BHC-Handball

Vorfreude auf die Nachfolge als Hallensprecher ist riesig

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Am Rande des Heimspiels gegen Essen übernahm Cedric Pick (r.) schon einmal symbolisch das Mikro aus den Händen von Jens Scheffler. 

Cedric Pick übernimmt von Jens Scheffler die Rolle als Hallensprecher der BHC-Handballer.

Von Fabian Herzog

Der neue Hallensprecher des Bergischen HC heißt Cedric Pick. Dass der 34-Jährige die Nachfolge von Jens Scheffler antritt und nach der WM-Pause die Heimspiele des Handball-Bundesligisten begleitet, ist seit der Partie gegen Essen kurz vor Weihnachten bekannt. Nur die Wenigsten dürften aber wissen, wer dieser Pick ist. Judo-Fans im Bergischen kennen ihn als umtriebigen Manager des Zweitligisten Remscheider TV. Aber was steckt ansonsten hinter der neuen BHC-Stimme?

Wir erreichen ihn – auf Besuche verzichten wir in Zeiten von Corona ganz bewusst – in seiner Wohnung. Ach was, in seiner Straße, könnte man meinen. Zusammen mit Freundin Isabel Silva Lopez lebt er in der Pickertstraße. Dort fühlt sich der selbstständige Sportjournalist, der für Magentasport bei Drittligaspielen moderiert, für Bayer Leverkusens Webradio wie Podcast tätig ist und an der Seite von Thorsten Legat im Podcast „Die Spieltags-Stammtischer“ zu hören ist, wohl und nimmt sich Zeit zum Plaudern. Zum Beispiel über. . .

. . . seine Judo-Begeisterung

Als kleiner Junge hat er jede freie Minute auf einem Bolzplatz verbracht. „Mein Vater wollte aber nicht, dass ich in einen Fußballverein gehe“, erinnert sich Cedric Pick. So kam er mit neun Jahren zum Judo beim RTV und nahm eine tolle Entwicklung. Während im Einzel die ganz großen Erfolge ausblieben, kämpfte er sich im Mannschaftswettkampf über den JC Remscheid, MSV Duisburg und Bushido Köln bis in die 2. Liga vor. „Ich galt immer als Trainingsweltmeister“, sagt Pick. So konnte er das nicht überdurchschnittliche Talent mit großer Einsatzbereitschaft kompensieren. „Ich konnte mich immer schon quälen.“

. . . seine Verletzungen

2006 riss sich Pick erstmals das Kreuzband im rechten Knie. Ein Meniskusriss, ein zweites Mal das Kreuzband (2012), ein Meniskusschaden und insgesamt fünf Knie-Operationen später stand für ihn das Ende als aktiver Judoka fest. „Die Ärzte haben mir dazu geraten“, erzählt der Remscheider. Was zunächst ein Schock war, sollte das Schicksal zum Guten wenden.

. . . seine Partnerin

Denn Pick musste zur Untersuchung seines Knies in die Radiologie von Hans-Timm Grabow im Remscheider Allee-Center, wo Isabel Silva Lopez arbeitet. Die Spanierin fiel ihm sofort ins Auge. Mit einem geschulten Blick erspähte er ihren Namen auf dem entsprechenden Schild und schrieb ihr auf Facebook. Drei Wochen später kam die Antwort, seit 2015 sind sie zusammen.

. . . die perfekte Ergänzung

Pick und Silva Lopez – das passt. Nicht nur, weil ihre Familie nur unweit von seiner Schwester in Galicien lebt. Während seine 34-jährige Partnerin gerne und gut kocht, beschränken sich Picks Künste in der Küche aufs Minimum. „Pfannkuchen und Nudeln“, sagt er lachend. Seine Stärken sieht er eher beim Staubsaugen, der Spülmaschine, dem Wäsche falten und Müll rausbringen. Pick: „Außerdem begleite ich sie zwei, drei Mal im Jahr zum Shoppen. Das lasse ich mir hoch anrechnen.“ Während sie sich im Haushalt perfekt ergänzen, teilen sie die Leidenschaft fürs Laufen. Pick und Silva Lopez hatten sich auch für den dann abgesagten Halbmarathon in Lissabon im März 2020 angemeldet.

. . . den Sport

Bei den Judo-Heimevents des Remscheider TV moderiert Pick und hat immer wieder prominente Gäste am Mikro. Wie hier Thorsten Legat. 

Die durch seine Kindheit geprägte Verbundenheit zur Natur lebt der 33-Jährige am liebsten laufend aus. Nach dem Motto „Wenn du nicht schnell laufen kannst, laufe eben lang“, wie er es selbst grinsend formuliert, hat er unter anderem schon in Berlin und New York den Marathon absolviert. Sein großes Ziel sind nun die Läufe in London, Chicago, Boston und Tokio, um die begehrte Marathon-Major-Medaille zu ergattern. „Ich komplettiere so etwas gerne“, erzählt Pick, der sich deshalb für dieses Jahr auch die 100 Kilometer beim Röntgenlauf vorgenommen hat. Denn von Halbmarathon bis Ultra hat der Remscheider schon alles bei seiner Heimatveranstaltung gefinisht.

. . . den BHC

Regelmäßig hat Pick Heimspiele der Löwen besucht, sagt: „Eine Sympathie für den Verein und eine Begeisterung für den Sport ist schon immer vorhanden.“ Als die Anfrage von Geschäftsführer Philipp Tychy kam, sagte der Remscheider schnell zu. „Fünf Nächte drüber schlafen musste ich nicht.“ Einzige Hürde waren eventuelle Überschneidungen mit seinen anderen Jobs. Aber die halten sich stark in Grenzen.

. . . seine Erwartungen an die Rolle als Löwen-Hallensprecher

„Ich freue mich riesig darauf, Teil dieses grandiosen Vereins zu sein“, sagt Pick, der jeweils schon zwei Jahre Stadionsprecher der Fußballer des FC Remscheid und Hallensprecher der Drittliga-Handballer des MTV Braunschweig war. In die Fußstapfen Schefflers möchte er nicht treten. „Jens ist eine Legende. Er hat es so lange gemacht, wie ich auf der Welt bin. Aber ich werde – ohne das Rad neu erfinden zu wollen – meinen eigenen Weg gehen.“

Cedric Pick

Jobs: In seinen beruflichen Werdegang hat der Remscheider schon viel investiert und dabei nicht weniger erlebt. Ob als Büro-Kaufmann-Azubi, Versicherungsvertreter, Model, Moderator des Onlinesenders Manybuy oder im Radio. Dafür lebte er eine Zeit lang sogar im Wohnwagen der Eltern oder nahm eine dreistündige Anfahrt mit Bus und Bahn in Kauf, weil er vorübergehend – „Unvernunft war dabei“ – den Führerschein verloren hatte.

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