Handball

BHC: Gutbrod und Rudeck machen den Unterschied

Fabian Gutbrod hatte einen hervorragenden Tag erwischt. Der Kapitän traf sieben Mal – und meist dann, wenn den Löwen offensiv wenig einfiel. Foto: Mathias M. Lehmann
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Fabian Gutbrod hatte einen hervorragenden Tag erwischt. Der Kapitän traf sieben Mal – und meist dann, wenn den Löwen offensiv wenig einfiel.

Bundesliga: Der Bergische HC gewinnt zum Auftakt beim Tus N-Lübbecke mit 24:20 (12:12)

Solingen. Als Einstand nach Maß lässt sich der erste Auftritt des Bergischen HC in der neuen Bundesliga-Saison nicht beschreiben. Zwei Minuten vor der Pause nahm Sebastian Hinze bei einem 12:10-Vorsprung eine Auszeit. Der BHC-Trainer appellierte an seine Mannschaft, bis zur Halbzeit seriös zu Ende zu spielen. Doch das ging schief, obwohl der Tus N-Lübbecke einen Spieler weniger auf dem Feld hatte. Alexander Weck leistete sich zwei Fehler, brachte die Gastgeber damit in Ballbesitz, die ihre Chancen jeweils nutzten und – in der Situation völlig unverhofft – mit einem Remis in die Pause gingen. Am Ende aber genügte es für die Bergischen dank starker Vorstellungen des siebenfachen Torschützen Fabian Gutbrod sowie Torhüter Christopher Rudeck dennoch zum 24:20-Auftaktsieg

In den ersten 30 Minuten hatten die Löwen die Weichen jedoch eigentlich bereits gestellt. Lübbecke gelangen zwar immer wieder erfolgreiche Durchbrüche an den Kreis, doch je länger die Partie dauerte, desto mehr schaffte es der BHC, diese zu verhindern. Zudem bekam Torhüter Rudeck immer besseren Zugriff. In ihrer stärksten Phase setzten sich die Bergischen ab. Nachdem zunächst Fabian Gutbrod mit viel Gewalt die Tore hatte erzielen müssen, schlug der BHC nun auch spielerisch zu. Die Treffer von David Schmidt, Linus Arnesson und Simen Schönningsen komplettierten einen 5:0-Lauf, der einen 9:5-Vorsprung bedeutete.

Tus hatte die große Chance, nach Wiederanpfiff in Führung zu gehen

Der Tus aber blieb ruhig und hatte durch die Aufholjagd am Ende der Halbzeit die große Chance, nach Wiederanpfiff in Führung zu gehen. Und tatsächlich: Im zweiten Anlauf schafften sie es durch Peter Strosack. Der BHC wirkte zum Entsetzen der kleinen, aber wacker anfeuernden BHC-Fandelegation insbesondere in Überzahl von der Rolle, die Gastgeber verpassten es aber, großes Kapital daraus zu schlagen. Einen Schreckmoment überstand David Schmidt, der von Lutz Heiny im Gesicht erwischt wurde und nach der Aktion auch noch hart landete. Der Linkshänder konnte weiterspielen.

Arnor Gunnarssson war es, der die gut zehnminütige, halbzeitübergreifende Torflaute mit dem 13:14 beendete. In dieser Phase profitierten die Löwen vor allem von ihrer 6:0-Deckung, mussten aber ihr eigenes Tempospiel oft abbrechen und kamen im Positionsangriff kaum zu zwingenden Gelegenheiten. Stattdessen ging die Kugel sogar verloren, so dass die Gastgeber einen erfolgreichen Gegenstoß laufen durften. Fabian Gutbrod antwortete zwei Mal mit roher Gewalt und glich die Partie damit wieder aus.

„Wir bekommen ab der 15. Minute immer die Abschlüsse, die wir wollten.“

Christopher Rudeck, BHC-Torhüter

Es blieb eng. Lübbecke verhinderte einfache Gegentore, der BHC nutzte offensiv individuelle Qualitäten – wie durch Schmidt, der den Ball zum 17:16 ins Netz fackelte. Jeffrey Boomhouwers 18:17 von außen war mal wieder ein etwas besser herausgespielter Treffer. Eine Rudeck-Parade später besorgte Gutbrod, der immer dann abzog, wenn den Gästen wenig einfiel, den ersten aus BHC-Sicht etwas beruhigenderen Zwei-Tore-Vorsprung seit der ersten Hälfte. Als Rudeck noch zwei weitere starke Abwehraktionen in Folge lieferte, stellte Tomas Babak mit der von Hinze geforderten Seriosität auf 20:17. Der Rest wurde dann doch noch zur Formsache.

„Wir bekommen ab der 15. Minute immer die Abschlüsse, die wir wollten“, fand Rudeck, der 13 Paraden lieferte und einordnete: „Dass der Matchplan in der Deckung aufging, hat dabei geholfen.“

Rund um den Bergischen HC

Kader: Tom Bergner war in Lübbecke nicht mit dabei. Der BHC-Kreisläufer wird voraussichtlich am Samstag von seinem Zweitspielrecht Gebrauch machen und mit dem Tusem Essen in der 2. Liga beim EHV Aue antreten.

Trikots: Da der Tus N-Lübbecke zu Hause in Rot spielt, mussten die Löwen auf ihre neuen Heimtrikots ausweichen.

Minuskulisse: Etwas mehr als 3000 Zuschauer fasst die Merkur Arena in Lübbecke. Doch so viele wollten längst nicht beim Saisonauftakt des Aufsteigers dabei sein. Der Club musste sich mit 703 Fans begnügen – in der Bundesliga wahrlich eine Minuskulisse. Ob es daran lag, dass der Veranstalter freiwillig auf eine Maskenpflicht für das gesamte Publikum setzte, bleibt offen.

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