Handball

Vom Eishockey-Torhüter zum Rechtsaußen des BHC

Emil Hansson hat für ein Jahr beim Bergischen HC unterschrieben. Gerade im physischen Bereich erwartet ihn im Vergleich zur schwedischen Liga eine Umstellung.
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Emil Hansson hat für ein Jahr beim Bergischen HC unterschrieben. Gerade im physischen Bereich erwartet ihn im Vergleich zur schwedischen Liga eine Umstellung.

Emil Hansson erfüllt sich mit seinem Bundesliga-Engagement einen Traum – und wittert seine Chance.

15 Jahre war Emil Hansson alt, als er zum ersten Mal im Kader der schwedischen Jugend-Nationalmannschaft stand. Das ist eigentlich nicht außergewöhnlich, doch der neue Rechtsaußen des Bergischen HC hatte erst ein Jahr zuvor überhaupt mit dem Handballsport begonnen. „Mit 14 habe ich es ausprobiert, und es hat einfach unheimlich viel Spaß gemacht“, blickt der Sportler zurück. Die Entwicklung seitdem gleicht einer Bilderbuch-Geschichte und erreicht mit dem Wechsel in die Bundesliga ihre vorläufige Krönung. Am Ziel ist Emil Hansson aber noch lange nicht.

„Als ich sehr jung war, wollte ich unbedingt Eishockey-Profi werden“, erinnert sich der 25-Jährige. „In Schweden ist die Sportart viel populärer als Handball, und es dauerte auch nicht lange, bis ich ein Idol hatte.“ Henrik Lundqvist zählt zu den besten Torhütern seiner Generation, schaffte es 2005 in die nordamerikanische Profiliga NHL und war 15 Jahre die Nummer eins zwischen den Pfosten der New York Rangers, einem der prominentesten Clubs der Spielklasse. Für Hansson war daher schnell klar: Im Tor wollte er stehen. Mit fünf Jahren fing er in seinem Heimatort Kristianstad an und zog es knapp neun Jahre lang durch – bis er plötzlich den Handball für sich entdeckte.

Obwohl er auch im Eishockey Erfolg hatte, blickte er niemals mehr zurück. In seiner neuen Sportart ging es immer nur bergauf. Mit 17 feierte er seine Premiere beim schwedischen Erstligisten IFK Kristianstad – übrigens an der Seite von Kristian Björnsen, der bis Ende Juni noch bei der HSG Wetzlar unter Vertrag stand. Über Eskilstuna Guif ging es nach Helsingborg, wo Hansson jeweils zum Stammspieler avancierte, den Abstieg des letztgenannten Clubs im vergangenen März allerdings nicht verhindern konnte. „Mein Vertrag war ohnehin ausgelaufen. Ich wollte den nächsten Schritt gehen, so dass ich einem Wechsel ins Ausland offen gegenüberstand“, erläutert Hansson.

Ich denke jetzt noch nicht daran, welche Türen sich öffnen könnten.

Emil Hansson, BHC-Zugang

Angebote habe er einige gehabt, doch als ihm sein Agent vom Interesse des Bergischen HC erzählte, habe die Entscheidung fast schon festgestanden. „Die Bundesliga ist die Spielklasse, die jeder erreichen will. Es war klar, dass ich das mache“, sagt der Linkshänder, für den sich die Tür bei den Löwen durch die Verletzung von Yannick Fraatz öffnete. Weil der sich im Training diverse Bänder im Knie riss und wohl in der Hinrunde noch nicht wieder spielen kann, hatte der BHC in Arnor Gunnarsson nur noch einen gelernten Rechtsaußen im Kader. So unterschrieb Hansson einen Einjahresvertrag.

Dass das eine große Chance für ihn ist, weiß der Handballer. „Aber ich denke jetzt noch nicht daran, welche Türen sich öffnen könnten, wenn ich gute Leistungen zeige. Wichtig ist mir erst einmal, dass ich mich verbessere, der Mannschaft helfen kann und meine Gelegenheiten gut nutze, wenn ich sie bekomme“, meint Hansson. So dürfte Gunnarsson, der in seine zehnte BHC-Saison geht, erste Wahl auf der Rechtsaußen-Position sein, doch er wird kaum alle Partien durchspielen.

„Ich freue mich riesig, vor Fans in der Bundesliga anzutreten. Die Atmosphäre ist bestimmt grandios. Zumindest habe ich schon viel darüber gehört“, sagt Hansson. Die Nervosität hat sich bereits gelegt. „Im ersten Testspiel in Gummersbach war ich sehr angespannt und habe schlecht gespielt“, findet er. „Aber danach ging es besser, und auch körperlich komme ich immer besser in Form.“ Technisch starke Spieler seien auch in Schweden an der Tagesordnung, „in der Bundesliga geht es allerdings viel physischer zur Sache. Der Handball ist intensiver hier.“

Mit seiner Freundin Emilia, die ihn in den vergangenen sieben Jahren auch bei seinen Stationen in Schweden begleitet hat, ist Emil Hansson nach Solingen gezogen. „Wir wohnen direkt neben Simen Schönningsen. Das ist ganz angenehm. Er kann mir auch bei der deutschen Sprache ein bisschen helfen – ich arbeite zwar auch daran, aber er beherrscht sie schon besser als ich. “

Beide BHC-Zugänge werden am kommenden Wochenende (Sonntag, 12. September, 16 Uhr) ihre Heimpremiere in der Klingenhalle bestreiten. Beim Duell gegen den HSV Hamburg sitzen auch Hanssons Eltern auf der Tribüne. „Ich stehe meiner gesamten Familie sehr nahe“, berichtet der 25-Jährige. „Mit meinen vier Geschwistern – zwei ältere Brüder, ein jüngerer Bruder und eine jüngere Schwester – bin ich fast täglich in Kontakt.“ Alle seien stolz auf ihn – natürlich auch sein Vater. „Auch wenn er mich wohl lieber im Tor der New York Rangers gesehen hätte.“

Zur Person

Emil Hansson wurde in Kristianstad geboren und begann mit dem Handball in der Nähe bei Näsby IF. Er durchlief alle Jugendnationalteams und erzielte in der U19 sowie U21 151 Tore in 62 Spielen. Das Erreichen des Männer-Nationalteams sei ein Traum.

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