Handball

Löwen wollen den nächsten Schritt gehen

Tom Kare Nikolaisen geht seit Wochen dahin, wo es weh tut. Der 23-jährige Norweger ist einer der wenigen Spieler, die auch in der schlechten BHC-Phase stabil blieben. Fotos: Kurt Kosler
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Tom Kare Nikolaisen geht seit Wochen dahin, wo es weh tut. Der 23-jährige Norweger ist einer der wenigen Spieler, die auch in der schlechten BHC-Phase stabil blieben.

Bundesliga: Der Bergische HC ist im vorletzten Spiel des Jahres beim TBV Lemgo Lippe zu Gast.

Von Thomas Rademacher

Solingen. Das 24:27 (13:14) gegen den SC Magdeburg war zwar das neunte nicht gewonnene Pflichtmatch in Serie für den Bergischen HC, doch es war auch ein Schritt nach vorne. „Gegen Magdeburg ist es auch ein gutes Gefühl, ein ordentliches Spiel gemacht zu haben“, sagte Lukas Stutzke, der in der Mannschaft nicht nur aufgrund seiner sieben Treffer herausragte. „Aber klar: Wir brauchen irgendwann Punkte, wir wollen sie haben, und ich denke, wir werden jetzt auch welche holen.“ Bezogen hat sich der 23-Jährige auf die beiden anstehenden letzten Aufgaben des Jahres. Am Donnerstag (19.05 Uhr, Phoenix-Contact-Arena) sind die Löwen beim TBV Lemgo Lippe zu Gast, direkt nach dem Weihnachtsfest geht es am Montag zum HSV Hamburg (19.05 Uhr, Sporthalle Hamburg).

David Schmidt (l.) hatte gegen Magdeburg mit Leistenproblemen zu kämpfen. Sein Einsatz am Donnerstag ist dennoch wahrscheinlich.

Die Chance, gegen eine dieser beiden Mannschaften etwas Zählbares mitzunehmen, ist freilich größer als gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer aus Magdeburg. „In der Bundesliga ist jeder Gegner extrem stark, und wir müssen zwei Mal auswärts ran. Wichtig ist, dass wir uns auf uns konzentrieren. Nur dann können wir auch über Punkte reden“, sagt Spielmacher Tomas Babak. Das ist den Bergischen im jüngsten Duell gegen den Topfavoriten gut gelungen. „Wir haben noch mal einen Schritt nach vorne gemacht“, lobt Trainer Sebastian Hinze. „Gut war, dass wir keine Phase hatten, in der irgendein Bereich auf einen anderen Einfluss genommen hat.“ Damit meint der 42-Jährige Wechselwirkungen, wie sie vor allem im Auswärtsspiel gegen GWD Minden zu sehen waren. Dort hat zum Beispiel eine vergebene Chance für einen verschlechterten Rückzug und sogar nachlassendes Abwehrverhalten gesorgt.

„Auch gegen Magdeburg haben wir Fehler gemacht, aber wir haben insgesamt mit viel Mut agiert“, sagt der Coach, dem natürlich auch Stutzke sehr gut gefallen hat. „Und Alexander Weck hat eine deutliche Steigerung in der Defensive hingelegt. Wir können viele positive Dinge herausfiltern – sowohl für die Einzelspieler als auch das gesamte Team.“ Das gelte es, für die Aufgabe in Lemgo zu konservieren und einen weiteren Schritt zu gehen. Zum Beispiel in der Defensive. „Es war in großen Teilen in Ordnung. Aber es ist schon so, dass wir noch nicht auf dem Niveau sind, das wir zu Beginn der Saison hatten. Hier können wir uns kurzfristig noch verbessern“, ist der Trainer überzeugt.

Gegner der Löwen haben hohes Selbstvertrauen

Zwar ist Lemgo nicht mit dem SCM zu vergleichen, doch die Mannschaft hat ein qualitativ höheres Niveau als der HSV Hamburg und befindet sich seit ihrem sensationellen Pokalsieg Anfang Juni auf einem Höhenflug. Das hohe Selbstvertrauen sieht auch Hinze beim Gegner, aber „vor allem ist es Qualität und Erfahrung, die Lemgo so gut machen“, betont der Trainer. „Es zeichnet das Team aus, dass es auch in Phasen, in denen wenig bis nichts funktioniert, immer wieder zu seiner Stabilität zurückfindet.“

Es ist kein Problem, mal nicht zu treffen. Aber das Kontertor wird dann zu einem.

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Gerade im defensiven Bereich verfügt der Verein über einen extrem routinierten Kader. „Gedeon Guardiola ist ein Weltklasse-Spieler“, sagt Hinze. „Dazu kommen Jonathan Carlsbogard, Tim Suton und auch Andrej Kogut, die die Abwehrqualität enorm aufwerten.“ Carlsbogard ist auch offensiv mit 67 Feldtoren und 50 Vorlagen einer der entscheidenden Akteure, Bjarki Elisson gehört zu den besten Außen der Liga. „Insgesamt hat Lemgo einen hervorragenden Mix aus jungen und international erfahrenen Spielern“, weiß Hinze, der insbesondere Doppelbestrafungen für sein Team verhindern will. „Das ist auch das, was im Minden-Spiel so große Wirkung hinterlassen hat. Es ist kein Problem, mal nicht zu treffen. Aber das Kontertor wird dann zu einem.“ Ein disziplinierter Angriff gehört also auch in Lemgo zu den obersten Geboten.

Dass die beiden anstehenden Auswärtsspiele in besonderer Form richtungsweisend wären, sieht Hinze nicht: „Jedes Spiel ist richtungsweisend. Für uns geht es zuallererst um die eigene Steigerung und Stabilisierung.“ Der Rest komme dann von alleine.

Rund um den BHC

Personal: Voraussichtlich treten die Löwen mit demselben Kader an, der gegen Magdeburg auf der Platte stand. David Schmidt hat zwar Leistenprobleme, doch Trainer Hinze ist optimistisch, dass er bis Donnerstag fit ist.

Bilanz: Umkämpft geht es fast immer zwischen dem BHC und Lemgo zu. Die Bundesliga-Bilanz spricht hauchdünn für die Löwen: Sieben Siege, sechs Niederlagen und zwei Unentschieden.

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