Handball

Handballerlebnis wie vor Corona - Hinze: „Für uns wird es sich wie 15 000 Fans anfühlen“

Im Februar 2020 war die Klingenhalle zum letzten Mal ausverkauft. Eine solch furiose Stimmung ist künftig wieder möglich – beim Bergischen HC können sie es kaum erwarten. Archivfoto: Kurt Kosler
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Im Februar 2020 war die Klingenhalle zum letzten Mal ausverkauft. Eine solch furiose Stimmung ist künftig wieder möglich – beim Bergischen HC können sie es kaum erwarten. Archivfoto: Kurt Kosler

Handball-Bundesligist Bergischer HC startet am Donnerstag beim Tus N-Lübbecke in die Saison – der Heimauftakt steigt am Sonntag in der Klingenhalle.

Von Thomas Rademacher

Solingen. Der Auftakt in die neue Bundesliga-Saison ist immer etwas Besonderes, doch vor der Spielzeit 2021/22 ist die Vorfreude beim Bergischen HC noch etwas größer. Hauptgrund ist die Rückkehr von Publikum in die Halle. „Wirtschaftlich ist natürlich jeder Zuschauer gut für uns“, sagt Geschäftsführer Jörg Föste. „Aber am Wichtigsten ist, dass mit den Fans die Stimmung in die Sportstätten zurückkehrt.“ 18 Monate mussten die Handballer darauf mit kleineren Ausnahmen verzichten. Bei den letzten beiden Spielen der vorigen Saison durften 800 beziehungsweise 1000 Zuschauer dabei sein. Am Sonntag aber darf die Klingenhalle gegen den HSV Hamburg (16 Uhr) ausverkauft werden.

Mit 2493 Fans rechnet Föste zwar nicht, aber „es ist letztlich auch egal, ob es 1500 oder 2000 sein werden“, sagt er. „Entscheidend ist, dass dies ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg zurück zu normalen Verhältnissen ist – inklusive dem Entfall der Maskenpflicht am eigenen Sitzplatz.“ Der Verein plant mit Catering und einem VIP-Bereich, also Verhältnissen, die mit Ausnahme der 3G-Zugangsbeschränkung (geimpft, genesen oder getestet) an die vor der Corona-Krise erinnern. „Für uns wird es sich wie 15 000 Fans anfühlen“, ist sich Trainer Sebastian Hinze sicher. „Bei uns ist das Gefühl da, in eine halbwegs normale Saison zu starten.“

Schulprojekte der Löwen liegen vorerst noch auf Eis

Das sieht auch Föste so. „Es gibt eine Zäsur“, sagt der 60-Jährige. „Wir haben zwar noch Vorsichtsmaßnahmen, aber die beziehen sich im Wesentlichen darauf, die Mannschaft von Personen außerhalb der 3G-Zone fernzuhalten. Hier werden wir uns keiner unnötigen Gefahr aussetzen.“ So liegen zum Beispiel die Schulprojekte der Löwen vorerst noch auf Eis. Dennoch ist vieles wieder einfacher: Das regelmäßige Testen gehört bei dem komplett geimpften Team der Vergangenheit an. Föste: „Im Verdachtsfall machen wir es natürlich.“

Philipp Tychy, Jörg Föste und Sebastian Hinze (v.l.) luden zur Saison-Pressekonferenz ein, um einen detaillieren Einblick zu geben.

Die Corona-Krise ist freilich noch nicht vorbei, so dass beim BHC weiterhin kein Etat beziffert oder über Zahlen gesprochen wird. „Wir werden die drei Saisons zwischen 2019 und 2022 zusammenfassen“, bekräftigte Föste, zog aber gemeinsam mit Philipp Tychy, Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb, dennoch ein kleines Zwischenfazit. „Zum einen lässt sich sagen, dass wir wirtschaftlich stabil in die neue Saison gehen, zum anderen haben wir die Corona-Zeit hervorragend genutzt.“ Der BHC hat seit dem Ausbruch ein Trainingszentrum bekommen und darin einen eigenen Athletikbereich sowie eine Physiotherapie aufgebaut. Rahmenbedingungen, die die tägliche Arbeit massiv erleichtern, wie auch Hinze einräumt: „Alleine, dass wir trainieren können, wann wir wollen, ist ein riesiger Fortschritt.“

„Es geht nicht um Sebastian Hinze.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Und auch aus dem Sponsoring-Bereich hat Philipp Tychy gute Nachrichten: „Wir konnten in der Krise auf unsere Partner zählen, selbst wenn in der Halle seit März 2020 fast nichts mehr möglich war. Es war kein großes Murren zu vernehmen.“ Zudem kündigte der Marketing-Experte für diesen Dienstag die Verkündung des neuen Top-Partners des Vereins an. Dieser wird dann auch die Trikotbrust zieren.

Aus sportlicher Sicht ist Sebastian Hinze mit der Situation ebenfalls zufrieden – auch wenn nicht alle Ergebnisse in der Vorbereitung herausragend waren. Hauptziel ist es, so früh möglich Abstand zur Abstiegszone zu gewinnen. „Ich bin gespannt auf unsere Entwicklung“, sagt Hinze, für den es die letzte Saison als BHC-Coach ist. „Das ist mir bewusst, aber es ist kein Thema, mit dem ich mich beschäftige. Es geht nicht um Sebastian Hinze, sondern um den BHC. So war es immer, so ist es auch in dieser Saison.“

Die Brust für den Hauptsponsor ist bei Linus Arnesson hier noch leer. Wer künftig darauf prangt, entscheidet sich an diesem Dienstag.

In die Spielzeit starten die Löwen am Donnerstag (19.05 Uhr) bei Aufsteiger Tus N-Lübbecke. „Auswärts bei einem Aufsteiger zu starten, ist sicher nicht das, was man sich wünscht“, findet der Coach. „Wenn es uns aber gelingt, eine stabile Leistung auf die Platte zu bringen, werden wir auch gute Chancen auf Punkte haben.“ Gleiches gilt auch für das erste Heimspiel gegen Hamburg, den zweiten Aufsteiger. Eine ausführliche sportliche Vorschau lesen Sie in unserer Ausgabe am Donnerstag.

Rund um den Bergischen HC

Pokal: In der zweiten Runde des nationalen Pokals treffen die Löwen am 5. oder 6. Oktober auf den Verlierer des Amateurpokals, das in zwei Wochen ausgespielt wird. Vier Teams kommen in Betracht. Attraktivster Konkurrent aus BHC-Sicht wäre Regionalligist SG Langenfeld.

Düsseldorf: Vier Partien möchte der Bergische HC im PSD Bank Dome (ehemals ISS Dome) bestreiten. Nach aktuellem Stand wird es sich um die Spiele gegen die Rhein-Neckar Löwen (10. Oktober), den SC Magdeburg, THW Kiel sowie GWD Minden handeln.

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