Handball

Jamal Naji übernimmt die Löwen 2022

Jamal Naji im Mai als Verantwortlicher des Tusem Essen – nach Ablauf seines Vertrages dort wird der 35-Jährige den Trainerposten beim Bergischen HC übernehmen. Foto: imago
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Jamal Naji im Mai als Verantwortlicher des Tusem Essen – nach Ablauf seines Vertrages dort wird der 35-Jährige den Trainerposten beim Bergischen HC übernehmen.

Handball-Bundesligist Bergischer HC verkündet den Hinze-Nachfolger

Solingen. Als klar war, dass Sebastian Hinze den Bergischen HC nach der Saison 2021/22 in Richtung Rhein-Neckar Löwen verlassen würde, gab es zwei dauerhafte Reflexe bezüglich der Nachfolge auf dem Trainerposten des Handball-Bundesligisten. Der eine ging in Richtung Kai Wandschneider, gegenüber Hinze einen Tick länger im Amt – sein Vertrag bei der HSG Wetzlar wurde nicht verlängert, der 61-Jährige verkündete erst mal eine Auszeit. Die andere oftmals vorgetragene Reaktion hatte Jamal Naji zum Inhalt. Und genau der wird die Bergischen Löwen zum 1. Juli 2022 übernehmen.

Nachdem klar war, dass er den Tusem Essen nicht vor dem Abstieg aus dem Oberhaus bewahren könne, war nicht zuletzt vom begleitenden Fernsehsender Sky immer wieder die Frage nach seiner auch kurzfristigen Zukunft gestellt worden. Naji ließ vor laufenden Kameras nie einen Zweifel daran, seinen Vertrag im Ruhrgebiet erfüllen und mit dem Tusem in die 2. Liga gehen zu wollen. Mit Vertragsende am 30. Juni 2022 ist der Weg aber frei für den 35-Jährigen, der abwechslungsreiche Handball-Jahre erlebt.

BHC bestätigte den Transfer von Jamal Naji am Montagnachmittag knapp

All dies bestätigte der Bergische HC am Montagnachmittag, nachdem der Transfer zuvor auf einem Handball-Portal als perfekt gemeldet worden war. „Wir sind sehr glücklich darüber, diesen hochveranlagten Trainer in unserem Team begrüßen zu dürfen“, sagte BHC-Geschäftsführer Jörg Föste in einer knapp gehaltenen Pressemitteilung. Mit Blick auf und aus Respekt vor der Vertragsbindung von Naji beim Tusem Essen, die bis zum 30. Juni 2022 definiert sei, möchte man diese Nachricht nicht ausführlicher kommunizieren, hieß es zur Begründung.

In der abgebrochenen Saison 2019/20 war der gebürtige Bad Honnefer mit marokkanischen Wurzeln noch als Jugendkoordinator und A-Jugend-Coach beim Zweitligisten TSV Bayer Dormagen tätig. Naji nahm in der Folge das Angebot vom Tusem an und schaffte so den Sprung in die stärkste Liga der Welt. Mit 15 Punkten aus 38 Begegnungen fiel die Bilanz mager aus, 13 Zähler fehlten zum rettenden Ufer, das GWD Minden erreichte.

Auch die Duelle mit dem Nachbarn BHC brachten keine Erfolgsmeldung, kurz vor dem Weihnachtsfest unterlag das Team von der Margarethenhöhe mit 29:35, im heimischen Sportpark Am Hallo wurde es noch deutlicher – 22:32 gegen Gäste, die sich fulminant aus ihrer Quarantäne-Zwangspause zurückmeldeten. Trotz der deutlichen Niederlagen wurde aber auch da und in etlichen anderen Auftritten deutlich, dass der Liga-Neuling lange mithalten konnte. So quälte sich Vizemeister SG Flensburg-Handewitt zu einem 29:28-Sieg. Zumeist gingen am Ende die Kräfte aus, weil die Qualität in der Breite im Vergleich zu den allermeisten Konkurrenten nicht gegeben war. Die Konsequenz: der Abstieg, dem unter seinem bisherigen Coach der Wiederaufstieg folgen soll.

Kurz vor Weihnachten hat Jamal Naji schon mal die Klingenhalle kennengelernt, bald wird er dort öfters sein.

Selbst spielte Jamal Naji auch Handball, die HSG Siebengebirge ist sein Heimatverein. In der 3. Liga war er auf der Rückraum-Mitte für Niederpleis, Römerwall und Mülheim-Kärlich aktiv, ehe ihn eine schwere Verletzung die Trainerkarriere einschlagen ließ. Mit Erfolg. Der VfL Gummersbach holte Naji in seine Akademie, auch ein Praktikum bei Sebastian Hinze steht in seiner Bewerbungsmappe. Dort wird der Handball-Enthusiast beruflich als Politikwissenschaftler geführt.

Mittlerweile ist er trotz seines geringen Alters ein anerkannter Cheftrainer, der Job beim Bergischen HC mithin der nächste Schritt der Karriere. „Der Zeitpunkt ist gut. Nun können wir uns ohne Personaldebatten auf unsere Aufgaben der bevorstehenden Saison konzentrieren“, hat das Geschäftsführer-Duo Jörg Föste/Philipp Tychy nunmehr alle dringenden Personalien erledigt. Dazu gehörte gerade erst die Ausstattung von Kreisläufer Tom Bergner mit einem Zweitspielrecht – für den Tusem Essen, wo sich der 21-Jährige nun empfehlen kann. Und wie lange wird Jamal Naji im Bergischen Land arbeiten? Unterschrieben hat er – so die offizielle Verlautbarung – am Wochenende einen langfristigen Kontrakt. Nach der Ära Hinze, die 2012 begann, hört sich dies stark nach einer Ära Naji an.

Max Darj

Der schwedische Nationalspieler wird nicht mehr unter Jamal Naji arbeiten, er wechselt zur Saison 2022/23 zu den Füchsen Berlin. Darj, der vor seiner fünften Saison im Trikot der Löwen steht, legte bei den Olympischen Spielen in Tokio ein gutes finales Gruppenspiel hin. Mit 33:30 (17:13) wurde Dänemark bezwungen, der abwehrstarke Kreisläufer erzielte bei einer Zeitstrafe gegen ihn drei Feldtore für den Medaillenanwärter.

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