Handball

Temporeicher BHC festigt den 9:1-Traumstart

Max Darj und der BHC überrollten HBW Balingen-Weilstetten in den ersten 18 Minuten. Der im Sommer zum BHC wechselnde Tim Nothdurft (l.) blieb blass. Foto: Moritz Alex
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Max Darj und der BHC überrollten HBW Balingen-Weilstetten in den ersten 18 Minuten. Der im Sommer zum BHC wechselnde Tim Nothdurft (l.) blieb blass.

Bundesliga: Bergische Löwen bezwingen Balingen mit 29:21 (15:7)

Von Jürgen König

Eine herausragende erste Viertelstunde sorgte am Donnerstagabend für klasse Stimmung in der Klingenhalle und für die frühe Entscheidung – das 9:1 gegen ein in jener Phase überfordertes Team des HBW Balingen-Weilstetten bedeutete trotz des anschließenden 20:20 die Basis für das 29:21 (15:7) und die nächsten beiden Punkte für den Bergischen HC. Sebastian Hinze hatte es zuvor noch einmal betont: „Unser vorrangiges Ziel muss es sein, den Klassenerhalt so schnell wie möglich perfekt zu machen.“ Das sollte spätestens jetzt geschafft sein, auch ohne endgültige rechnerische Sicherheit ist das Polster zur Abstiegsregion dick genug.

Stimmen zum Spiel im BHC-Podcast

Respekt hatte der Cheftrainer vor den oft zu Toren führenden Pässen von Torhüter Mario Ruminsky gehabt, gleich zu Beginn ging einer direkt in die Arme seines Gegenübers Christopher Rudeck. Auch deswegen gelang den in der Deckung lange Zeit herausragend agierenden Hausherren ein fantastischer Start – 4:0 nach neun Minuten und Auszeit der Süddeutschen, die oft ins Zeitspiel gezwungen wurden und dann hektische Abschlüsse folgen ließen.

Pech war bei Jona Schoch und Kollegen indes auch im Spiel, vier Mal klatschte der Ball an Pfosten oder Latte des BHC-Gehäuses, in dem Rudeck einen guten Job verrichtete. Bezeichnend für die Angriffsleistungen des HBW: Linksaußen Tim Nothdurft, ab der kommenden Saison für drei Jahre bei den Bergischen Löwen unter Vertrag stehend, warf nach eben einem jener Ruminsky-Pässe frei drüber. Es blieb eine Demonstration des temporeichen und abschlussstarken BHC in Offensive wie auch in der Defensive. Für eine herausragende Abwehraktion sorgte Tom Kare Nikolaisen, vorne krönte Lukas Stutzke die Glanzvorstellung mit dem 8:1 in der 14. Minute, was Balingens Coach Jens Bürkle zum zweiten Mal zur Grünen Karte greifen ließ.

Die vergebenen Großchancen blieben das große Defizit der Gäste, die erst nach dem 1:9 und einer unvorstellbaren Wurfquote von unter zehn Prozent ins Spiel fanden – insbesondere über einfache Tore von Daniel Ingason, der nach mehr als 18 Minuten den erst zweiten Treffer erzielte. Aber der BHC war sichtbar gewillt, erst gar keine Spannung aufkommen zu lassen und die gute Stimmung auf den Rängen aufrechtzuerhalten. Kapitän Fabian Gutbrod rückte nach seiner langen Zwangspause aufs Feld, Tomas Babak schloss eine Traumkombination ab – solche atmosphärischen Höhepunkte zogen sich bis zum Pausenpfiff durch.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Der BHC legte vor, Balingen zog auch ohne seinen abgemeldeten Torjäger Vladan Lipovina stets nach. Linus Arnesson schraubte das Ergebnis in der 48. Minute dann erstmalig auf zehn Tore (25:15), die Außenpositionen bekleideten fortan Yannick Fraatz für Arnor Gunnarsson und Tobias Schmitz statt Jeffrey Boomhouwer. Am Kreis bekam Tom Bergner für Max Darj seine Chance. Das Konzept Talente statt Erfahrung ging auf und ließ die Tribüne in der 52. Minute wackeln, als Schmitz eiskalt von Außen zum 26:16 abschloss und Fraatz kurz drauf den 27. Treffer hinterherschob. Es war ein gelungener Abend, an dem Christopher Rudeck zwischen den Pfosten zu den Aktivposten gehörte. Der Kempa von Simen Schönningsen auf Fraatz mit dessen herrlichem Treffer zum 29:21 war bezeichnend: Der Norweger wusste im Abschluss wie in der Vorbereitung voll zu überzeugen. „Wir waren voll da und haben Balingen auf Distanz gehalten“, zog Sebastian Hinze sein Fazit.

Personal

Für den fehlenden Sebastian Damm (Gehirnerschütterung) stand Tobias Schmitz als Ersatz auf der Linksaußen-Position im Kader. Zudem musste Csaba Szücs mit einem Sehnenriss am Fuß passen. Da Alexander Weck nach einer Corona-Infektion überraschenderweise doch auf der Bank saß, musste Trainer Sebastian Hinze auf einen Spieler verzichten, um die Maximalanzahl von 16 einsatzberechtigten Profis nicht zu überschreiten. Seine Wahl fiel auf Rechtsaußen Emil Hansson.

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