Bergischer HC

Weck hat seinen Humor nicht verloren

Ragnar Johannsson (v. l.), Daniel Fontaine und Pechvogel Alexander Weck steigerten während des Spiels ihre Emotionen. Foto: Andreas Fischer
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Ragnar Johannsson (v. l.), Daniel Fontaine und Pechvogel Alexander Weck steigerten während des Spiels ihre Emotionen.

Bundesliga-Handballer empfangen am Mittwoch den HC Erlangen in der Klingenhalle.

Von Thomas Rademacher und Jürgen König

Als Team mit positiver Punktebilanz wird der Bergische HC in seine erste Bundesliga-Heimbegegnung seit dem 3. März (26:26 gegen die Füchse Berlin) gehen. Das war angesichts der Schwere der Auftakt-Aufgabe in Magdeburg eher nicht zu erwarten gewesen, aber die Löwen steigerten sich nach dem 11:16-Rückstand kurz vor der Halbzeit in eine Top-Verfassung und nahmen mit dem 31:27-Sieg erstmalig Zählbares aus der Getec-Arena mit. Es war auch ein Produkt der Geschlossenheit, die unter anderem dadurch zum Ausdruck kam, dass die nicht berücksichtigten Spieler am Rande für Unterstützung sorgten. Und einer war sogar mit dabei, der gerade erst die bittere Diagnose eines Kreuzbandanrisses verdauen musste – Alexander Weck, der Pechvogel des Saisonstarts.

„Nur das Herumhüpfen musste entfallen.“

Alexander Weck über seine Freude nach dem Sieg in Magdeburg

„Der Zeitpunkt der Verletzung ist wirklich alles andere als optimal“, sagt der 20-Jährige, der vier Tage vor dem ersten Pflichtspiel seit Anfang März nach einer scheinbar normalen Aktion im Training unglücklich aufkam. „Das hat Christopher Rudeck besser gemacht“, beweist Weck, dass er seinen Humor trotzdem nicht verloren hat. Torhüter Rudeck hatte sich während des letzten Spiels vor der Corona-Zwangspause schwer verletzt und sich auskurieren können, ohne eine einzige Partie zu verpassen. Alexander Weck hingegen wird seine Mannschaftskameraden eine Weile beobachten müssen.

„Ich gehe davon aus, dass ich die Schiene zweieinhalb Monate tragen muss“, sagt der Solinger. „Hoffentlich kann ich danach wieder langsam anfangen.“ Immerhin: Schmerzen habe er keine. „Nachdem es passiert war, habe ich auch erstmal weitergemacht. Erst nach dem Training habe ein Ziehen gespürt. Einen Tag später hatte ich dann die ärgerliche Diagnose.“

Nach Magdeburg ist der Rückraumspieler dennoch mitgefahren. „Ich hatte mich wahnsinnig darauf gefreut. Da wollte ich einfach dabei sein.“ Und es hat sich gelohnt. „Ich glaube, ich war noch nie so nervös während eines Spiels“, berichtet Weck. „Als wir ab der 45. Minute immer wieder mit zwei Toren vorne lagen, war der Sieg greifbar. Das hat richtig gekribbelt. Als es dann geklappt hat, habe ich mich bestimmt genauso gefreut wie die Jungs auf dem Feld. Nur das Herumhüpfen musste entfallen.“

Im Training bleibt der Sportler nun übrigens trotzdem. „Während die Mannschaft auf dem Feld steht, werde ich behandelt oder mache Übungen, und beim Krafttraining fokussiere ich mich auf meinen Oberkörper“, sagt Alexander Weck. „Wer weiß, vielleicht komme ich noch fitter zurück. Kräftiger muss ich schließlich sowieso noch werden.“

Bereits am Mittwoch geht das Meisterschaftsgeschehen weiter, wenn der HC Erlangen um 19 Uhr in der mit rund 950 Zuschauern ordentlich belegten Klingenhalle zu Gast ist. Die Franken bestritten an diesem Sonntag das Top-Spiel beim Deutschen Meister THW Kiel und unterlagen vor 1480 Besuchern mit 30:36 (15:20). BHC-Trainer Sebastian Hinze schenkte diesem Duell natürlich ebenso Aufmerksamkeit wie dem von HSG Nordhorn kontra Füchse Berlin (20:25), denn die Grafschafter werden am kommenden Sonntag Gastgeber der Löwen sein. Doch zunächst wartet der qualitativ aufgewertete HCE, der im hohen Norden nur nach der roten Karte gegen Kiels Domagoj Duvnjak (23.) am Ausgleich schnupperte. Bester Erlanger Schütze: Simon Jeppsson (7).

Bogdan Criciotoiu

Nach Rafael Baena (Rhein-Neckar Löwen) hat ein weiterer ehemaliger Profi des Bergischen HC aufgrund von Verletzungen im Stammpersonal einen Vertrag in Deutschland erhalten. Bogdan Criciotoiu (30), als rumänischer Nationalspieler von 2016 bis 2019 bei den Löwen unter Vertrag, wechselt vom griechischen Meister AEK Athen zum Zweitligisten Tus N-Lübbecke. Dort fällt Linkshänder Florian Baumgärtner auf unbestimmte Zeit aus.

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