Handball-Bundesliga

Sportlich haben die Löwen noch Luft nach oben

Sebastian Damm (hier im Clinch mit Göppingens Tim Kneule) wird den BHC im kommenden Sommer wohl verlassen. Foto: Mathias M. Lehmann
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Sebastian Damm (hier im Clinch mit Göppingens Tim Kneule) wird den BHC im kommenden Sommer wohl verlassen.

Der Bergische HC stellt perspektivisch die Weichen. Das Pokalspiel folgt am Dienstag.

Von Thomas Rademacher

Mit 24:27 (10:12) hat der Bergische HC bei Frisch Auf Göppingen verloren. Torhüter Daniel Rebmann hielt überragend für die Gastgeber, doch wären die Schwaben nicht trotzdem zu knacken gewesen? Sportlich liegt vor den Löwen noch eine Menge Arbeit – inklusive des Pokalspiels am Dienstagabend (19.30 Uhr) in Altjührden. Perspektivisch sind die Weichen im Handball-Club durch die Verpflichtung von Noah Beyer nun allerdings endgültig gestellt. Ein Überblick:

Die Niederlage in Göppingen

Frisch Auf Göppingen war am Donnerstagabend gewiss schlagbar. In Josip Sarac, Tobias Ellebaek und Nemanja Zelenovic fehlten den Schwaben drei Rückraumspieler, und defensiv hatten die Löwen während der gesamtem Spielzeit guten Zugriff. Im Angriff jedoch haperte es immer wieder. Das schwache Überzahlspiel, die mangelhafte Ausnutzung des Tempospiels und eben Rebmann im Göppinger Tor nannte Trainer Sebastian Hinze bereits kurz nach Spielschluss als Hauptgründe für die Niederlage.

In der Offensive fehlte es den Gästen zudem insgesamt an Durchschlagskraft. Rebmann durfte sich immer wieder bei mäßig zwingenden Rückraum-Schüssen auszeichnen. Die waren teilweise ordentlich vorbereitet. Sogar in der Phase, als Göppingen erstmals von 5:5 auf 8:5 davonzog, legte Linus Arnesson gut auf David Schmidt ab. Der warf aus der Distanz aber halbhoch in die kurze Ecke. Einen Angriff zuvor hatte er das Tor ebenfalls in aussichtsreicher Position sogar verfehlt. Die Effektivität aus dem Rückraum blieb während der gesamten Partie so gering, dass sich die Frage stellt, warum die Mannschaft nicht deutlich mehr auf Durchbrüche gesetzt hat. So jedenfalls wirkten die Löwen weitgehend unentschlossen.

Der Saisonstart

6:4-Punkte hatte Jörg Föste vor Saisonbeginn als gelungenen Auftakt definiert. „Punktemäßig sind wir im Soll“, sagt der Geschäftsführer nun. Ähnlich formuliert es Trainer Hinze: „Wir können mit der Ausbeute ganz gut leben, hätten aber nach dem Spiel in Göppingen natürlich lieber acht Punkte gehabt.“ Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Siege allesamt gegen Teams geholt wurden, die qualitativ unter dem Ligaschnitt stehen dürften. Zudem hat der BHC erst eine euphorisierende Leistung gezeigt: beim 31:26 gegen Aufsteiger HSV Hamburg, der seitdem Woche für Woche beweist, was in ihm steckt.

Die nächste Aufgabe

In der Bundesliga geht es erst am 10. Oktober im PSD Bank Dome gegen die Rhein-Neckar Löwen weiter. Am kommenden Dienstag sind die Bergischen bei der SG Altjührden in Varel zur zweiten Runde des DHB-Pokals zu Gast. Dass ein Weiterkommen gegen den Oberligisten Pflicht ist, bestätigt Hinze. „Trotzdem machen wir ganz normal unseren Job – inklusive Videovorbereitung. Ziel ist es, 60 Minuten das auf die Platte zu bringen, was wir auch in einem Bundesligaspiel auf die Platte bringen wollen.“

Die Kaderplanung

Während es bei der kurzfristigen sportlichen Entwicklung noch Luft nach oben gibt, steht der Kader für die kommende Saison inzwischen nahezu fest. Der Bergische HC bestätigte am Freitag, dass Noah Beyer vom Tusem Essen an die Wupper wechselt. Er bildet ab Sommer 2022 mit Tim Nothdurft das Gespann auf der Linksaußen-Position. „Mit Tim und Noah werden wir zwei hochveranlagte und entwicklungsfähige deutsche Spieler aufbieten können. Die Unterschiedlichkeit beider Akteure eröffnet uns ein Höchstmaß an taktischem Potenzial“, sagt Föste, der zudem betont, dass Beyers Wechsel nicht im Zusammenhang mit der Verpflichtung des neuen Trainers steht, sondern die Einigung bereits deutlich früher erzielt worden war. Bekanntlich übernimmt der derzeitige Tusem-Coach Jamal Naji nächste Saison die Löwen.

Durch die beiden Zugänge steht fest, dass Jeffrey Boomhouwer und Sebastian Damm derzeit ihre letzte Runde im BHC-Trikot absolvieren – zumindest, wenn es nicht zu einer unvorhergesehenen Situation kommt. Der Kader hat nun kaum noch Lücken. Ungewiss ist lediglich die Zukunft von Maciej Majdzinski. Der Rückraum-Linkshänder laboriert an einem Kreuzbandriss.

Rechtsaußen

Arnor Gunnarsson wird in der kommenden Saison ebenfalls ein BHCer bleiben. Das bestätigte Geschäftsführer Jörg Föste auf Nachfrage. Auf der Rechtsaußen-Position ist neben dem Isländer Yannick Fraatz gesetzt, der derzeit verletzungsbedingt noch von Emil Hansson vertreten wird.

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