Handball

Starke Löwen drehen nach der Pause richtig auf

Yannick Fraatz leistete sich bei sieben Würfen keinen einzigen Fehlversuch.
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Yannick Fraatz leistete sich bei sieben Würfen keinen einzigen Fehlversuch.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC überzeugt im ersten Pflichtspiel des Jahres bei GWD Minden und gewinnt 36:29 (16:13)

Aus Lübbecke berichtet Thomas Rademacher

Früh in der zweiten Halbzeit sah der Bergische HC im Auswärtsspiel bei GWD Minden bereits wie der klare Sieger aus. Doch dann hatten die Gastgeber in der Lübbecker Merkur Arena doch noch kurz Hoffnung. Beim Stand von 27:30 setzte Justus Richtzenhain aus sechs Metern an – doch der Ball landete in den Fängen von Christopher Rudeck. Der Impuls genügte, um die Löwen endgültig auf die Siegerstraße zu schicken. Mit 36:29 (16:13) gewann die Mannschaft von Sebastian Hinze überzeugend – in allen Belangen des Spiels. „Überragend gefallen hat mir vor allem das Tempospiel“, betonte der Coach.

Es dauerte eine Weile, bis die Bergischen ins Spiel fanden. So leistete sich Linus Arnesson einen Fehlpass und warf die Kugel kurz darauf weit über das Tor. Und auch Christopher Rudecks erster Gegenstoß-Pass war etwas zu weit, so dass Yannick Fraatz den Ball vor dem Aus retten musste, um sich in Bedrängnis zum 1:0 durchzusetzen. Doch wenig später hatten die Löwen den Rost im ersten Pflichtspiel des Jahres abgeschliffen.

Kam, sah und siegte: Schwedens WM-Held Max Darj traf acht Mal.

Gerade defensiv bekam die Truppe durch eine kompakte Deckung mit Max Darj und Tom Kare Nikolaisen im Zentrum Zugriff. GWD Minden hatte oft Mühe, gute Abschlüsse zu finden. Im Positionsangriff erarbeiteten sich die Gäste einen klaren Vorteil. Durch Lukas Stutzke, der mehrmals entschlossen abzog, aber auch Jeffrey Boomhouwer, der einen guten Auftakt hinlegte, zwei Mal sicher abschloss und auch beim Abpraller hellwach blieb. Später in der ersten Halbzeit war es dann David Schmidt, der auf der rechten Rückraumseite aufdrehte. Sein Doppelschlag zum 14:9 bescherte den Bergischen die vorerst höchste Führung.

Csaba Szücs zeigte seine Qualitäten nach der Pause

Überhaupt kein Faktor waren die GWD-Torhüter. Carsten Lichtlein und Malte Semisch konnten vor der Pause jeweils nur ein Mal entscheidend eingreifen. Trotzdem reichte es für die Löwen lediglich zu einem 16:13-Pausenvorsprung. Minden verteidigte nun effektiver, zwang die Gäste ins Zeitspiel. Außerdem profitierten sie von einer Hinausstellung gegen Nikolaisen, die sie nutzten, um auf drei Tore zu verkürzen.

Etwas unglücklich lief der letzte BHC-Angriff vor der Pause. Arnesson setzte gerade zu seinem dritten Treffer an, als die Unparteiischen einen Schrittfehler ahndeten. Weil der Schwede die Kugel nicht sofort ablegte, sondern noch abschloss, musste er für zwei Minuten auf die Bank und egalisierte damit die kurz zuvor geahndete Strafzeit gegen Doruk Pehlivan.

Auf ein Tor kamen die Hausherren nach Wiederanpfiff heran, bevor Max Darj vom Kreis versenkte und Rudeck auf der anderen Seite parierte. Schmidt stellte mit einem weiteren Gewaltwurf erneut auf drei Tore Abstand. Den Vorsprung hielten die Bergischen unter anderem durch ein geniales Tor von Arnesson. Und als dann auch noch der auf beiden Seiten des Feldes überragende Max Darj regelmäßig am Kreis in Szene gesetzt wurde, zogen die Gäste erneut auf fünf Tore davon. Ganz entspannt verlief die Schlussphase aus Sicht der Löwen erst nach Rudecks Parade gegen Richtzenhain. Genau in solchen Momenten war Rudeck zur Stelle – er fischte den Ball und bejubelte Sekunden später das nächste Darj-Tor.

Damit war das Duell entschieden. Die Löwen setzten sich uneinholbar ab – auch, weil das Tempospiel immer besser funktionierte. Csaba Szücs, der nach überstandenen Leistenproblemen in der ersten Halbzeit kaum gespielt hatte, bewies nach der Pause, dass er ein hervorragender Umschaltspieler ist. Seine Pässe fanden unter anderem Yannick Fraatz, der bei sieben Würfen ohne Fehlversuch blieb.

Rund um den BHC

Personal: Alexander Weck befindet sich nach seinem Kreuzbandanriss zwar auf einem guten Weg Richtung Comeback, fehlt aber nach wie vor. Auch Daniel Fontaine muss weiterhin passen. Dasselbe gilt für Maciej Majdzinski, der mit einem Kreuzbandriss langfristig ausfällt. Auf dem Spielprotokoll in Lübbecke stand hingegen Zugang Renars Uscins und bekam einen Kurzeinsatz.

Ausblick: Am Sonntag (16 Uhr) tritt der Bergische HC zum ersten Mal seit Dezember 2019 in der Wuppertaler Unihalle an. Zu Gast ist der SC DHfK Leipzig, für den es das erste Pflichtspiel des Jahres sein wird.

Lesen Sie auch: Auch Hinze findet Max Darj unfassbar

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