Handball

Von Fans beflügelter BHC verliert das Löwenduell

Jannik Kohlbacher war nicht komplett auszuschalten, doch insgesamt bekam die BHC-Deckung auch auf den Mannheimer Kreisläufer einen guten Zugriff. Foto: Kurt Kosler
+
Jannik Kohlbacher war nicht komplett auszuschalten, doch insgesamt bekam die BHC-Deckung auch auf den Mannheimer Kreisläufer einen guten Zugriff.

Bundesliga: Die Rhein-Neckar Löwen behalten im ISS Dome mit 28:26 (14:13) die Oberhand.

Solingen. Bitter endete die erste Halbzeit für den Bergischen HC gegen die Rhein-Neckar Löwen. Hatte vor anderthalb Jahren Jim Gottfridsson mit einem direkten Freiwurf nach dem Schlusspfiff zum 21:20-Sieg für Flensburg im ISS Dome getroffen, gelang den Mannheimern das Kunststück am Mittwochabend an derselben Stelle. Niclas Kirkelokke verwandelte zum 14:13-Halbzeitstand und versetzte den Hausherren damit einen Dämpfer im Löwenduell. Doch die Bergischen waren gut darin, diese zu verkraften – auch wenn es in einem kämpferisch geführten Duell beim 26:28 zum Schluss nicht ganz reichte.

Spürbare Unterstützung erhielt die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze durch 1000 Fans. Zum ersten Mal im 18. Heimspiel durfte der BHC Zuschauer empfangen – und die genossen es hörbar, wieder in die Halle zu dürfen. Eine kleine Schwächephase in der ersten Halbzeit brachte die Gastgeber beflügelt vom Publikum nicht aus dem Konzept. Hatten sie auch offensiv gut angefangen, waren sie nach ein paar Fehlversuchen – unter anderem durch Kristian Nippes, der seinen Gegenspieler zwar toll aussteigen ließ, dann aber nicht wuchtig genug abschloss – mit 6:9 ins Hintertreffen geraten.

Gutbrod und Darj stellen unter Beweis, wie wichtig sie für die Löwen sind

Hinze nahm die Auszeit, Csaba Szücs zog im nächsten Angriff der Mannheimer ein Stürmerfoul und eroberte im übernächsten den Ball. Auf der anderen Seite trafen aus dem Rückraum Fabian Gutbrod, per coolem Heber Max Darj und im Gegenstoß Sebastian Damm zum 9:9. Die beiden Erstgenannten stellten eindrucksvoll unter Beweis, wie wichtig sie für die Mannschaft sind. Beide hatten beim 23:31 in Lemgo angeschlagen gefehlt, gehörten im nächsten Spiel aber gleich wieder zu den absoluten Leistungsträgern des BHC. Gutbrod und Darj verwandelten alleine in der ersten Hälfte zusammen neun Mal.

Dass es trotzdem mit einem 13:14-Rückstand in die Pause ging, war aus BHC-Sicht unglücklich. Und nach Wiederanpfiff legten die Rhein-Neckar Löwen sogar mit drei Treffern vor. Davon erholten sich die Gastgeber zwar noch, kamen durch Darj und Gutbrod sowie einem Siebenmeter von Jeffrey Boomhouwer jeweils auf ein Tor heran. Doch danach beging der BHC offensiv ein paar Fehler zu viel, kassierte schnelle Treffer und lag mit 19:24 hinten.

Auf der rechten Seite musste Hinze gewaltig improvisieren. Da David Schmidt mit Problemen in der Wade bereits in der ersten Hälfte ausgewechselt worden war, standen in Kristian Nippes und Renars Uscins nur zwei Linkshänder zur Verfügung. Letzterer bekam kaum Einsatzzeiten, so dass Nippes im Rückraum durchspielte und auf der rechten Außenbahn mit Jeffrey Boomhouwer und Tomas Babak Rechtshänder antraten. Dass diese nicht den besten Winkel für Abschlüsse hatten, machte sich bemerkbar. Zum Beispiel kurz vor Schluss beim Stand von 25:27, als Babak einen soliden Winkel hatte, als Rechtshänder den Wurf aber nicht nahm.

Zum Schluss war Renars Uscins der einzige verbliebene Linkshänder

Davor war den Löwen ein letztes Comeback gelungen. Linus Arnesson donnerte die Kugel zum 23:25 in die Maschen, nur der entscheidende Punch wollte nicht mehr gelingen. Nachdem Nippes per Gegenstoß getroffen hatte, humpelte auch der noch vom Feld. So kam in den letzten Minuten doch noch Uscins aufs Feld. „Er tut sich auf der Rechtsaußen-Position etwas schwer“, meinte Hinze. „Im Rückraum habe ich an Kristian festgehalten, weil er es defensiv gut gemacht hat.“

Mit der ersten Vorstellung vor Fans waren die Bergischen gegen Hinzes künftiges Team – der Coach wechselt im Sommer 2022 nach Mannheim – trotzdem zufrieden. „Lange haben wir dem entgegen gefiebert“, meinte Kapitän Fabian Gutbrod. „Das Gefühl war fantastisch.“ Dass es nicht zu Punkten gereicht hat, wurmte den achtfachen Torschützen aber dennoch.

Personal

Fabian Gutbrod und Max Darj kehrten erwartungsgemäß in den Kader zurück, so dass Trainer Sebastian Hinze die Qual der Wahl hatte, wen er für die Partie streichen würde. Er entschied sich erneut für Daniel Fontaine, der vierter Rückraum-Linker gewesen wäre. Außerdem musste der A-Jugendliche Julian Thomas passen, so dass kein gelernter Rechtsaußen dabei war. Yannick Fraatz und Arnor Gunnarsson sind noch verletzt.

Lesen Sie auch: Stutzke und Szücs verlängern bis 2024

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare