Handball

Überragender Stutzke macht für den BHC alles klar - Mit Podcast

Lukas Stutzke war vor allem in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr aufzuhalten.
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Lukas Stutzke war vor allem in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr aufzuhalten.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC schlägt den TBV Lemgo Lippe überzeugend mit 32:27 (17:11).

Von Thomas Rademacher

Selten sind die Schiedsrichter ein großes Thema bei Spielen des Bergischen HC in der Handball-Bundesliga. Doch in dieser Saison herrschte bei den Partien des Gespanns Nils Blümel/Jörg Loppaschewski zumindest latent Unzufriedenheit bei den Löwen. In Balingen (28:30) kassierte Tom Kare Nikolaisen für eine vergleichsweise harmlose Aktion die Rote Karte, beim 24:29 gegen die SG Flensburg gingen ebenfalls recht viele Pfiffe gegen den BHC. Am Sonntagnachmittag lag allerdings Florian Kehrmann im Clinch mit den Unparteiischen. Der Coach des TBV Lemgo war angesichts eines Fehlstarts seines Teams von Anfang an eher gereizt und musste mitansehen, wie seine Truppe vom BHC phasenweise vorgeführt wurde. Die Löwen gewannen 32:27 (17:11).

Positiv waren die Emotionen bei Sebastian Hinze fast während des gesamten Spiels.

Beim Zwischenstand von 7:2 für die Bergischen nahm Kehrmann seine erste Auszeit. Über taktische Dinge wollte er nicht sprechen, sondern fauchte seine Mannschaft an: „Habt ihr Bock Handball zu spielen?“ Der Trainer bot auch eine nicht zitierbare Alternative an, die sich auf einen freiwilligen Rückzug bezog. Während Kehrmann hörbar bedient war, zog der BHC sachlich sein Ding durch. Auf dem Weg zum 7:2 hatte Simen Schönningsen ebenso sehenswert getroffen wie seine Mitspieler bedient. Alexander Weck donnerte die Kugel mit Gewalt in die Maschen, und auf der anderen Seite stand die Abwehr mit Torhüter Tomas Mrkva dahinter hervorragend. Aus dem Rückraum lief bei den Gästen überhaupt nichts.

„Ohne Gedanken bin ich mit 100 Prozent in die Aktionen rein.“

Lukas Stutzke, BHC-Rückraum

Das erste Lemgoer Tor aus einer etwas größeren Distanz fiel beim 4:7 durch Tim Suton. Kehrmanns Weckruf löste allerdings maximal ein kurzes Strohfeuer bei den Gästen aus. Die Löwen hatten immer wieder Antworten. Sie konterten insbesondere über Jeffrey Boomhouwer stark und ließen sich auch von einem leicht schrumpfenden Vorsprung nicht beeindrucken. Ein 9:7 verwandelte die Truppe durch ein Traumtor von Max Darj, Lukas Stutzke, wieder Darj sowie Linus Arnesson, Boomhouwer und Tomas Babak konsequent in einen 15:9-Vorsprung. Trotz kleinerer Fehler wie einem über das Tor geworfenen Gegenstoß von Tom Kare Nikolaisen oder einem Babak-Fehlpass ging der BHC mit einem komfortablen 17:11-Vorsprung in die Pause.

War das bereits die Vorentscheidung? Mitnichten. Das 20:17 beantworteten Arnor Gunnarsson und Nikolaisen mit zwei beruhigenden Toren, aber in Überzahl verkürzten die Gäste zehn Minuten vor Schluss auf 22:24. Nun waren die 900 Fans in der unter Corona-Bedingungen ausverkauften Klingenhalle gefragt. Sie peitschten ihr Team an und wurden belohnt. Lukas Stutzke erzielte ein herausragendes Tor, Schönningsen feuerte den Ball über das gesamte Feld ins verwaiste Gehäuse. Die Löwen bissen sich nun durch. Angeführt vom nun überragenden Stutzke stellten sie mit ihren Toren immer wieder auf drei Treffer Unterschied, wenn Lemgo wieder aufkam. „Es ist gut für uns, wenn wir so ein Stress-Spiel gewinnen“, meinte der sechsfache Torschütze. „Ohne Gedanken bin ich mit 100 Prozent in die Aktionen rein. Das hat gut geklappt.“

Noch einmal zu den Schiedsrichtern: Die waren angesichts des auch kämpferisch stärkeren BHC trotz Kehrmanns Unzufriedenheit und teilweise kleinlichen Pfiffen kein Faktor. Es war übrigens nicht der erste Sieg unter Blümel/Loppaschewski. Vorige Saison hatte das Gespann auch den sensationellen 31:27-Erfolg der Löwen beim SC Magdeburg gepfiffen. Und beim nach dem Wiederaufstieg bisher einzigen Auftritt der beiden Berliner in der Klingenhalle hatten die Hausherren ebenfalls die Oberhand behalten. Gegner beim 35:26 im Spätsommer 2018: Lemgo.

Ausfälle

Kurzfristig musste der Bergische HC auf Christopher Rudeck verzichten. Der zuletzt hervorragend aufgelegte Torhüter hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Weiterhin fehlten Fabian Gutbrod und David Schmidt mit Schulter- beziehungsweise Oberschenkelverletzungen.

Stimmen zum Spiel

Kommentar von Thomas Rademacher: Besonders schön

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Die Duelle des Bergischen HC gegen den TBV Lemgo sind oft besonders umkämpft und fühlen sich trotz der knapp 200 Kilometer Entfernung zwischen beiden Teams manchmal wie Derbys an. So war es auch am Sonntagnachmittag, als 900 Zuschauer in der „ausverkauften“ Klingenhalle voll auf ihre Kosten kamen. Das 32:27 war aber nicht nur besonders schön, weil es der achte BHC-Sieg gegen Lemgo und damit die Übernahme der Führung im wettbewerbsübergreifenden Direktvergleich war. Nein, Lemgo holt gerne Rückstände auf. Auch gegen den BHC. Diesmal aber behielten die Löwen den kühlen Kopf.

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