Handball

Wache Löwen zerrupfen schläfrige Eulen

Die BHC-Deckung überzeugte von der ersten bis zur letzten Minute und war damit ein Schlüssel zum klaren Erfolg.
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Die BHC-Deckung überzeugte von der ersten bis zur letzten Minute und war damit ein Schlüssel zum klaren Erfolg.

Der BHC ist beim 28:19 (14:8) sogar lange auf dem Weg zu seinem höchsten Bundesliga-Sieg jemals.

Von Thomas Rademacher 

Ungewöhnlich spät, eine knappe Stunde vor Beginn der Bundesliga-Begegnung, erreichte der Mannschaftsbus der Eulen Ludwigshafen den Parkplatz an der Klingenhalle. Während der Bergische HC bereits mit dem Aufwärmprogramm begann, zogen sich die Gäste noch um. Es passte daher ins Bild, dass die Eulen auch nach dem Anpfiff noch ein wenig hinterherhinkten. Der wach wirkende BHC nutzte dies und legte in den ersten Minuten den Grundstein zum souveränen 28:19 (14:8)-Erfolg.

Torhüter Tomas Mrkva parierte gleich den ersten Versuch von Jannek Klein, David Schmidt versenkte auf der anderen Seite zum 1:0. Die Löwen zogen in der Folge auf 7:2 und 10:4 davon. Dabei agierte im Positionsangriff wie schon zuletzt in Göppingen Linus Arnesson überzeugend.

Linus Arnesson (l.) und Tomas Mrkva waren sichtlich zufrieden.

Der Schwede traf drei Mal selbst und bereitete zwei Tore vor. Schmidt ließ sich ein Mal mehr auch von Misserfolgen nicht aus dem Konzept bringen und suchte immer wieder erfolgreich den Abschluss. „Es klingt abgedroschen, aber die Bälle, die wir hinten nicht kriegen, müssen wir vorne nicht machen“, meinte der fünffache Torschütze nach der Begegnung mit Blick auf die Deckungsleistung.

Denn defensiv fanden die Bergischen von Anfang an Zugriff, profitierten gleichzeitig von einem unheimlich fehlerbehafteten Eulen-Angriff, der den Ball oft vertändelte und zudem mehrere Male auch frei an Mrkva scheiterte. Ganz so problemlos brachten die Gastgeber den Vorsprung zwar nicht in die Kabine, doch nach einer kurzen Durststrecke zogen sie erneut auf sechs Tore Abstand davon. Dabei blieb Arnor Gunnarsson nicht nur von der Siebenmeter-Linie ohne Fehler, sondern er traf auch in der kritischsten Phase, nachdem die Löwen vier Angriffe in Serie ohne Erfolgserlebnis geblieben waren, von außen zum 12:7.

„Wenn man heute schlechte Laune hat, wird man nie mehr gute bekommen.“
Jörg Föste, BHC-Geschäftsführer

Die Eulen beendeten die erste Halbzeit schließlich genauso, wie sie sie begonnen hatten: verschlafen. Sie nahmen in Unterzahl den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus, kassierten nach einem von Tom Kare Nikolaisen geblockten Ball aber in letzter Sekunde noch das 8:14 durch Gunnarsson, der die Kugel ein Mal über das gesamte Feld beförderte.

Wer zur Pause noch letzte Zweifel an den Bundesliga-Punkten elf und zwölf der Bergischen hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Deckung stand nach der Pause in Kombination mit Keeper Mrkva so sicher, dass nicht ansatzweise eine Aufholjagd in der Luft lag. Im Gegenteil: Die Löwen legten einen 6:0-Lauf zum 21:10-Zwischenstand hin.

Die Löwen jubelten nach dem Schlusspfiff mit ihren ehrenamtlichen Helfern, die wieder einmal kräftig getrommelt hatten.

Sogar der höchste Bundesliga-Sieg des BHC jemals schien nun möglich zu sein. Der war der Mannschaft im Dezember 2019 beim 31:18 gegen die HSG Nordhorn-Lingen gelungen.

Daraus wurde zwar nichts, was sicher auch daran lag, dass Trainer Sebastian Hinze nun munter durchwechselte. Dennoch blieb es ein überzeugender Erfolg, der bei allen Beteiligten für Zufriedenheit sorgte. „Vor allem, weil es ein Spiel war, in dem man gesehen hat, dass wir total dominant waren,“ fand David Schmidt.

Geschäftsführer Jörg Föste ergänzte: „Wir haben über ganz weite Strecken der Begegnung geradezu perfekt Deckung gespielt. Vorne war die Spielsteuerung von Linus Arnesson überragend.“ Mit Blick auf seine euphorische Stimmung merkte der 60-Jährige an: „Es war ein Start-Ziel-Sieg, was will man mehr? Wenn man heute schlechte Laune hat, wird man nie mehr gute bekommen.“

Rund um den BHC

Personal: Csaba Szücs ist immer noch angeschlagen, wärmte sich aber auf und kam für dosierte Einsätze in Frage. Neben den verletzten Daniel Fontaine und Alexander Weck entschied sich Trainer Sebastian Hinze erneut zur Streichung von Ragnar Johannsson, um auf die maximal erlaubten 16 Spieler auf dem Protokoll zu kommen.

Ausblick: Bereits am Sonntag geht es für den BHC bei den Rhein-Neckar Löwen weiter. Da die Partie das Topspiel auf Sky ist und somit bereits um 13.30 Uhr beginnt, reist die Mannschaft schon am Samstag an.

Bei den anwesenden Medienvertretern gefragtester Spieler nach dem 28:19-Erfolg des Bergischen HC gegen die Eulen Ludwigshafen: David Schmidt.

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