sollten die Bergischen am Samstagabend in Hamm verlieren, wären sie selbst dafür verantwortlich, das Bundesliga-Schlusslicht zurück ins Rennen um den Klassenerhalt schicken.

Der Spielplan:Der BHC befindet sich mitten in den Wochen der Wahrheit. Im November absolviert er insgesamt vier Partien gegen Kontrahenten auf Augenhöhe. Dem Duell in Hamm folgt ein Heimspiel gegen Göppingen. Mit zumindest drei Punkten aus diesen Partien wäre die Mannschaft im gesicherten unteren Mittelfeld und könnte etwas entspannter auf den Dezember blicken. Der hat es nämlich in sich: Bei den zuletzt erstarkten Mannschaften der MT Melsungen und des SC DHfK Leipzig sowie gegen die gut dastehenden SG Flensburg-Handewitt und TSV Hannover-Burgdorf hängen die Trauben deutlich höher als im November.

Das Selbstvertrauen: Es gehört zum Anspruch des BHC, dass er besser ist als Aufsteiger Hamm. Sollte die Mannschaft dies nicht unter Beweis stellen können, wäre das Selbstvertrauen wohl im Keller. „Wenn wir Hamm unterschätzen, werden wir verlieren“, mahnt Naji. „Wir müssen das Spiel mit höchster Seriosität angehen. Ich bin mir sicher, dass am Ende der Saison einige Mannschaften in Hamm Punkte gelassen haben werden, von denen man das jetzt noch nicht erwartet.“

Die Löwen arbeiten an ihrem Tempospiel

Um den Tabellenletzten auswärts zu knacken, setzt Naji auf eine Konservierung der Dinge, die gegen Gummersbach gut gelaufen sind, sowie eine Verbesserung des Tempospiels. „Wir kontern aktuell nicht gut. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass wir bankferne Wechsel haben und wir insgesamt dünn besetzt sind. Manchmal kann es dann auch sinnvoller sein, abzubrechen, statt volles Tempo zu gehen“, erläutert Naji. „Trotzdem machen wir dabei noch zu viele Fehler und müssen unbedingt daran arbeiten.“

Besser gefällt dem Coach der gebundene Angriff: „Da agieren wir variabel mit Rückraum-Schüssen, organisierter Isolation, Kreis- und Außen-Anspielen.“ Definitiv verbessern will der Coach aber den Rückzug. „Phasenweise waren wir gegen Gummersbach sehr schlecht organisiert, so dass wir einfache Tore kassiert haben.“

Beim Gegner sieht Jamal Naji vor allem drei Spieler, die seinem Team richtig weh tun könnten: Savvas Savvas ist der überragende Fernwurf-Schütze, Rückraum-Linkshänder Jan von Boenigk ist sehr schnell und torgefährlich. „Ihn müssen wir in den Griff bekommen“, betont der Coach. „Außerdem hat Hamm immer dann gute Spiele, wenn Vladimir Bozic im Tor gut funktioniert.“ Der Kroate bringt es auf eine Fangquote von 30,9 Prozent – wohlgemerkt beim Tabellenletzten, der schon per Definition nicht über den besten Deckungsblock verfügt.

Das Duell ASV Hamm kontra BHC ist eine Bundesliga-Premiere. Bisher sind die beiden Clubs nur vier Mal in der 2. Liga aufeinandergetroffen. Drei Mal kam der Sieger aus dem Bergischen Land.

Personal

Arnor Gunnarsson musste das Spiel gegen Gummersbach kurz vor Schluss abbrechen, er hat sich aber nur eine Prellung zugezogen. Ausfallen werden: Tim Nothdurft, Simen Schönningsen, Lukas Stutzke und Csaba Szücs. Die beiden Letztgenannten sollen in diesem Jahr noch zurückkehren.

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