Handball

BHC: Vorbereitung ist diesmal besonders spannend

Am Dienstag geht Sebastian Hinze in seine letzte Saisonvorbereitung als Trainer des Bergischen HC. Foto: Kurt Kosler
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Am Dienstag geht Sebastian Hinze in seine letzte Saisonvorbereitung als Trainer des Bergischen HC.

Handball-Bundesliga: Die Mannschaft des Bergischen HC trifft sich am Dienstag nach vierwöchiger Pause wieder

Solingen. Intensiv war die Bundesliga-Saison des Bergischen HC. Im Mai und Juni absolvierten die Handballer 14 Pflichtspiele, so dass die Pause bei allen Beteiligten herbeigesehnt wurde. „Wir haben alle einmal durchgeatmet, als die letzte Begegnung absolviert war“, blickt Trainer Sebastian Hinze zurück auf den 27. Juni. „Nach einer Woche Pause kam bei mir aber bereits wieder der Gedanke auf, dass es in drei Wochen schon wieder losgeht.“ Lang ist die Unterbrechung wahrlich nicht. Gerade gute vier Wochen werden die BHC-Profis Urlaub gehabt haben, wenn sie sich am Dienstag zum Auftakt der Vorbereitung auf die Saison 2021/22 wiedersehen.

„Auch wenn sie kurz war, hat uns die Pause gut getan. Ich habe auch das Gefühl, dass sich jetzt alle darauf freuen, dass es wieder losgeht“, sagt Hinze, der dies nicht unbedingt auf die Leistungsdiagnostik bezieht, die an den ersten beiden Trainingstagen durchgeführt wird. „Eine solche Belastung ist bei Sportlern nie beliebt, aber sie muss eben sein – und diesmal bin ich ganz besonders gespannt auf die Ergebnisse.“ Der Coach hat keine Erfahrungswerte, wie die abgelaufene Saison sich auf die Physis der Spieler ausgewirkt haben könnte – mangels Vergleich. Nie zuvor befanden sich die Profis Ende Juni noch im Einsatz, nie zuvor hatten sie zwei Monate am Stück alle drei oder vier Tage spielen müssen.

Die Inhalte der nächsten Trainingseinheiten richten sich nach der Leistungsdiagnostik

„Ich bin mir sicher, dass die Jungs auch im Urlaub fleißig waren“, stellt der 42-Jährige klar. „Aber es geht zum Beispiel auch um Regenerationswerte. Erst nach der Leistungsdiagnostik werden wir wissen, wie der Status quo ist. Danach richten sich alle weiteren Inhalte mit Blick auf die physische Arbeit.“ So steht der Trainingsplan bis auf wenige Ausnahmen terminlich fest, die konkrete Planung nimmt Hinze aber erst kurzfristig vor. „Es ist durchaus möglich, dass wir es deutlich individueller gestalten müssen, als dies bisher der Fall war.“

Das spieltaktische Training ist von diesen Überlegungen freilich nicht betroffen. Hier weiß der Coach genau, was er möchte. „Es geht darum, unsere Stärken zu stärken“, sagt er mit Blick auf die Abwehr, das Prunkstück der Löwen. „Da werde ich ein paar Schwerpunkte setzen. Zum Beispiel können wir uns in der Außenverteidigung und bei den Ballgewinnen noch steigern. Vielleicht lohnt es auch, mehr ins Risiko zu gehen. Grundsätzlich gibt es ein, zwei Dinge in der 6:0-Abwehr, die ich ins Programm nehmen möchte, um noch variabler zu werden.“

Um dies zu verinnerlichen, ist es dem Coach wichtig, trotz der immer noch ungewissen Corona-Situation ins Trainingslager zu fahren. Vor der Pandemie war Österreich das Lieblingsziel des BHC, diesmal begnügt sich der Coach mit dem Sportcentrum in Kamen-Kaiserau. „Der Vorteil ist, dass wir dort sechs Tage im Team zusammen sind. Keiner hat eine Ablenkung, so dass der volle Fokus auf dem Handball liegt“, freut sich Hinze. „Ich bin unserem Teammanager Jan Artmann sehr dankbar, dass er den großen organisatorischen Aufwand auf sich genommen hat, um das Trainingslager möglich zu machen.“

Die große Frage ist, wie schnell er sich an das Bundesliga-Level gewöhnt

Sebastian Hinze, BHC-Trainer, über Zugang Simen Schönningsen

Nicht im Rahmen des Trainingslagers, doch davor und vor allem danach absolvieren die Löwen zudem sieben Testspiele (| Termine siehe Kasten), bevor die Saison am 8. oder 9. September mit einer Auswärtspartie bei einem der beiden Aufsteiger, HSV Hamburg oder Tus N-Lübbecke, beginnt. „Für die Vorbereitungsspiele war natürlich eine gewisse Nähe und Qualität relevant“, sagt Hinze. „Weit reisen wollen wir nicht.“ GOG Handbold aus Dänemark wird im Bergischen antreten. „Die Chance hatte sich ergeben, weil sie hier im Trainingslager sind“, erläutert Hinze. „Das wollte ich nutzen.“

Im Vordergrund bei den Partien steht neben dem eigenen Spielsystem die Integration der beiden Zugänge. Die beiden Linkshänder Simen Schönningsen und Emil Hansson sind neu im Kader. „Mit Simen kriegen wir einen Spieler, der gute Entscheidungen trifft und solide decken kann“, sagt Hinze über den norwegischen Rückraumspieler. „Er hat eine hohe Passqualität auch im Tempospiel. Im Unterschied zu David Schmidt ist seine Schussstärke vielleicht etwas geringer. Die große Frage ist, wie schnell er sich an das Bundesliga-Level gewöhnt.“ Die Erwartungen an den 25-Jährigen dürfe man nicht zu hoch schrauben.

Hinze freut sich auf seine letzte Saison mit den Löwen

Gleiches gelte für Hansson, der auf der Außenposition hinter Arnor Gunnarsson spielen soll. „Er sieht das Jahr bei uns als Riesenchance“, sagt der Coach über den Schweden, der vor allem verpflichtet wurde, um die langfristige Knieverletzung von Yannick Fraatz kompensieren zu können.

Für Hinze selbst ist es übrigens die letzte Vorbereitung beim Bergischen HC. In einem Jahr wird der Wuppertaler bereits die Rhein-Neckar Löwen trainieren. Ob die Phase deshalb für ihn eine besondere ist? „Ich freue mich darauf“, sagt er. „Aber darüber, dass es mein letztes Jahr hier ist, mache ich mir keine Gedanken.“

Vorbereitungsplan des BHC

Auftakt: Bevor es das erste Mal athletisch oder mit dem Ball zur Sache geht, absolvieren die Bundesliga-Profis am 27. und 28. Juli eine Leistungsdiagnostik. Am Donnerstag, 29. Juli, geht es zum ersten Mal ins Trainingszentrum an der Kanalstraße.

Testspiele: Am Donnerstag, 5. August, treten die Löwen zur ersten Vorbereitungspartie bei Zweitligist VfL Gummersbach an. Es folgen Duelle gegen GOG Handbold / Dänemark (16. August), im Rahmen des Linden-Cups gegen den TV Hüttenberg, die HSG Wetzlar und MT Melsungen (17., 20. und 21. August) sowie ein Heimspiel gegen GWD Minden (29. August). Eine Woche vor dem Saisonstart (8. oder 9. September) soll ein weiterer Test gegen Gummersbach stattfinden.

Trainingslager: Im Kamen-Kaiserau ist der BHC vom 7. bis 12. August. Tags darauf findet das offizielle Fotoshooting in den neuen Trikots statt.

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