Handball

Mit Podcast: Tomas Mrkva hält den ersehnten Erfolg fest

Tomas Mrkva entnervte den Mindener Angriff mit 22 teilweise spektakulären Paraden.
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Tomas Mrkva entnervte den Mindener Angriff mit 22 teilweise spektakulären Paraden.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC schlägt GWD Minden nach vier Niederlagen in Serie 25:24 (13:12).

Von Thomas Rademacher

Eine Minute vor Schluss steht das Bundesliga-Spiel auf des Messers Schneide. 25:24 führt der Bergische HC im extrem umkämpften, aber auch hektischen und stressigen Duell gegen GWD Minden. Von Nervosität ist in dieser Phase aber plötzlich keine Spur mehr. Völlig abgezockt spielt der Bergische HC den letzten Angriff herunter. Immer wieder provozieren die Löwen durch Fabian Gutbrod oder Linus Arnesson das Foul. Die Gäste bekommen den Ball erst drei Sekunden vor dem Ende. Es ist zu spät. Die Löwen bejubeln einen 25:24 (13:12)-Sieg, den ersten nach vier Niederlagen in Folge. Held des Tages ist Tomas Mrkva, der 22 Bälle parierte und damit die zweitstärkste Torhüter-Leistung der gesamten Bundesliga-Saison in einem Einzelspiel zeigte.

Der Tscheche schien seine Effektivität selbst nicht glauben zu können.

Schon die erste Halbzeit gehörte dem Tschechen. Er parierte inklusive eines Siebenmeters zwölf Mal und entschärfte damit in den ersten 30 Minuten exakt die Hälfte der Bälle auf sein Gehäuse. Mrkva ebnete den Weg zur Pausenführung, die mit 13:12 allerdings beschaulich ausfiel.

Zu unsicher hatten sich die Löwen offensiv immer wieder präsentiert. Sie ließen zwar nicht – wie in den vergangenen Partien – übermäßig viele Gelegenheiten aus sechs Metern liegen, leisteten sich aber Fehler. Der überraschende Kempa-Pass von David Schmidt auf Gutbrod zum Auftakt funktionierte zwar hervorragend, doch im nächsten Angriff misslang ein Zuspiel des Linkshänders. Linus Arnesson und Schmidt warfen in den Block, insgesamt wirkten die Löwen nach wie vor verunsichert und mitunter hektisch. Sogar der starke Mrkva spielte nach einer Parade den Gegenstoß-Pass in die Hände des Gegners.

„Wir haben den Sieg mit der Brechstange erzwungen.“

Jörg Föste, BHC-Geschäftsführer

Dennoch: Der BHC hatte auch Erfolgserlebnisse, die das angeschlagene Selbstbewusstsein aufpäppelten. Max Darj verwertete einen Arnesson-Zuckerpass ebenso gefühlvoll. Renars Uscins stahl die Kugel, lief den Gegenstoß selbst und traf zur 12:11-Führung. Und in der besonderen Drucksituation, in der sich der BHC befand, war auch ein durch Jeffrey Boomhouwer verwandelter Siebenmeter gegen Carsten Lichtlein erwähnenswert. Schließlich war die Quote von der Linie zuletzt unterirdisch gewesen.

Schon in den letzten Minuten vor der Pause wirkten die Bergischen etwas abgeklärter – eine Tendenz, die sich nach Wiederanpfiff zwar kurzzeitig fortsetzte, aber nicht gerade zu guten Chancen führte. Uscins und Arnesson mussten im passiven Spiel Not-Abschlüsse nehmen. Letzterer hatte immerhin Glück, als der Ball vom Abwehrblock zurück zu ihm kam und er den Nachwurf versenkte. Nachdem Mrkva mal wieder einen freien Ball pariert hatte, traf Uscins mit aller Entschlossenheit zum 16:15. Ein echter Lauf gelang den Bergischen trotz aller Heldentaten des Schlussmanns aber weiterhin nicht.

Es blieb eine unheimlich verkrampfte Partie mit teilweise deftigen Fehlern auf beiden Seiten. BHC-Kapitän Fabian Gutbrod behielt in der Hektik die Nerven, versenkte zwei Mal abgeklärt. Trainer Sebastian Hinze setzte zudem mit Kristian Nippes auf Erfahrung im Rückraum. Der kassierte zwar eine Zeitstrafe, die aber verpuffte, weil es den Löwen gelang, ihren Angriff lange auszuspielen. Max Darj kam zum Abschluss, zog den Siebenmeter und zwei Minuten. Boomhouwer versenkte. Weil Schmidt völlig frei vergab, musste Mrkva das 21:21 festhalten.

Am Ende waren es die Löwen, die in eine Überzahl zum hauchdünnen 25:24-Vorsprung nutzten. Gutbrod glich in aller Ruhe mit seinem siebten Treffer aus, Boomhouwer erzielte den Siegtreffer. Vorausgegangen war natürlich – na was wohl – eine Mrkva-Parade. „Ich bin überglücklich, die Jungs sind überglücklich“, resümierte BHC-Geschäftsführer Jörg Föste. „Eine derartige Negativ-Serie kann man wohl nur mit einem derartigen Spiel beenden. Wir haben den Sieg mit der Brechstange erzwungen.“

Personal

Verzichten mussten die Löwen auf Kreisläufer Tom Kare Nikolaisen, der sich einen Magen-Darm-Infekt zugezogen hat. Ebenfalls nicht Teil des 16er-Kaders war Daniel Fontaine. Er machte Platz für Rückkehrer Sebastian Damm, der nach überstandener Corona-Infektion zum ersten Mal seit knapp zwei Monaten dabei war.

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