Handball

Ungewissheit ist ausgeprägt – trotz aller guter Tests

Alexander Weck hat in der Vorbereitung häufiger mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht – auch als Aushilfe auf der Spielmacher-Position.
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Alexander Weck hat in der Vorbereitung häufiger mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht – auch als Aushilfe auf der Spielmacher-Position.

Handball-Bundesliga: Mit Spannung wird das erste Pflichtspiel des neu formierten Bergischen HC bei GWD Minden erwartet.

Von Thomas Rademacher

Intensiv und zwischendurch von Verletzungen überschattet verlief die Vorbereitung des Bergischen HC auf die Saison 2022/23 in der Handball-Bundesliga. Mit neuem Trainer und auf vielen Positionen verändertem Team haben die Löwen kein einziges Testspiel verloren und agierten gerade offensiv in vielen Bereichen schon so, wie es sich Jamal Naji wünscht. „Aber am Sonntag müssen wir es im Pflichtspiel bestätigen“, sagt der Cheftrainer. Die Bergischen sind um 16.05 Uhr bei GWD Minden zu Gast – einem Gegner, gegen den der BHC in der vorigen Saison als einzige Mannschaft im Oberhaus keinen Punkt geholt hat.

Die Ostwestfalen haben die Klasse mit 18 Punkten gerade so vor HBW Balingen-Weilstetten (16) und dem TuS N-Lübbecke (14) gehalten und kompensierten damit einen Saisonstart von 0:18- beziehungsweise 2:26-Zählern. Hatte GWD vor der vergangenen Spielzeit einen gewaltigen Umbruch zu vollziehen, ist die Situation in dieser Saison anders, jedoch keinesfalls entspannter. Elf Abgängen stehen nur drei Zugänge gegenüber. Zwar gab die Mannschaft von Coach Frank Carstens zahlreiche Langzeitverletzte ab, die nicht oder kaum zum Einsatz kamen, dennoch ist der Kader recht dünn besetzt.

Marko Vignjevic kam im Frühjahr und dürfte eine Schlüsselrolle im linken Rückraum einnehmen, der dänische Zugang Mathias Bitsch dürfte diese Funktion auf der anderen Seite innehaben. Dahinter warten bei GWD sehr junge, unerfahrene Spieler, so dass die Mannschaft wohl immer wieder auch mit Spielmachern auf den Halbpositionen agieren wird. Schließlich sind die Ostwestfalen auf der Mitte mit Maximilian Janke, Niclas Pieczkowski und dem 2021/22 überragend aufspielenden Mohamed Darmoul gut besetzt.

„Am Anfang der Saison weiß niemand, wo er steht.“

Jamal Naji, BHC-Trainer

„Die beiden Schlüsselspieler sind in Minden geblieben“, ist BHC-Coach Naji überzeugt. Neben Darmoul handele es sich dabei um Malte Semisch. Der Torhüter entnervte nicht nur zwei Mal den BHC, sondern gehörte mit 330 Paraden bei einer Fangquote von mehr als 31 Prozent zu den besten Schlussleuten der Liga. „Wenn er zu Hochform aufläuft, hat jeder Gegner ein Problem“, meint der BHC-Trainer. „Wobei dies auf viele Torhüter zutrifft. Man darf Minden nicht auf Semisch reduzieren.“

GWD wird von vielen Experten auch in dieser Saison zu den Abstiegskandidaten gezählt. Jamal Naji ist sich aber sicher: „Das kann ein Fifty-Fifty-Spiel werden. Am Anfang der Saison weiß niemand, wo er steht.“ Das gilt auch für den BHC. Daran würde sogar die beste Vorbereitung nichts ändern. „Für uns muss es darum gehen, eine etwaige Anfangsnervosität schnell abzulegen, gut ins Tempospiel zu kommen und im Angriff auch die Außen in Szene zu bringen. Dann habe ich maximales Vertrauen, dass wir mit Punkten nach Hause fahren.“

So ausgeprägt, wie in dieser Saison, sei die Ungewissheit vor dem ersten Spiel noch nie gewesen, räumt Christopher Rudeck ein. Der Torhüter, der in seine achte BHC-Spielzeit geht, weiß, wovon er spricht. „Das ist bei einem solchen Umbruch natürlich auch normal. Und gleichzeitig ist es als Spieler extrem spannend“, sagt der 27-Jährige. „Die Anspannung ist zum Saisonstart immer da, jetzt ist aber so viel neu, dass man sich einfach fragt, wie wir es im Pflichtspiel auf die Platte kriegen.“ Nicht umsonst hatte auch Geschäftsführer Jörg Föste das Duell in Minden unlängst als Meilenstein bezeichnet.

Die Vorbereitungspartien lassen darauf hoffen, dass der BHC die von Naji als Ziel ausgegebene verbesserte Wurfauswahl auch in Minden umsetzen kann. In der Deckung jedoch hatte sich der Trainer zuletzt auch kritisch geäußert. „Es gab das eine oder andere Kommunikationsproblem – gerade in Grenzsituationen“, beschreibt der 36-Jährige. „Ich hoffe, dass wir uns da noch einmal steigern.“ Thema waren zudem defensive Konzentrationsfehler, die es Saporischschja im letzten Test das eine oder andere Mal leicht gemacht hatten. „Die werden uns bestimmt noch manchmal passieren. Aber acht oder neun, wovon sechs dann in Gegentoren münden, sind einfach zu viele.“

Rund um den Bergischen HC

Personal: Bis auf die Langzeitverletzten Fabian Gutbrod und Csaba Szücs werden die Löwen am Sonntag komplett antreten.

Bilanz: Von 14 Bundesligaspielen gegen Minden gewann der BHC acht und der Gegner fünf. Ein Mal trennten sich die Teams remis. Beide Duelle in der vorigen Saison entschieden die Ostwestfalen für sich.

Fanbus: Die Bergischen Handball Löwen, Fanclub des BHC, organisieren eine Reise zum Auftaktspiel. Der Bus fährt um 12 Uhr an der Klingenhalle ab und macht einen Stopp an der Wuppertaler Bayerhalle. Die Anmeldung ist telefonisch oder per E-Mail bei Kathrin Muskulus möglich: 0163/2348937

fanclub.bhl@gmail.com

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