Handball

Wie der Bergische HC bereits für die kommende Saison aufgestellt ist

Dem BHC steht ein großer Umbruch bevor. Unter anderem wird Tomas Mrkva (vorne rechts) die Löwen verlassen.
+
Dem BHC steht ein großer Umbruch bevor. Unter anderem wird Tomas Mrkva (gelbes Trikot) die Löwen verlassen.

Sorgen um den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga hat der BHC mit dem Start in die Rückrunde im Keim erstickt. Bald kommt ein neuer Trainer – und eine neue Halle.

Von Thomas Rademacher

Durch den Weggang von Sebastian Hinze am 30. Juni steht der Bergische HC zum ersten Mal seit zehn Jahren vor einem Trainerwechsel. Sein Nachfolger ist Jamal Naji, der derzeit noch bei Zweitligist TuSEM Essen unter Vertrag steht. Und mit ihm dreht sich auch das Spielerkarussell so zügig wie seit langem nicht. Sechs Zugängen stehen sieben Abgänge gegenüber. Aktuell liegt der Fokus des Handball-Bundesligisten aber auf den acht noch ausstehenden Spielen in dieser Saison. „Wir haben noch einige hochattraktive Begegnungen“, sagt Geschäftsführer Jörg Föste. „Wir wollen das Bestmögliche aus dieser Spielzeit rausholen. Das kann sehr viel sein.“

Aktuell sind die Löwen Tabellenelfter, drei Punkte fehlen zu einem einstelligen Tabellenplatz. Dieser ist keine konkrete Zielsetzung des Clubs, würde Föste und Co. aber natürlich gefallen. „Man sieht, dass in der Bundesliga in dieser Saison alles passieren kann. Mit ein paar Siegen in Folge kann es schnell nach oben gehen, in die andere Richtung ist es aber genauso möglich. Das ist ein Stück weit immer so, in diesem Jahr aber so ausgeprägt wie noch nie“, meint Föste.

Tiefpunkt war die Pleite gegen das damalige Schlusslicht Minden

In Abstiegsgefahr geraten die Bergischen aber wohl nicht mehr. Aus ihrem sportlichen Tief, das auch in zahlreichen Verletzungen seinen Ursprung hatte, hat sich die Mannschaft seit Beginn der Rückrunde zunächst herausgekämpft und zuletzt auch häufiger herausgespielt. Fünf von neun Partien gewann die Truppe und lieferte dabei vor allem in den Heimspielen gegen Göppingen (33:27) und Lemgo (32:27) sowie auswärts in Wetzlar (27:23) überzeugende Vorstellungen. „Das ist wieder der BHC, den wir uns alle wünschen, wenn es um Leidenschaft, Einsatz und Siegeswille geht“, betont Jörg Föste. Am Saison-Tiefpunkt, einer 21:25-Niederlage Anfang Dezember beim damaligen Schlusslicht Minden, hatte die Truppe diese Qualitäten hin und wieder vermissen lassen.

Angesichts noch ausstehender Heimspiele gegen Balingen, Minden und Lübbecke hat der BHC in der Restsaison noch Potenzial. Doch nicht nur deshalb ist Föste mit dem Status quo zufrieden. Die finanzielle Substanz sei über die CoronaPandemie im Wesentlichen erhalten geblieben. „Maßgeblich dafür waren vor allem einzelne Bausteine aus verschiedenen finanziellen Töpfen“, sagt der 61-Jährige. „Seit März 2020 haben wir alle Kräfte gebündelt, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit auf ErstligaNiveau herzustellen. Man kann für den gesamten Profisport sagen, dass außergewöhnliche Anstrengungen nötig waren.“

Zahlen hat der BHC noch nicht veröffentlicht, möchte dies aber rückblickend auf die vergangenen drei Jahre im kommenden Sommer machen. Ein positives Signal vernimmt Föste auch aus dem Partnerpool: „Der 31. März ist Stichtag, wenn es um die Verlängerung von Verträgen geht. In diesem Jahr hat uns erstmalig keine einzige Kündigung erreicht. Wir sind sehr dankbar, dass die Treue unserer Partner außergewöhnlicher denn je ist.“

Der Blick in die Zukunft dürfte daher optimistisch ausfallen, auch wenn der Geschäftsführer noch keine Einordnung der neuen Kadersituation vornehmen möchte. Der Verein steht vor dem größten Umbruch seit Sommer 2017. Nach dem letzten Saisonspiel am 12. Juni wird der Verein gleich acht Abschiede vornehmen. Trainer Sebastian Hinze wechselt zu den RheinNeckar Löwen. Außerdem verlassen Max Darj, Tomas Mrkva, David Schmidt, Jeffrey Boomhouwer, Sebastian Damm, Maciej Majdzinski und Emil Hansson den Spielerkader.

Jamal Naji übernimmt das Team. Peer Pütz kommt als CoTrainer von Bayer Dormagen hinzu, und die Zugänge auf dem Feld sind ähnlich namhaft wie mancher Abgang. Nationalspieler Djibril M‘Bengue kommt vom FC Porto, Peter Johannesson (TBV Lemgo) ist der neue Torhüter, dazu kommen mit Tim Nothdurft und Noah Beyer zwei vielversprechende Linksaußen. Nachfolger von Darj am Kreis wird der Däne Frederik Ladefoged, und das schwedische Rechtsaußen-Talent Isak Persson rundet die Zugänge ab. „Die Kaderplanung ist damit im Wesentlichen abgeschlossen“, sagt Föste. „Zumindest werden wir keine außergewöhnlichen Transferbewegungen mehr sehen.“

Zur neuen Saison in vier Hallen

Die erste Saison nach der zehnjährigen Ära von Sebastian Hinze verspricht in vielerlei Hinsicht große Spannung. Denn der BHC nimmt dann eine vierte Heimspielstätte hinzu. Neben der Solinger Klingenhalle, der Wuppertaler Unihalle und dem PSD Bank Dome in Düsseldorf wird der Handball-Bundesligist auch die Mitsubishi Electric Halle in der Landeshauptstadt bespielen. 2022/23 sind jeweils vier Partien in den beiden Düsseldorfer Sportstätten geplant, fünf Mal geht es in die Klingenhalle, vier Mal in die Unihalle. Der Heimauftakt wird im Dome stattfinden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare