Handball

Der Tusem kommt zur Spätschicht in die Klingenhalle

Lukas Stutzke überzeugte in Mannheim mit Entschlossenheit. Auch der fünffache Torschütze war nach dem 23:24 angefressen und will am Mittwoch wieder punkten. Foto: Christian Beier
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Lukas Stutzke überzeugte in Mannheim mit Entschlossenheit. Auch der fünffache Torschütze war nach dem 23:24 angefressen und will am Mittwoch wieder punkten.

Bundesliga: Die Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen hat beim Bergischen HC alle geärgert – der Fokus liegt nun aber schon auf Essen.

Von Thomas Rademacher

Enttäuscht, ja regelrecht genervt wirkten Spieler und Trainer des Bergischen HC unmittelbar nach der 23:24 (9:13)-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen. „Das Spiel hat bei mir extrem gewirkt“, sagt Trainer Sebastian Hinze. „Vielleicht auch etwas mehr als andere knappe Niederlagen. Das ging mir so schnell nicht aus dem Kopf. Inzwischen ist es okay.“ Der 41-Jährige klingt, als liege die Bundesliga-Partie bereits einige Zeit zurück. Dabei sind nicht einmal 24 Stunden vergangenen, als Hinze berichtet, dass er die Nachbereitung der Niederlage beendet und die taktische Analyse des nächsten Gegners abgeschlossen hat. Im Oberhaus geht es in diesen Tagen schließlich Schlag auf Schlag. Am Mittwochabend kommt der Tusem Essen zum letzten Heimspiel des Jahres in die Klingenhalle. Ungewöhnlich spät, um 20.15 Uhr, wird die Begegnung angeworfen.

„Wir werden wach sein“, ist sich Geschäftsführer Jörg Föste sicher. „Auch in diesem Heimspiel werden wir unsere Tugenden an den Tag legen.“ Damit meint der 60-Jährige freilich auch den unermüdlichen Einsatz in der Deckung, der die Bergischen so nah an die Überraschung bei den Rhein-Neckar Löwen gebracht hat. „In der Summe war das herausragend“, stellt Hinze noch einmal klar. „Aber bei den letzten beiden Gegentoren können wir es besser machen.“ In Unterzahl kamen Alexander Petersson und Andy Schmid jeweils recht einfach zum Abschluss und erzielten dabei die entscheidenden Treffer zum Mannheimer Sieg.

Ob es in den letzten Spielminuten der BHC war, der ins Nachdenken kam, weil er kurz davor war, trotz eines klaren Halbzeitrückstands beim klaren Favoriten etwas Zählbares mitzunehmen? Das will Hinze so pauschal nicht sagen. Die Körpersprache habe auch in dieser Phase gestimmt. Und Rückraumspieler David Schmidt betont: „Eigentlich sind es die Rhein-Neckar Löwen, die den Druck haben, weil sie die Erwartung haben, uns zu schlagen.“

So bleibt eine bittere Niederlage, die Hinze vor allem an den vergebenen Chancen in der ersten Hälfte, aber auch an zwei verworfenen Siebenmetern nach der Pause festmacht. „Es ist unser Anspruch, diese Bälle ins Tor zu werfen“, betont der Coach. „Selbst wenn wir die Chancen gut kreiert haben, in dieser Häufigkeit dürfen wir nicht vergeben. Auch, weil es doppelt schmerzt, weil der Gegner so zu einfachen Kontern und Toren kommt.“

Das gilt freilich ebenso für den nächsten Kontrahenten. Der Tusem Essen setzt voll auf Tempo, hat eine ähnliche Grundidee wie der BHC. „Aus der 6:0-Deckung spielen sie schnell nach vorne und sind in diesen Situationen vor allem über ihre Außenspieler brandgefährlich“, sagt Hinze. Neben Noah Beyer, der die interne Torschützenliste des Aufsteigers mit 59 Treffern anführt, schließt Hinze damit auch den Solinger Lukas Becher ein, der auf der linken Außenbahn Zweitbesetzung ist.

„Essen ist dabei nicht ins Flattern gekommen, sondern hat konsequent weitergemacht.“
Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Fünf Punkte haben die Essener bislang geholt und gerade in den jüngsten Partien viele ordentliche Leistungen gezeigt. Zuletzt schlug der Tusem den HSC Coburg im Duell der Aufsteiger 29:27. Ende November war der Truppe ein 26:26 gegen Hannover gelungen, und beim 29:30 in Minden sprang nur kein Punkt heraus, weil Beyer den letzten Siebenmeter vergab. „Essen präsentiert sich sehr stabil“, findet Hinze. „Gegen Coburg ist zwar ein deutlicher Vorsprung geschmolzen. Das lag aber vor allem daran, dass der gegnerische Torhüter unheimlich viele freie Bälle weggenommen hat. Essen ist dabei nicht ins Flattern gekommen, sondern hat konsequent weitergemacht.“

Daher erwartet der Trainer eine entsprechend konzentrierte Vorstellung seines Teams: „In der Deckung müssen wir hellwach sein, im Angriff gilt es, das Tempospiel so gut wie möglich zu unterbinden.“ Wenn dies gelingt, stehen die Chancen gut, dass der BHC am Mittwochabend nach der Spätschicht mit 14:14-Punkten eine ausgeglichene Bilanz haben wird.

Rund um den BHC

Csaba Szücs: Ob das angeschlagene Abwehr-Ass dabei ist, steht nicht fest. „Tom Kare Nikolaisen hat sich in der Deckung deutlich gesteigert“, sagt Trainer Sebastian Hinze mit Blick auf Szücs’ ersten Ersatzmann. „Trotzdem wissen wir, dass Csaba für uns sehr wichtig ist.“

Bilanz: In der Bundesliga hat der BHC noch nie gegen Essen gespielt. In der 2. Liga gewannen die Löwen vor drei Jahren beide Partien.

Ausblick: Das Fest fällt beim BHC kurz aus. Bereits am ersten Weihnachtstag bricht das Team Richtung Stuttgart auf. Dort findet am Samstag das letzte Spiel des Jahres statt.

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