Bergischer Handball-Club

Löwen müssen auf der rechten Seite improvisieren

Arnor Gunnarsson hatte am Mittwoch noch Grund zur Freude, doch in Leipzig fällt der Isländer aus. Dem BHC bricht damit der letzte gelernte Rechtsaußen weg. Foto: Moritz Alex
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Arnor Gunnarsson hatte am Mittwoch noch Grund zur Freude, doch in Leipzig fällt der Isländer aus. Dem BHC bricht damit der letzte gelernte Rechtsaußen weg.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC tritt am Sonntag beim SC DHfK Leipzig zum ersten Mal seit Oktober 2020 wieder vor Zuschauern an

Solingen. Es ist eine Weile her, dass der Bergische HC zum bisher letzten Mal vor Publikum gespielt hat. Am 22. Oktober 2020 holten die Löwen in Hannover einen Drei-Tore-Rückstand in den letzten 70 Sekunden auf und ließen beim 30:30 die heimischen 1611 Fans verstummen. Mehr als sieben Monate später wird es wieder laut in einer Halle, in der die Bergischen zu Gast sind. Beim SC DHfK Leipzig sind am Sonntag (16 Uhr) etwa 1000 Zuschauer zugelassen.

Der Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze gelingt es in dieser Saison zwangsweise allerdings sehr gut, die Spannung auch ohne Unterstützung von den Rängen hoch zu halten. Was am Mittwochabend in einer ausverkauften Klingenhalle los gewesen wäre, lässt sich allerdings leicht ausmalen. Sekunden vor Schluss glich Frisch Auf Göppingen zum 28:28 aus, die Hausherren konterten blitzschnell und trafen mit dem Abpfiff zum 29:28-Sieg durch Jeffrey Boomhouwer. Ein Schlussakkord, der an das Siegtor von Max Weiß vor mehr als fünf Jahren gegen Lemgo erinnerte. Die Situation war vergleichbar, der explosionsartige Jubel in der Klingenhalle ist bis heute unvergessen. „Das war ein geiles Gefühl“, sagt Boomhouwer – trotz des Mankos, dieses spektakuläre Finale in einer fast leeren Halle feiern zu müssen.

Die Stimmung beim BHC war prächtig, die Leistung besser als zuvor

Die Stimmung bei den Löwen war freilich prächtig. Nicht nur das Ergebnis stimmte, sondern auch die Leistung war deutlich besser als noch vier Tage zuvor beim 22:30 in Wetzlar. „Vor allem haben wir unser Selbstvertrauen nicht verloren, selbst wenn wir mal schlechte Aktionen hatten“, meint Tomas Babak, mit sieben Treffern und vier Vorlagen einer der Matchwinner der Begegnung. Trainer Sebastian Hinze differenziert im Nachgang: „In der ersten Halbzeit haben wir offensiv wie defensiv nahe am Maximum gespielt. In der zweiten ist das nicht gelungen, aber die Jungs haben bis zum Ende alles gegeben. Es war ein toller Sieg gegen ein Top-Ten-Team.“

Daran möchte der BHC am Sonntag in Leipzig anknüpfen. Geduld wird vor allem in der Abwehr gefragt sein. „Der SC greift sehr diszipliniert und mit einer hohen Effektivität an“, meint Hinze. „Die Mannschaft tut einem selten den Gefallen, zu früh den Abschluss zu suchen. Da müssen wir wirklich bis zur letzten Aktion verteidigen.“ Mit Luca Witzke und Philipp Weber nennt der Coach sehr zweikampfstarke Spieler. „In Maciej Gebala haben sie einen sehr schwer zu verteidigenden Kreisläufer.“ Gleichzeitig ordnet der Coach die Leipziger als eines der besten Konterteams überhaupt ein. „Die 6:0-Abwehr arbeitet mit einer hohen Flexibilität.“

Möglicherweise spielen die Löwen am Sonntag ohne Rechtsaußen

Die Löwen benötigen also gut vorbereitete Würfe und dadurch einen geordneten Rückzug. Leicht wird das nicht, zumal der Trainer auf der rechten Außenbahn improvisieren muss. Yannick Fraatz laboriert nach wie vor an einer schweren Knieverletzung, und am Mittwoch hat sich Arnor Gunnarsson in der Schlussphase auch noch verletzt. Der Isländer kann mit einer Muskelverletzung in der Wade definitiv nicht spielen. Wie Hinze das Problem löst, weiß er noch nicht. Optionen auf der Rechtsaußen-Position sind Kristian Nippes oder Renars Uscins, die eigentlich im Rückraum zu Hause sind. Hinze: „Denkbar ist aber sogar, dass wir es ganz ohne Rechtsaußen versuchen. Man könnte ja auch mit zwei Kreisläufern agieren.“

Unabhängig von der Entscheidung des Coachs wird das Spiel in Leipzig ein besonderes auf dem Weg zurück in die Handball-Normalität sein. Diesen möchte der BHC in seinem nächsten Heimspiel ebenfalls beschreiten. Am Mittwoch, 16. Juni, kommen die Rhein-Neckar Löwen in den Düsseldorfer ISS Dome. „Es sieht so aus, dass wir 500 Getestete plus eine gewisse Anzahl an Genesenen und Geimpften in die Halle lassen dürfen“, sagt BHC-Geschäftsführer Jörg Föste. „Das genaue Quantum steht noch nicht fest.“ Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz konstant unter 35 fallen, könnte der Club sogar mit 1000 Fans planen.

Der BHC plant, die Buchung der Tickets ab dem 9. Juni für Dauerkarten-Inhaber und Partner zu ermöglichen. „Da wir nicht einschätzen können, ob wirklich alle in die Halle wollen, ergibt eine Verlosung wenig Sinn. Wir verfahren deshalb nach dem Motto: First come, first serve.“ Der Verein wird die genannte Zielgruppe per E-Mail über die Modalitäten informieren – Interessierte sollten dann also schnell sein, um sich ihr Ticket zu sichern.

Rund um den Bergischen HC

Personal: Fabian Gutbrods Einsatz am Sonntag ist nach seinem erkältungsbedingten Ausfall gegen Göppingen noch fraglich. Beim SC DHfK Leipzig fehlen voraussichtlich Spielmacher Niclas Pieczkowski (starke Prellung) und Rechtsaußen Patrick Wiesmach (Bauchmuskelverletzung).

Bilanz: Acht Partien absolvierte der Bergische HC bislang in der 1. Bundesliga gegen den SC DHfK Leipzig. Sechs Mal blieben die Sachsen Sieger. Der einzige Löwen-Sieg sowie das einzige Remis resultieren aus der Saison 2018/19. In Leipzig hat der BHC bisher nur in der 2. Liga gewonnen.

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