Bergischer HC

Weg aus der Formkrise führt zuerst über die Akzeptanz

Auch Linus Arnesson hatte zuletzt Probleme, sich offensiv durchzusetzen. Der Schwede sieht im Hadern das größte Problem. Foto: Christian Beier
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Auch Linus Arnesson hatte zuletzt Probleme, sich offensiv durchzusetzen. Der Schwede sieht im Hadern das größte Problem.

Handball-Bundesliga: Am Mittwoch will sich der Bergische HC gegen Frisch Auf Göppingen in der Klingenhalle steigern

Solingen. Die Stimmung ist mäßig bei den Handballern des Bergischen HC. Bei der HSG Wetzlar sind die Bundesliga-Profis mit 22:30 unter die Räder gekommen. Die Unzufriedenheit ist entsprechend groß. „Wetzlar war ein Rückschritt“, sagt Trainer Sebastian Hinze mit Blick auf die Form seiner Mannschaft. „Wir müssen die Situation jetzt annehmen, wie sie ist. Und zwar unabhängig von der Verfassung, die wir vorher hatten.“ Mit „vorher“ meint der Coach Ende März, als die Löwen einen 20:6-Punktelauf hatten und eine Quarantäne sie aus dem Rhythmus brachte. An die Form hat die Truppe seither nicht mehr angeknüpft und wird dies wohl auch am Mittwoch nicht können, wenn Frisch Auf Göppingen um 19 Uhr zu Gast in der Klingenhalle ist.

Es ist keine einfache Situation für einen Profisportler. „Der Eindruck war, dass wir eine überragende Saison spielen. Und wir hatten sogar das Gefühl, dass es noch besser geht“, erläutert Hinze. „Da ist es einfach schwierig, wenn man sich von diesem Gedanken plötzlich lösen muss. Wir müssen alle akzeptieren, dass es derzeit ist, wie es ist. Und eben so schnell auch nicht wieder wird, wie es vorher war.“ Dass dieser Prozess Frustration und Ernüchterung mit sich bringt, erlebt die Mannschaft gerade. Der Coach spricht sogar von einer der schwierigsten sportlichen Situationen, die es beim BHC je zu lösen galt. „Da spielt es auch keine Rolle, dass wir in der Bundesliga gesichert sind.“

BHC: Das größte Problem ist der Kopf

So sieht es auch Linus Arnesson. „Der Kopf ist derzeit unser größtes Problem“, sagt der Spielmacher. „Wir waren voller Hoffnung nach Wetzlar gefahren. Alle wollten, und dann lief es in den ersten Minuten so schlimm, dass wir nur noch darüber nachgedacht haben. Das sah dann wirklich schlimm aus, richtig peinlich war das.“ Die Schwierigkeit sei, dass nicht nur einzelne Spieler davon betroffen waren. „Es sah so aus, weil wirklich alle nur noch mit sich selbst beschäftigt waren, nachdem wir festgestellt hatten, dass Angriff und Deckung schlecht waren.“

Wenn wir unsere Leistung nicht zu 100 Prozent bringen, ist es völlig egal, was wir taktisch machen.

Linus Arnesson, BHC-Spielmacher

So steht im Duell am Mittwoch auch nicht vornehmlich der Gegner im Fokus, sondern die eigene Stärke. „Wenn wir unsere Leistung nicht zu 100 Prozent bringen, ist es völlig egal, was wir taktisch machen“, stellt Arnesson klar. Dass der Spaß derzeit ein wenig auf der Strecke bleibt, sei keine Überraschung. „Helfen würde auch, wenn wir etwas mehr individuelle Leistung bekommen. Die war zuletzt weniger vorhanden, so dass es dann als Team ebenfalls nicht gereicht hat.“

Sebastian Hinze hatte zumindest noch ein wenig Grund zur Freude in Wetzlar. So brachte Alexander Weck in der Schlussphase noch alle drei Wurfversuche im Tor unter. „Und die Bereitschaft, 60 Minuten Tempo zu gehen, habe ich auch gesehen“, sagt der Coach. „Das können wir mitnehmen.“ Der Fokus liege nun aber darauf, wieder eine kompakte Deckung zu stellen. „Selbst wenn wir wenige Zweikämpfe gewinnen, müssen wir Helfersituationen kreieren, um das zu kompensieren“, fordert der Coach.

Dass dann auch gegen Göppingen Zählbares drin ist, belegt nicht nur das 26:26 im Hinspiel. Auch die jüngsten Ergebnisse der Schwaben deuten darauf hin. Nachdem Frisch Auf 2021 mit neun Siegen in Serie begonnen hatte, gelang in den folgenden neun Partien nur noch ein Erfolg. „Die Göppinger Gefühlslage rückt für uns gerade in den Hintergrund“, sagt Hinze. „Wichtig ist, dass wir ihre Stärken kennen. Sie sind auf jeder Position herausragend besetzt und enorm zweikampfstark.“ Als Beispiele für die Qualität nennt der Trainer neben Kreisläufer Kresimir Kozina Marcel Schiller („der überragende Linksaußen dieser Saison“) und Rückraum-Shooter Sebastian Heymann, der eine der größten Olympia-Hoffnungen des deutschen Teams ist.

Rund um den BHC

Zuschauer: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Solingen lag zwar am Montag unter 50, BHC-Fans dürfen am Mittwoch in der Klingenhalle aber trotzdem noch nicht dabei sein. Die entsprechende Inzidenzstufe zündest erst, nachdem der Wert fünf Werktage in Folge erzielt wurde. Das wird frühestens am Freitag der Fall sein.

Saisonfinale: Am Mittwoch, 23. Juni, bestreitet der Bergische HC sein letztes Heimspiel dieser Saison gegen den TVB Stuttgart. Die Partie wird nun doch – entgegen zwischenzeitlicher Planung – aus logistischen Gründen in der Klingenhalle stattfinden.

Bilanz: Gegen keine andere Bundesliga-Mannschaft hat der BHC so oft unentschieden gespielt wie gegen Frisch Auf Göppingen. Sechs von 15 Spielen endeten remis. Die Schwaben gewannen sieben Mal, die Löwen waren nur zwei Mal erfolgreich – je ein Mal zu Hause und auswärts.

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